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Unterrichtsideen Winter

Tiere im Winter – eine spannende Projektwoche

Wie überleben Tiere im Winter? Diese Frage ergründen die Kinder mit den folgenden Unterrichtsideen aktiv, kreativ und mit allen Sinnen. Ein tolles Unterrichtsthema, quer durch alle Fächer! 

Unterrichtsideen Winter: Tiere im Winter – eine spannende Projektwoche Immer wieder spannend - wie überwintern Tiere © Wiltrud- stock.adobe.com

Vermutlich kennen einige Ihrer Schülerinnen und Schüler bereits die Geschichte von Frederick, die 1967 erschienen und zum Klassiker der Kinderbuchliteratur avanciert ist: Sie handelt von dem Feldmäuserich Frederick, der anders als die anderen Mäuse ist. 

Während alle „Tag und Nacht“ Körner, Nüsse, Mais und Stroh für den Winter sammeln, sitzt Frederick offenbar untätig herum. Doch der Schein trügt: Auch er sammelt Vorräte für die eisigen Monate. Nur sind es bei ihm Sonnenstrahlen, Farben und Wörter. Und als der Winter allzu lange dauert und die Vorräte aufgebraucht sind, da werden die Wörter „zu einem hoffnungsvollen Gedicht, die Erinnerungen an die Sonnenstrahlen wärmen das Herz und die bunten Farben schmücken alles festlich aus…“, so heißt es in der Buchbeschreibung auf der Website Kinderbuchlesen.de.

Kreativ mit Frederick 

Die einfach, kurze Geschichte von Frederick passt gut zum Unterrichtsthema „Tiere im Winter“. Und sie eröffnet vielfältige Möglichkeiten für den Unterricht (nicht nur) in den kreativen Fächern:

  • Im „Literaturprojekt zu Frederick“ von Birgit Giesen setzen sich Kinder der ersten und zweiten Klasse in „differenzierten lesebegleitenden und fächerübergreifenden“ Lernangeboten kreativ mit dem Bilderbuch auseinander. Insbesondere zielt das Unterrichtskonzept auf die Erweiterung der Erzählkompetenz.
  • Auf der Website der Büchereizentrale Schleswig-Holstein auf ihrer Website findet sich eine Anleitung zum Frederick-Würfelspiel, mit dem 2 bis 6 Kinder wie die Feldmäuse im Buch „Vorräte“ bzw. Vorratskarten sammeln und dabei spielend eine Menge über die Wintervorbereitungen dieser Tiere lernen. Das Spiel ist bei einigen Ausgaben des bekannten Klassikers direkt mit dabei und könnte während der Projektwoche z. B. in Pufferzeiten an die Kinder ausgeliehen werden.
  • Aktiv werden die Kinder, wenn sie Fredericks Geschichte mit Natur-Materialien legen. Die Mäuse müssen ja nicht – wie im Elternblock „Zuckersuesse Äpfel“ – aus Wolle gestrickt sein; eine Walnusshälfte mit einem Stück Schnur als Schwanz und zwei aufgemalten Knopfaugen tut’s genauso gut. Beim Basteln, Ausschneiden von Kulissen, Wörtern etc. und Arrangieren der Gegenstände fördern Sie zudem die feinmotorischen Fähigkeiten der Kinder.
  • Die einfache Geschichte lässt sich leicht in eine Klanggeschichte verwandeln: Wie könnte die Mäusefamilie klingen? Wie der Winter? Die Sonnenstrahlen? Die Farben? Der fallende Schnee? Der Text eröffnet unzählige Möglichkeiten für Klang- und Geräusch-Experimente mit der eigenen Stimme, mit Alltagsgegenständen, Naturmaterialien, (Orff’schen) Instrumenten etc.
  • Dass sich Fredericks Geschichte mit einfachen Mitteln als Theaterstück gestalten lässt, demonstriert Freizeitpädagogin Claudia Höfler eindrucksvoll in diesem Video

Ein kreatives Frederick-Projekt könnte

während der Projektwoche entweder „im Block“ realisiert werden, oder auch begleitend zu festen Zeiten an jedem Unterrichtstag. Die restlichen Zeiten sind dann den realen Tieren im Winter vorbehalten. Und auch dabei werden die Kinder aktiv, kreativ und mit Spaß bei der Sache sein.

Kinder, wir machen eine Ausstellung!

Als die Schüler und Schülerinnen von Lehrerin Beate Janzen im Schnee einen „Feuerkäfer“ fanden, führte das die jahrgangsübergreifende Lerngruppe von Erst-, Zweit- und Drittklässler „zu ihrem Thema und am Ende zu einer Fülle von Ausstellungsstücken“: „Der ist tot“ meinten einige, andere „nein, der schläft nur“ – in jedem Fall war das Interesse geweckt, und die Kinder trugen erst einmal im einführenden Unterrichtsgespräch alles zusammen, was sie wussten oder auch nicht so wirklich wussten, beschreibt die Pädagogin in ihrem ausführlichen Unterrichtskonzept „Tiere im Winter“. Auf zwei Plakate klebten sie Post-it’s mit ihren Aussagen und Fragen, und dem Vorschlag der Lehrerin, eine Ausstellung zum Thema „Wie überleben die Tiere den Winter“ auf die Füße zu stellen, stimmten sie begeistert zu.

Eigenständige Recherche

Man einigte sich auf acht Tiere, und die Lehrerin erarbeitete mit den Kindern „vier Recherchefragen“, an denen sich die Kinder bei der Info-Suche in Lexika, Sachbüchern, Kinderzeitschriften etc. orientierten: 

  1. Wie bereitet sich das Tier auf den Winter vor?
  2. Wo findet es was zu fressen?
  3. Wo schläft es und wie schützt es sich vor Kälte?
  4. Wie verbringt es den Winter? Was „tut/macht“ es? (ebd., S. 5).

Die Lehrerin differenzierte in der jahrgangsgemischten Lerngruppe mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen durch die Auswahl der Sachtexte in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden je nach Lesefähigkeit. Immer notierten die Kinder die Informationen nach der Lektüre der Sachtexte auf Zettel, die dann „in einer großen Tabelle an der Tafel für alle sichtbar präsentiert“ wurden. So waren jeweils alle auf dem gleichen Wissensstand.

Erst informieren, dann visualisieren und gestalten

Ziel des Unterrichtsprojekts war es „unterschiedliche Aktivitäten im Umgang mit (...) Sachtexten (...) weiterzuentwickeln“ (ebd., S. 2) und das dabei erworbene Wissen dann in andere „Darstellungsformen (...) zu transformieren“, nämlich in Ausstellungsexponate. (ebd., S. 2). Hier eine kleine Auswahl:

  • Ein „Quadrama“ ist eine Pyramide, geteilt in vier Kammern mit geöffneten Außenseiten – ideal, um die vier Überwinterungsarten Winterschlaf, Winterruhe, Winteraktivität und Winterstarre mit zugehörigen Tierarten darin darzustellen.
  • Aus ausgeschnittenen Silhouetten der verschiedenen Tiere wurden mit einem Holzkleiderbügel Mobiles gebastelt, für jede Überwinterungsart eines.
  • Mit Plakaten mit Fotos oder Zeichnungen und Infotexten informieren sich die Ausstellungsbesucher mit einem Blick über Verhalten, Winter-Nahrung und Schlafplatz der einzelnen Tiere.
  • Die Kinder bauten Schlafplätze der Tiere nach, z. B. einen Kobel (Eichhörnchen) oder ein Schlafnest (Igel).

Das Projekt zog sich über mehrere Unterrichtswochen, und es entstanden noch viele weitere Exponate, die sich natürlich auch vereinzelt in einer Unterrichtseinheit zum Thema „Tiere im Winter“ einbauen lassen.

„Winter-Tricks“ der Tiere testen

Auch Menschen frieren im Winter. Und oft verhalten sie sich ganz ähnlich wie die Tiere, um sich vor der Kälte zu schützen. Mit spannenden Experimenten regt die Website Naturpark-Detektive dazu an, einige der tierischen Verhaltensweisen einmal selbst auszuprobieren bzw. nachzuvollziehen: Zick-zack-Rennen wie ein winteraktiver Hase, Eicheln verstecken und in Winterruhe-Wachphasen suchen, über Nacht einen mit Wasser gefüllten Joghurtbecher in ein Iglu oder ein Loch in der Erde stecken, einen anderen ohne Schutz auf den Boden stellen und dann vergleichen – lauter gute Möglichkeiten für kleinere Draußen-Aktivitäten zwischendurch.

Martina Niekrawietz


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