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Montessori-Materialien einsetzen

Montessori-Hilfsmittel zum Be-greifen der Satzglieder

Für den Deutschunterricht ist es wichtig, zu verstehen, wie die Satzglieder aufgebaut sind. Das lässt sich dank Montessori-Prinzipien mit allen Sinnen erfahren. Wir zeigen Ihnen, wie das geht.

Montessori-Materialien einsetzen: Montessori-Hilfsmittel zum Be-greifen der Satzglieder Papprollen helfen beim haptischen Verstehen von Satzgliedern © Marilyn Albert-Legniti

Montessoris Sinnesmaterial lehrt spezielle Techniken und Inhalte. Es unterstützt aber auch immer wieder das Verstehen von abstrakten Inhalten und das Lernen – ganz nach dem Motto „Hilf mir, es selbst zu tun“.

Im Deutschunterricht ist oftmals von Satzgliedern die Rede, die im Satz unterschiedliche Inhalte ausdrücken und die aneinandergereiht eine längere Sinneinheit, nämlich einen Satz, ergeben. Die einzelnen Satzglieder transportieren Informationen über unterschiedliche Inhalte, z. B. „Wer etwas tut“, „Was getan wird“. Sie beantworten auch andere Frage wie „Wem?“, „Wen?“, „Was?“, „Wo?“, „Wann?“ uvm. Diese einzelnen, aneinandergereihten Informationen (Satzglieder genannt) bilden die schon genannte Sinneinheit. Sie wird jeweils durch ein Wort oder mehrere Wörter gebildet.

Um zu veranschaulichen, dass mehrere Wörter, die die Frage „Wohin läuft Peter?“ beantworten (nämlich beispielsweise in den Pausenhof), ein Satzglied bilden, werden drei Papprollen mit der Beschriftung „in“, „den“ und „Pausenhof“ mit Wäscheklammern aneinander befestigt. Das zusammengefügte Konstrukt zeigt, dass diese drei Wörter eine Einheit bilden und dass mehrere solcher Satzglieder aneinandergereiht eine Sinneinheit (den Satz) ergeben. Die einzelnen Satzglieder können im Satz ihre Plätze tauschen, das heißt, der Satzbau wird verändert. Außerdem werden solche Sinneinheiten mit unterschiedlichen Satzzeichen wie Punkt oder Fragezeichen beendet. Beispiele:

  • Peter / liest / ein spannendes Buch.  

kann zu  

  • Ein spannendes Buch / liest / Peter.

umgestellt werden. Diese Umstellung bewirkt eine andere Betonung des Sachverhalts. Wird das Prädikat dagegen an den Satzanfang gestellt, bildet sich ein Fragesatz:

  • Liest Peter ein spannendes Buch?

Die Kinder lernen anhand des Materials durch Nutzen unterschiedlicher Sinne sowohl anschaulich als auch durch Handeln, dass 

  • Satzglieder aus einem Wort bzw. mehreren Wörtern bestehen.
  • diese im Satz als Einheit umgestellt und somit der Satzaufbau variiert werden kann.
  • das Prädikat in Aussagesätzen stets an der 2. Stelle der Satzglieder oder in einem Fragesatz (ohne einleitendes Fragepronomen) an erster Satzgliedstelle steht.

Außerdem müssen sie weiter bedenken, dass Satzzeichen einen Satz beenden, dass ein Aussage- bzw. Fragesatz jeweils ein unterschiedliches Satzzeichen fordert und das erste Wort des Satzes jeweils großgeschrieben, also die Schreibweise, beim Aufschreiben, angepasst werden muss.

Linktipps

Satzglieder anhand eines Märchens erarbeiten

  • Papprollen: Seite 10 erklärt (Vorlage S. 58)
  •  

  • Für das Verstehen der Thematik „Satzglieder“ wird benötigt:

    Papprollen: Sie veranschaulichen den Aufbau von Satzgliedern und die Umstellprobe.

    Getränkebecher: Bestätigen die Richtigkeit der Satzglieder.

Das Zusammenklammern der Papprollen fördert das Verstehen der abstrakten Begrifflichkeit „Satzglied“ sowie Vorgänge des Satzbaus, wenn mehrere aneinandergereiht werden. Außerdem wird nicht nur die sogenannte „Umstellprobe“ mit diesem Material praktisch „erfasst“, sondern auch „Satzbau“ und ergänzend „Rechtschreibung am Satzanfang“ sowie ggf. „Anpassung und Setzen des Satzschlusszeichens“.

Satzgliederbecher für die Ersatzprobe

Die „Ersatzprobe“ ist beim Thema Satzglieder ebenfalls eher abstrakter Natur und viele Schüler/-innen verstehen oftmals weder deren Sinn noch das Vorgehen. Um diesen Problemen vorzubeugen, gibt es die „Satzgliederbecher“. Diese stellen den Begriff „Ersatzprobe“ selbsterklärend dar und sie bestätigen den Kindern, ob die Satzglieder im Satz korrekt erkannt wurden. 

Auf jedem Becher stehen unterschiedliche Satzglieder, die nebeneinandergestellt einen Satz ergeben. Die Ersatzprobe besagt, dass jedes Satzglied mit nur einem einzigen Wort (mit demselben bzw. sehr ähnlichen Sinn) ersetzt werden kann.  

Raffael / kauft / am nächsten Tag / in der Buchhandlung / viele spannende Bücher.

Die Wörter ergeben allerdings nicht zwingend einen grammatikalisch korrekten Satz. Ausnahmen bilden außerdem beispielsweise reflexive Wörter wie Raffael / kauft sich /…, solche Wortkombinationen umfassen auch beim Ersetzen zwei Wörter.

Die oben genannten Satzgliedbecher werden nebeneinandergestellt , sodass sie einen Satz mit korrektem Satzbau bilden. Über jedes einzelne Satzglied - also jeden einzelnen Becher- wird nun ein anderer Becher mit dem entsprechendem Ersatzwort gestülpt. Diese Technik veranschaulicht die sog „Ersatzprobe“.

Aufwändiger ist es, zuerst einzelne Wörter auf Bechern mit der Öffnung nach oben zu einem Satzglied zusammenzuklammern und daraus einen Satz zusammenzustellen (= Technik von oben, siehe „Papprollenklammern“). Anschließend werden diese Becher ineinander gestellt, was die Zusammengehörigkeit der Wörter und dass sie ein Satzglied bilden, verdeutlicht. Nun wird der „Ersatzwortbecher“ von unten darübergestülpt. Wenn dieser eine andere Farbe aufweist, wird diese Thematik des "Ersetzens durch ein Wort" noch deutlicher dargestellt.

Sachverhalte be-greifbar machen

Die oben genannten eher abstrakten Sachverhalte werden durch die Hilfsmittel Papprollen, Becher und Wäscheklammern durch sichtbare Gegenstände und das zum Thema passende Hantieren für die Schüler/-innen anschaulich und „be-greifbar“.

Je nachdem, welche Thematik gelehrt werden soll: Es ist meines Erachtens immer sinnvoll, einmal gemeinsam mit den Kindern aktiv die Vorgehensweise und Inhalte zu besprechen und dementsprechend praktisch durchzuführen. Anschließend kann das Montessori-Prinzip „Hilf mir, es selbst zu tun“ zur Anwendung kommen. Denn durchs Nutzen unterschiedlichster Sinne (Sehen, Hören, Sprechen, Hantieren u. v. m.) werden beide Gehirnhälften beansprucht. Die rechte Hand wird von der linken, die linke Hand von der rechten gesteuert, umgekehrt vermittelt die linke Hand der rechten Hemisphäre Informationen und die rechte Hand der linken. Die linke Hälfte ist überwiegend für Logik, Mathematik, Reihenfolgen und Sprache zuständig, die rechte eher für Intuition, Emotionen, Rhythmus, Vorstellungen und Bilder sowie Musik. Das Gehirn arbeitet also insgesamt vielschichtiger, wenn immer wieder sowohl die rechte als auch linke Hemisphäre verwendet wird. (Rita Messmer: Mit […] Kindern [L]ernen lernen. S. 17. Beltz Verlag. Weinheim und Basel. 2005.)

Durch das Verwenden von „Sinnesmaterial“ wird das ganzheitliche Lernen unterstützt und gefördert. Diese Pädagogik und zum jeweiligen Thema passendes und unterstützendes „Lernmaterial“ finden in Lern- und Übungssequenzen immer wieder Verwendung und sind bei den Kindern bis auf wenige Ausnahmen sehr beliebt – „denn langweiligen Deutschunterricht kann jeder.“ Den gilt es zu vermeiden; also „Packen wir`s an.“ – im wahrsten Sinne des Wortes.

Marylin Albert-Legniti

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