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Klassenfahrten

Gut geplant ist halber Stress

Klassenfahrten empfinden viele Lehrer als mehrtägigen 24-Stunden-Job. Bereits die Vorbereitung hat es in sich. Dabei lässt sich der Stress mit den passenden Planungshilfen schon im Vorfeld erheblich reduzieren.

Klassenfahrten: Gut geplant ist halber Stress Mit einem Koffer voller Ideen und der richtigen Planung wird Ihre Klassenreise ein Erfolg © monticellllo - Fotolia.com

„Meine Kollegin und ich versorgen eine Woche lang rund um die Uhr 30 Kinder — was normalerweise zwischen 30 und 60 Erwachsene bewältigen“, schreibt ein junger Lehrer in der SPIEGEL-Rubrik „Lehrergeständnisse“: „Je jünger die Schüler, desto mehr mutiere ich zum Aufseher, Ansprechpartner, Packhelfer, Gepäckträger, Krankenpfleger, Notarzt, Putzhelfer, Ersatzelternteil, Ernährungsberater, Verkehrslotsen und Kummerkasten.“ — Ein echter Knochenjob, auf den sich viele Lehrer durch ihre Ausbildung nur unzureichend vorbereitet fühlen.

Was die Schilderung auch zeigt: Nach Reisebeginn entsteht eine ganz eigene Dynamik, die für Organisatorisches wahrscheinlich nur wenig Raum lässt. Es empfiehlt sich deshalb, so viel wie möglich bereits im Vorfeld zu regeln. Um den umfangreichen Planungsaufwand im stressigen Lehreralltag zu bewältigen, bedient man sich dazu am besten der „Salami-Technik“: Dazu zerlegt man „die Gesamtaufgabe in einzelne, kleine Teile“, ordnet „die Teilaufgaben nach Prioritäten und Terminen“ und hakt dann alle Aufgaben nacheinander ab, so ein „Leitfaden zum Berufsstart“ auf der Website des Niedersächsischen Bildungsservers (S. 18), in dem sich gleich noch ein Beispiel für das Projekt Klassenfahrt anschließt (S. 19).

Planungshilfen für Lehrer

Wichtig: Mit der Planung für die Klassenfahrt sollte rechtzeitig begonnen werden. Die Website der deutschen Jugendherbergen etwa bietet eine kurze Checkliste mit Planungszeiten; eine ausführlichere Version gibt es auf der Website der Jugendherberge Rheinland, wahlweise als PDF-, EXCEL- oder Worddokument. — Ideal als Ausgangsbasis für eine eigene To-do-Liste, individuell zugeschnitten auf die jeweilige Klasse und das Reiseziel.

Nützliche Planungshilfen finden sich auch hier im Lehrerbüro: Einfach in die Suchfunktion „Klassenfahrt“ eingeben und links im Menü auf „Arbeitshilfen“ klicken, und schon haben Sie das gesamte Spektrum von Musterschreiben, Checklisten und sonstigen Vordrucken auf dem Bildschirm: Für die Kommunikation mit den Eltern etwa Einladungen zum Elternabend, Einverständniserklärungen und Packlisten (in verschiedenen Sprachen oder mit Bildern), Kostenübersichten, Notfalllisten und vieles mehr. Den Überblick über die Absprachen mit den Erziehungsberechtigten wahren Sie mit der praktischen „Klassenübersicht“: Sie zeigt Ihnen auf einen Blick, welche Schüler schwimmen dürfen, wer Medikamente nehmen muss, ob ein Impfpass vorliegt etc. Damit sind Sie auf der rechtssicheren Seite.

Weiterführende Hinweise:

Formulare, Infoblätter und weitere Planungshilfen für Klassenreisen ins Ausland und per Flugzeug finden sich hier.

Eine ausführliche Checkliste für die Vorbereitung von Klassenreisen gibt das Studienseminar Koblenz seinen Junglehrern an die Hand.

Klare Regeln für die Klassenfahrt

Auch mit den Schülern sollte man vor Reisebeginn klare Absprachen treffen. Eine strukturierte Checkliste zum Regelungsbedarf findet sich auf der Website der Jugendherbergen:

Handelt es sich um eine Studienfahrt, sind thematische Schwerpunkte vorzubereiten, Arbeitsgruppen zusammenzustellen, Unternehmungen am Zielort mit den Lernzielen abzusprechen etc.
Vor allem Verhaltensregeln sollten klar kommuniziert werden: Wie lässt sich unnötiges Chaos vermeiden? Was passiert bei Regelverstößen? Wie sichern wir die Nachtruhe? Wie gehen wir mit Alkohol um? Diese und weitere Fragen sind dabei zu klären.

Empfehlenswert ist es außerdem, vorab nötige organisatorische Vorkehrungen zu treffen: Zimmerbelegung, Dienste oder auch die „Aufsicht über Unterrichtsmaterialien/Spielgeräte“ — das alles kann im Voraus festgelegt werden. Sind die Schüler, zum Beispiel bei Museumsbesuchen oder während Städtereisen, eigenverantwortlich unterwegs, sollte auch die Zusammensetzung der Gruppen verbindlich vereinbart werden. 

Handy auf Klassenfahrt — ja oder nein?

Diese Frage sorgt für kontroverse Diskussionen nicht nur unter Lehrern: Manche Eltern pochen energisch auf die Erreichbarkeit ihrer Kinder, und besonders bei den Schülern ab Sekundarstufe I dürften mehrere „handyfreie Tage“ am Stück auf einigen Widerstand stoßen. Falls die Schüler die Handys zu Hause lassen müssen, sollte man den Eltern Alternativen anbieten: Die Lehrkraft könnte zum Beispiel ein Handy mitnehmen, auf dem die Eltern zu bestimmten Zeiten oder in dringenden Fällen anrufen können. Auch eine Rundrufliste könnte hilfreich sein.

Sind die Handys „an Bord“, sollten vorab bestimmte Zeiten für die Nutzung feststehen. Wichtig ist natürlich auch, dass die Schüler verstehen, dass sie zum Beispiel abends ihr Handy abgeben müssen (verschließbare Tütchen mit Namensaufkleber vorbereiten), damit die Nachtruhe gesichert ist.

Möglicherweise lassen sich die Schüler auch für ein „Experiment“ begeistern: „Wie geht es mir, wenn ich eine Woche ohne Handy lebe? Bin ich schon süchtig?“ Im SPIEGEL schildert eine 16-jährige Schülern ihre überraschenden Erfahrungen: „Die Woche war für mich ganz anders, als ich erwartet hatte. Ich habe gemerkt, dass es ohne Handy tierisch entspannend sein kann. Ich hatte viel mehr Zeit für andere Sachen, weil ich nicht andauernd aufs Display schauen musste.“

Martina Niekrawietz

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