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Yoga-Übungen

Yoga im Schulalltag – Soforthilfe für Schulkinder

Yoga tut der Kinderseele gut, aber es gibt auch einiges zu beachten. Was? Das erfahren Sie in diesem Beitrag. Außerdem stellen wir Ihnen einige Yogaübungen für Kinder vor.

Yoga-Übungen: Yoga im Schulalltag – Soforthilfe für Schulkinder Einfache Übungen eignen sich für eine kurze Pause © WavebreakmediaMicro - stock.adobe.com

Yoga hat sich zu einer Art Trendsport entwickelt. Kein Wunder: Die Bewegungen tun dem Geist und der Seele gut und davon können sicher auch Kinder profitieren. Welchen Benefit bietet Yoga aber für Schüler/-innen im Unterricht tatsächlich und welche Vorteile hat eine Integration in den Schulalltag? Außerdem ist zu bedenken, dass sich Kinderyoga im methodischen Vorgehen doch stark von Yoga für Erwachsene unterscheidet, sodass eine Lehrkraft ein Mindestmaß an Fortbildung dazu absolvieren sollte. In diesem Beitrag erhalten Sie Tipps und Infos zu diesen Themen.

Wie kann Yoga im Schulalltag helfen?

Für Kinder ist Entspannung nichts Schwieriges. Sie wechseln leicht und oft zwischen dem Alltagsgeschehen und ihrem Innenleben in einen Zustand der Tagträumerei und der magischen Innenwelten. Für Entspannungsübungen und Fantasiereisen sind sie leicht zu gewinnen, auch wenn der Weg dahin individuell sein kann. Für Schüler/-innen sind daher kurze, aber regelmäßige Entspannungsübungen im Schulalltag eine wunderbare Möglichkeit, um gezielt zu relaxen.

Weiterführend

Literaturtipps

Binder, Iris: Die Kinder-Yoga-Box, Freiburg 2017

Omonsky, Claudia: Entspannung und Yoga ganz einfach. Hamburg 2021

Unterrichtsmaterial

Finger-Yoga

Yoga im Klassenzimmer

Yoga im Klassenzimmer

Übt man Yoga im Klassenzimmer, so ist es wichtig, dass sich dies schnell und einfach, ohne größere Umbaumaßnahmen in den Unterrichtsverlauf einbauen lässt. Statt Übungen auf der Yogamatte bieten sich darum einfache Asanas im Stehen und im Sitzen an. Ein kleines Ritual erleichtert die Übergänge von Unterricht und Entspannung. Zum Beispiel kann man den Raum kurz lüften, die Schüler/-innen in einen Sitzkreis bitten und eine Klangschale einsetzen. Nach einer Ruhe- und Sammlungsphase folgt beispielsweise eine einzige Asana und eine Atemübung. Mit der abschließenden Ruhe rundet man das Mini-Yoga-Angebot ab. Mit ca. 10 Minuten Zeitinvestition kann man so möglicherweise eine Doppelstunde voller Ermahnungen und Disziplinarmaßnahmen ersetzen.

Übung 1: Palme im Wind: 

  • Stelle dich gerade hin und strecke die Arme locker nach oben.
  • Du kannst dich an den Daumen einhaken.
  • Stell dir vor, du bist eine Palme im Wind.
  • Du pendelst leicht hin und her. Du schwingst nach links und nach rechts.
  • Dabei atmest du ein und aus.
  • Das Schwingen ist ganz gleichmäßig. Hin und Her.
  • Zum Abschluss bleibst du stehen. Die Palme steht wieder gut geerdet und fest.

Yoga, wenn es mal nicht so gut läuft

Gerade Jugendliche durchleben in der Pubertät ein großes Auf und Ab in ihrem Innenleben und ihren Emotionen. Mal fühlen sie sich verloren und verletzlich, müssen wie ein rohes Ei behandelt werden, ein anderes Mal präsentieren sie sich wie auf Kriegsfuß mit der ganzen Welt, launisch und aggressiv. Zum Ausgleich kann man Atemübungen oder entspannende Körperübungen anbieten.

Übung 2: Holzhacker-Atmung: 

  • Stelle dich aufrecht hin und strecke die Arme über den Kopf.
  • Mache feste Fäuste.
  • Hole tief Luft.
  • Mit einem großen Schwung beuge dich nach vorne.
  • Dabei rufst du laut „Ha!“ aus.
  • Mache das ein paar Mal hintereinander. 

Deine Hände werden immer näher zum Boden kommen. Zum Abschluss lasse den Oberkörper hängen und atme mit einem langen „Haaaaaa“ aus.“

Yoga als Notfallprogramm vor Tests

Aufgeregt und gestresst wirken Schüler/-innen häufig vor Klassenarbeiten oder Abfragen, für den mentalen Zustand wirkt sich dies fast wie ein Notfall aus. Auch hier kann Yoga helfen, sich auf einen Test einzustimmen. Denn physiologisch beeinflusst die Geschwindigkeit unserer Atmung die Abläufe im Körper. Bewusstes Atmen kann also gezielt entspannen und beruhigen.

Übung 3: Den Atem spüren: 

  • Setze dich bequem und locker hin und schließe deine Augen.
  • Lege beide Hände auf den Bauch.
  • Die Fingerspitzen zeigen Richtung Bauchnabel.
  • Beim Einatmen spürst du, wie der Bauch sich anhebt.
  • Beim Ausatmen spürst du, wie der Bauch sich wieder senkt.
  • Bleibe ganz bei deinem Atem.
  • Spüre die Bewegung des Bauches beim Atmen.
  • Zum Abschluss atme einmal ganz tief und fest aus.“

Yoga draußen

Gerade im Sommer sind Unterrichtsgänge und Ausflüge an der Tagesordnung. Man kennt als Lehrkraft dabei vielleicht die Situation, dass eine Klasse in der Pause völlig erschöpft und müde auf der Wiese herumlümmelt und wenig von der Umgebung in sich aufnehmen kann. Hier bietet sich an, eine geführte kurze Fantasiereise zu machen. Auch einfache Übungen der Progressiven Muskelentspannung helfen zu einer guten Körperwahrnehmung. In der freien Natur sind Atemübungen sicherlich  besonders wirkungsvoll wahrnehmbar und damit effektiv.

Übung 4: Fliegen-Verscheuchen: 

  • Suche dir einen schönen Platz auf der Wiese/ im Wald.
  • Du kannst deine Hände entspannt ablegen, du brauchst sie nicht für die Übung.
  • Stell dir vor, du spürst an deiner Nase eine freche Fliege.
  • Du möchtest die verjagen – doch du benutzt ja deine Hände nicht!
  • Versuche es mit einem Atem.
  • Atme tief ein und dann in kurzen, schnellen Atemzügen durch die Nase aus.
  • Vielleicht spürst du tief im Bauch, wie du die Luft ausstößt.
  • Da – schon ist die Fliege weg!“

Eine tägliche Entspannungsübung kann also Teil des Unterrichtsvormittags sein und beispielsweise in die Pausensituation oder bei Stundenübergängen eingebaut werden. Sie kann aber darüber hinaus auch anlassbezogen und an die allgemeine Grundstimmung angepasst eingesetzt werden, wie in den o.g. Situationen beschrieben. Yoga für Kinder und Jugendliche bietet eine wichtige kurze Pause im Alltag, da es die Integration von Psyche und Physis fördern und so einen wichtigen Beitrag zur allgemeinen Gesundheit leisten kann.

Claudia Omonsky


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