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Schulalltag in anderen Kulturen

Spielerisch den (Schul-)Alltag anderer Kulturen erkunden

Rund um die Ferien sind Urlaub und ferne Länder ja ein beliebtes Thema. Ihre Schüler/-innen finden es bestimmt spannend über den Schulalltag in anderen Kulturen zu sprechen. Hier mal einige Ideen dazu. 

Schulalltag in anderen Kulturen: Spielerisch den (Schul-)Alltag anderer Kulturen erkunden Schulalltag in anderen Kulturen - Ideen für den Unterricht © Vectorvstocker - stock.adobe.com

Wenn Sie in Ihrer Klasse „Kinder in aller Welt“ thematisieren möchten, eignet sich die Zeit vor oder nach den großen Ferien ganz wunderbar dafür: Viele Kinder reisen mit ihren Familien im Sommer in ferne Länder und sind neugierig, wie Gleichaltrige dort leben. Wenn sie dann wieder in die Schule kommen, haben sie oft eine ganze Menge zu erzählen. Dabei können Sie auch ganz einfach die Daheim-Gebliebenen einbeziehen: Zum Beispiel, indem Sie sie nach länger zurückliegenden Reisen fragen oder sie erzählen lassen, in welches Land sie gerne einmal fahren würden und warum.

Beim gemeinsamen Austausch über Reiseerfahrungen und -Wunschziele merken die Kinder jedenfalls direkt: Man muss gar nicht unbedingt realiter und „physisch“ reisen, um etwas über andere Länder zu erfahren. Wenn wir Reiseberichte hören, lernen wir ein Land ebenfalls kennen. Und es gibt noch weitere Möglichkeiten, um über den eigenen Tellerrand zu schauen und bei den Kindern das Interesse für andere Länder und Kulturen zu wecken.

Kuriose Schulen der Welt

Die meisten Kinder auf der Welt gehen in die Schule. Deshalb ist der Schulbesuch ein verbindendes Element zwischen Kindern verschiedenster Kulturen. Doch es gibt auch Riesen-Unterschiede, die boulevardeske TV-Formate gerne herausstellen, zum Beispiel die Galileo-Sendung „Top 5: Die verrücktesten Schulen der Welt“. 

Hier lernen die Kinder eine mobile Nomaden-Schule im Landesinneren von Äthiopien (gleich zu Beginn des Videos) kennen. In dieser Gegend müssen die Kinder Rinder hüten, sobald sie laufen können, und sie wachsen im Grunde ohne Schulbildung auf. Da gibt es kein Schulhaus, keine Klassen und auch so gut wie keine Schulsachen, es gibt nur einen Lehrer, der seine Schülerinnen und Schüler einmal pro Monat besucht. An dem einen Schultag pro Monat bekommen sie Unterricht in der äthiopischen Landessprache und lernen „ein bisschen Englisch und Biologie“, „die Basics eben“, erzählt der junge Lehrer (ebd.). Nur ein Tag Schule im Monat – ganz offensichtlich gehören die Schülerinnen und Schüler dieses Lehrers zu den 64 Millionen Kindern im Grundschulalter weltweit, die keinen Zugang zu einer Schulbildung haben, wie das Statistische Bundesamt auf seiner Website meldet. 

Das andere Extrem ist in einem Land zu besichtigen, das meist an der Spitze im PISA-Ranking zu finden ist: in Südkorea, wo ein wahrer Schul-Drill herrscht, wie dieses Video zeigt. Hier absolvieren die Kinder an einem Tag praktisch zwei Schultage: Bis ca. 15 oder 16 Uhr lernen sie in der Schule und danach müssen die meisten noch in ein privates Lerninstitut. Einen kleinen Eindruck vom großen Druck, dem schon Grundschulkinder ausgeliefert sind, vermittelt gleich der erste Beitrag über ein Camp, wo die Kids ein militärisches Training absolvieren müssen. – Sehr gruselig, vielleicht zu gruselig für die Kinder in Ihrer Klasse.

Schulen der Welt ins Klassenzimmer holen

Gar nicht gruselig, sondern absolut kindgerecht ist eine der berühmtesten Sachgeschichten der WDR-Sendung mit der Maus: die Sachgeschichte „Welt-Schul-Maus“. Moderator Ralph Caspers stellt in dem 24-minütigen Film Schulen in zehn Ländern rund um den Globus vor. Die kindgerechten Schulporträts eignen sich nicht nur hervorragend als Stundeneinstieg, sondern geben auch Anregungen für interkulturelle Aktivitäten: Warum nicht einfach einiges ausprobieren, was in anderen Ländern Usus ist? Der Beitrag „Schulkinder und Schulen in aller Welt kennenlernen“ hier in Ihrem Lehrerbüro gibt Ihnen Impulse für internationale Projekte: Da entwerfen und gestalten die Kinder im Kunstunterricht Schuluniformen, sie nähern sich spielerisch anderen Sprachen, probieren Morgenrituale anderer Länder aus, die zur Abwechslung mal mit der gesamten Schule auf dem Schulhof durchgeführt werden usw.

Ganz besonders viel Stoff zum Ausprobieren bieten japanische Schulen: Hier geben die Kinder z. B. selbst das Essen aus, und am Ende eines Schultages wird das Klassenzimmer gefegt und gewischt, ohne Murren und Knurren und mit offensichtlichem Spaß. Dabei könnte man auch die Eltern begeistern, zum Beispiel mit einem gemeinsamen Eltern-Kind-Nachmittag und fröhlichem Bento-Box-Bereiten.

Kinderweltreise per Maus

Andere Kulturen im Netz erkunden? Das ist ganz einfach und kurzweilig mit dem preisgekrönten interaktiven Webangebot kinderweltreise.de, wie dieses Video beweist
Die beiden virtuellen Reisebegleitenden Lucy und Tim zeigen Kindern und Jugendlichen der Klassen 2 bis 7, wie Gleichaltrige in Ländern auf allen Kontinenten leben. Es gibt 

  • neben der Rubrik „Alltag & Kinder“ auch
  • „Informationen (...) über die Kultur und die Geschichte des Landes“ („Daten & Fakten“),
  • einen Mitmachtipp, wo man beispielsweise einfache landestypische Rezepte ausprobieren oder etwas basteln kann,
  • außerdem zu jedem Land ein Rätsel.

Die Site kann auch im Unterricht vielseitig genutzt werden, z. B. 

  • als Garant für eine wirklich stille Stillarbeit bei einer Vertretungsstunde oder im Rahmen des Wochenplans,
  • als Informationsquelle für Recherchen im Geografie- oder Sachkundeunterricht (Lexikon) oder als Einstieg in eine Erdkundestunde,
  • als Ideen-Pool für den fächerübergreifenden Unterricht, z. B. mit Basteltipps für Kunst und Werken,
  • zur Vertiefung des Gelernten, zur Vorbereitung für eine Flipped-Classroom-Stunde
  • u. v. m.

Nicht ohne Grund hat die Seite bisher bereits den pädagogischen Medienpreis 2017, den goldenen Spatz 2018 und den Kinder-Online-Preis des MDR 2018 erhalten. Sie bereichert ganz sicher Ihr mediales Repertoire im Präsenz- und Hybridunterricht und kann mit einer Schul-Lizenz für ein kleines Jahres-Salär rechtssicher und ohne Bedenken in allen Klassen genutzt werden – eine Anschaffung, die sich wirklich lohnt!

Martina Niekrawietz


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