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Unterricht im Freien

Klassenzimmer unter freiem Himmel: das Naturlabyrinth

Wenn die Temperaturen steigen, dann ist der Unterricht im Freien eine willkommene Abwechslung. Selbst gestaltete Naturlabyrinthe sind dafür eine spannende Aktivität. Hier erfahren Sie, wie das geht.

Unterricht im Freien: Klassenzimmer unter freiem Himmel: das Naturlabyrinth Naturlabyrinthe mit einfachen Mitteln umsetzen © Mulderphoto - stock.adobe.com

Ein heißer Nachmittag und das sonnige Wetter draußen sorgt für erdrückende Hitze im Klassenzimmer. Herr Erikson, Klassenlehrer einer vierten Klasse, beschließt, den Rest des Nachmittages mit seinen Schülerinnen und Schülern draußen zu verbringen. Für den Unterricht unter freiem Himmel hat er sich etwas Besonderes ausgedacht: Naturlabyrinthe.

Naturlabyrinthe sind eine einfache und für die Lernenden dennoch faszinierende Aktivität, bei der sie ihre Kreativität ausleben können und gleichzeitig eine der wichtigsten Kompetenzen für den (Schul-)Alltag trainieren: das Erstellen und Verfolgen eines Handlungsplans.

Erste Schritte zum Naturlabyrinth

Für einen optimalen Ablauf der Unterrichtssequenz empfiehlt es sich, die Kinder der Klasse in Kleingruppen mit drei bis vier Lernenden einzuteilen. Aus organisatorischer Sicht bietet es sich an, diese Einteilung noch im Klassenzimmer vorzunehmen. Jede Gruppe erhält einige weiße DIN-A4-Blätter, ein Klemmbrett als Unterlage und einen Filzstift. Weiter wird eine weite, ebene Fläche benötigt sowie eine sehr große Anzahl an langen und dünnen Stöcken. Optimalerweise wird die Aktivität am Waldrand oder in der Nähe eines Waldes durchgeführt.

Gut geplant ist halb gewonnen!

Zu Beginn der Aktivität werden die Lernenden aufgefordert, ein simples Labyrinth auf den mitgebrachten Blättern zu skizzieren, je einfacher, desto besser. Erfahrungsgemäß bietet es sich an, die Schülerinnen und Schüler wiederholt daran zu erinnern, dass Einfachheit hier Trumpf ist. Der innerste Punkt des Labyrinths kann beispielsweise durch ein großes X markiert werden.

Linktipp

Draußensein macht Schule, Persen Verlag, Johannes Plotzki, 1. bis 4. Klasse.

Anschließend ist es Aufgabe der Kleingruppe, das Labyrinth mit Hilfe der gesammelten Stöcke auf den Boden zu legen und zwar so groß, dass nach Fertigstellung des Labyrinths darin umherspaziert werden kann. Durch diese Aufgabe trainieren die Lernenden neben Planung und Durchführung auch soziale Kompetenzen, sie treffen Absprachen, halten sich an Abmachungen und erreichen bestenfalls zusammen das vorgegebene Ziel.

Als Input von Seiten der Lehrperson kann der Hinweis erfolgen, dass es möglicherweise sinnvoll ist, einen «Bauherren» oder eine «Bauherrin» zu bestimmen, der oder die mit Hilfe des Plans den Überblick über den Entstehungsprozess des Labyrinths behält. Diese Rolle kann auch im Verlaufe der Aktivität innerhalb der Kleingruppe weitergegeben werden.

Als besonderer Abschluss können aus den Kleingruppen Paare gebildet werden, von denen immer ein Kind die Augen verbunden bekommt und ein anderes das Kind entweder mit Hilfe von Worten oder durch haptische Führung durch das Labyrinth lotst. Es empfiehlt sich, die Kinder der Klasse in Kleingruppen mit drei bis vier Lernenden einzuteilen."

Wichtig
Planen Sie für einen optimalen Ablauf der Unterrichtssequenz genügend Zeit ein. Das sollte ungefähr zwei Lektionen respektive anderthalb Stunden umfassen.

Naturlabyrinthe in verschiedenen Formen

Wenn keine entsprechend große Fläche zur Verfügung steht oder kein Wald in der Nähe ist, bieten sich alternative Formen des Naturlabyrinths an.

So ist es beispielsweise denkbar, auf dem asphaltierten Pausenplatz mit Hilfe von größeren Kieselsteinen kleine Labyrinthe zu erstellen und dann Spielzeugautos durchfahren zu lassen. Diese Aktivität eignet sich gut für jüngere Kinder, lässt sich jedoch problemlos auch für höhere Klassenstufen anpassen, indem die gezeichneten Pläne und somit auch die Labyrinthe komplexer und vielseitiger werden.

Generell bietet das Verlegen des Unterrichts nach draußen für gewisse Sequenzen große Vorteile. Zum einen profitieren Lehrperson und Lernende von der frischen Luft und der Bewegung. Zum anderen erhalten Kinder damit die Möglichkeit, neue Eindrücke zu sammeln. Das ist gerade dann besonders wichtig, wenn im Alltag reale Erfahrungen in der Natur eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Chantal Daniela Horst


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