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Elternarbeit

Der erste Elternabend: Tipps zur Planung und Durchführung

Erwartungen, Wünsche, Vorstellungen: Der erste Elternabend kann in vielerlei Hinsicht eine aufregende Sache sein. Eine gute Vorbereitung hilft, möglichen Problemen von Anfang an aus dem Weg zu gehen.

Elternarbeit: Der erste Elternabend: Tipps zur Planung und Durchführung Die Eltern mit Handschlag zu begrüßen, schafft eine persönliche Atmosphäre © Adam Radosavljevic - Fotolia.com

Natürlich ist der erste allein gestaltete und durchgeführte Elternabend etwas Besonderes. Aufregung macht sich breit und auch ein bisschen Angst ist dabei. Schließlich steht der Lehrer auf einmal bei sämtlichen Eltern im Mittelpunkt. Unterschiedliche Vorstellungen, Erwartungen und Wünsche treffen aufeinander und es ist nicht immer einfach allen gerecht zu werden - vor allem am Anfang der Lehrerlaufbahn. Doch eine gute Vorbereitung kann viel Druck nehmen.
Grundsätzlich steht ein Elternabend zu Beginn jedes Schuljahres an. Einen Hinweis darauf gibt beispielswiese der Paragraph 73 im NRW-Schulgesetz. Zum ersten Elternabend lädt immer der Klassenlehrer ein, später ist dies die Aufgabe der gewählten Elternvertreter in Absprache mit dem Lehrer.
Die Themen des Elternabends orientieren sich an drei Schwerpunkten. Zum einen gibt es immer wiederkehrende organisatorische Dinge. Etwa die Wahlen der Elternvertreter, Beiträge zur Klassenkasse oder die Erhöhung des Kakaogeldes. Dann gibt es Themen, die sich nur auf das aktuelle Schuljahr beziehen. Dabei kann es zum Beispiel um Materialien für das Schuljahr oder den Stundenplan gehen. Der dritte Schwerpunkt orientiert sich schließlich am Interesse der Eltern. Hier kann es sich etwa um pädagogische Themen handeln oder auch um ein Klassenfest. Stehen die Themen erst einmal fest, ist schon ein großer Teil der Arbeit erledigt. Nun steht die Terminierung auf dem Plan: Der Bezeichnung entsprechend finden Elternabende abends statt, damit die meisten Eltern teilnehmen können. Bei der Durchführung und Planung ist deshalb zu berücksichtigen, dass viele Teilnehmer einen langen Arbeitstag hinter sich haben und für eine straffe Zeitplanung entsprechend dankbar sind. Auch der örtliche Terminkalender und besondere Ereignisse sollten Berücksichtigung finden. Gerade Berufseinsteigern stehen die älteren Kollegen dabei sicher mit Rat und Tat zur Seite.

Weiterführende Links:

Viele Informationen rund um die Mitwirkung von Eltern bietet die Website elternwissen.com.

Das nordrhein-westfälische Bildungsportal bietet hilfreiche Hinweise für die Zusammenarbeit mit Eltern.

Einladung, Raum und Medien

Die Einladung wird in schriftlicher Form verfasst und an die Kinder ausgeteilt. Der Lehrer übernimmt auch die Weiterleitung an teilnehmende Fachlehrer oder Gäste, spätestens zwei Wochen vor dem Termin sollten alle informiert sein. Um eventuellen Schwierigkeiten vorzubeugen, werden auch Schulleitung und Hausmeister benachrichtigt. Sind in der Klasse Eltern ohne deutsche Sprachkenntnisse, kann möglicherweise ein Lehrer für den muttersprachlichen Unterricht übersetzen.
Auch die Wahl des Raumes will gut überlegt sein. Der Klassenraum erinnert Eltern zwar möglicherweise negativ an ihre eigene Schulzeit, er bietet aber vor allem die Chance, ihnen die Klasse ihrer Zöglinge zu präsentieren. Zudem bietet der Klassenraum die Gelegenheit Schulbücher und Arbeitshefte zu besichtigen. Die Stühle und Tische sollten dabei so platziert werde, dass sich alle Teilnehmer sehen und miteinander sprechen können.
Die richtigen Medien können Berufsanfänger bei der Durchführung des Elternabends ebenfalls unterstützen. Ein Overheadprojektor hilft beispielsweise bei der Tagesordnung, Thesenpapiere eignen sich für pädagogische Themen und Namensschilder vereinfachen die direkte Ansprache. Aber auch Informationsmaterial auf einem extra Tisch, Hinweisschilder für den Veranstaltungsort, Büchertische, Schülerarbeiten, Texte, Folien oder Filme können den Lehrer in der Darstellung der Themen unterstützen und damit entlasten.

Nur Mut für die Durchführung

Theoretisch ist klar, wie alles auszusehen hat - jetzt braucht es nur noch Mut! Und es kann losgehen: Hereinkommende Eltern werden mit Handschlag begrüßt, so erfährt der Lehrer gleich, wer zu welchem Kind gehört. Wenn alle anwesend sind, wird der Elternabend offiziell eröffnet, indem alle Eltern und Gäste begrüßt werden und der Klassenlehrer sich erst einmal selbst vorstellt. Die Erläuterung der Tagesordnung erleichtert anschließend die Strukturierung des Abends, auf Wunsch kann sie natürlich erweitert werden. Die Punkte werden anschließend nacheinander abgearbeitet. Dabei sollten die Eltern ermutigt werden Fragen zu stellen und sich zu Äußern – so werden sie ins Geschehen einbezogen. Zum Schluss gibt es eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und einen Dank fürs Kommen, bevor der Elternabend mit der Verabschiedung offiziell vorüber ist.
Doch auch wenn der Abend selbst geschafft ist gibt es noch etwas zu tun: Alle Eltern sollten ein Ergebnisprotokoll erhalten, in dem Themen, Informationen und Ergebnisse schriftlich zusammengefasst werden. So ist sichergestellt, dass wirklich alle informiert sind. Und natürlich läuft beim ersten selbstgestalteten Elternabend selten alles perfekt. Darunter darf aber nicht gleich das Selbstvertrauen leiden - auf alle Eventualitäten ist man schließlich nie vorbereitet. Und aus Fehlern lernt man: Mit eigenen Notizen über aufgetretene Probleme läuft es beim nächsten Mal noch runder.

Anne Frieß


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