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Klassenleitung

Tipps für einen 1-a-Start ins neue Schuljahr

Ein neues Schuljahr, die erste eigene Klasse — Tipps und praktische Hilfen erfahrener Lehrkräfte unterstützen frisch gebackene Klassenlehrerinnen dabei, einen guten Start hinzulegen und ein positives Lernklima zu schaffen.

Klassenleitung: Tipps für einen 1-a-Start ins neue Schuljahr Die erste 1. Klasse: Da kommt es darauf an, einen guten Start für alle vorzubereiten © Robert Kneschke - stock.adobe.com

Junglehrerin „isa1984“ übernimmt nach den großen Ferien erstmals eine eigene Klasse. Sie weiß, „wie wichtig der erste Eindruck ist, den die Schüler von der Lehrperson gewinnen.“ Gerne würde sie „sympathisch“ aber auch ‚gerecht‘ wirken“, schreibt sie in einem Lehrerforum. Aber was tun, wenn die Schüler schon am ersten Tag unruhig werden? Muss man bei Fehlverhalten „gleich sanktionieren“? Und wann sollten „Regeln eingeführt werden“? Schon am ersten Schultag?

Die erfahrenen Lehrkräfte der Community plaudern bereitwillig aus dem Nähkästchen: „ysnp“ weiß, dass „auffälliges Verhalten vor allem am Anfang bei Grundschülern eher ein ‚Auf sich aufmerksam machen wollen‘“ [sic!] ist. Deshalb versucht sie es in ihren neuen Klassen erst einmal mit der sanften Methode und verstärkt „nur positive, erwünschte Verhaltensweisen lobend“. Reicht das nicht, beginnt sie nach „ca. einer Woche (...) mit den Kindern zu reden“ und setzt „notfalls (...) dann doch klare Grenzen“. Lehrerin „ninniach“ spricht mit ihren neuen Klassen über die Rituale, Regeln und Sanktionen, die es schon gibt — ebenfalls eine wirklich gute Idee für die ersten Unterrichtstage: Die Lehrerin kommt mit der Klasse sofort ins Gespräch und signalisiert zudem, dass sie die Schüler ernst nimmt und jeden einzelnen von ihnen sieht. — Lehrerforen sind schon ‘mal eine gute Quelle für Ideen, und auch viele Lehrerblogs bieten Ihnen probate Ideen.

Die ersten Schultage in der ersten Klasse gestalten

Wie Isas Beitrag im Forum zeigt, bereitet insbesondere der erste Schultag in einer ersten Klasse so mancher Lehrkraft Kopfzerbrechen. Doch oft ist alles halb so wild, wie Grundschullehrerin Gisela Reinsch in ihrem Blog „Lernstübchen“ schildert: An ihrer Schule haben die Klassenlehrer nur eine Schulstunde lang mit ihren Erstklässlern. Den Rest des Tages verbringen die Kinder und ihre Eltern mit Gottesdienst und Begrüßungsfeierlichkeiten.

Auch Grundschullehrerin Katharina Naem teilt ihre „10 besten Tipps für den Schulstart“ mit den Lesern ihres Blogs  „Schulkater“: Namensschilder fertigt sie mit den Kindern nicht nur für den Tisch, sondern auch für Garderobe und Schließfächer an. Eine gute Idee: Auf jedes Namensschild klebt sie ein Bild von einem Tier, das mit dem jeweils gleichen Anfangsbuchstaben beginnt: Mia — Marienkäfer, Lian — Löwe usw.

Weitere Tipps: Rotieren bei der Sitzordnung, sodass jede Woche eine andere Reihe nach vorn kommt, die erste Infopost an die Eltern ihrer 1. Klasse zum Download, Empfehlungen für Rituale, Klassendeko, Klassentier- und Ordnungssysteme, der Blog „Schulkater“ ist für frisch gebackene Klassenlehrer in jedem Fall ein Gewinn.

Tag 1 in den Klassen 2, 3 und 4

Anfangsgottesdienst und Begrüßung durch die Schulleitung — das gibt es an vielen Schulen auch für die Schüler höherer Klassen. Hier sollten Lehrkräfte, die neu an eine Schule kommen und eine Klasse übernehmen, am besten im Vorfeld die jeweiligen Gepflogenheiten abklären.
Und falls Sie tatsächlich mit Ihrer Klasse den Großteil des Vormittags verbringen, wird die Zeit vermutlich trotzdem im Nu vergehen: „Nimm dir nur für die ersten Tage nicht zu viel vor“, rät „ivy81“ im oben verlinkten Lehrerforum. Für „recht sinnvoll“ hält sie eine „Runde ‚Klassenzimmererkundung‘“ mit den Kindern „und gleich mal Fragen dazu klären“. Auch schön: Die Kinder gestalten gemeinsam ein Klassenplakat für die Tür. Oder Sie bringen den Kindern etwas mit, „bei dem sich jedes Kind wiederfindet“, zum Beispiel einen Geburtstagskalender. „So hat jeder das Gefühl, meine Lehrerin hat schon an mich gedacht und kennt mich schon“, und das „freut sie total“, so Ivys Erfahrung (ebd.). — Zahlreiche weitere gute Anregungen für die ersten Tage mit den ABC-Schützen tragen übrigens auch die Kommentatoren zu Gisela Reinschs Beitrag (s. o.) bei.

Die Klasse kennenlernen

Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Lehrer und Schülern ist die Grundlage für ein lernförderliches Klassenklima, in dem sich die Kinder auch wirklich wohlfühlen. Eine gute Vertrauensbasis schaffen und die Schüler kennenzulernen — das ist deshalb auch für Lehrerbloggerin Jennifer Stier Tipp Nummer 1 für einen guten Start als Klassenlehrer.

Für Sie als Lehrkraft macht das nicht nur die gemeinsame Zeit mit den Kindern angenehmer, sondern auch den Umgang mit Eltern und Kollegen einfacher, so Jennifer Stiers Erfahrung als Mutter und Lehrerin: „Nur so kannst du dir sicher sein, dass sich deine Schüler bei Problemen auch an dich wenden und nicht alles über Eltern oder andere Lehrer kommuniziert wird“, schreibt sie in ihrem Blog „Mutti HEFT“.

Einige Kennenlernspiele für die ersten Schultage haben die Redakteure des sofatutor-Magazins auf ihrer Website zusammengetragen. — Kleiner Tipp: Mit den beiden Spielen „Namenskreis“ und „Der schnellste Namenskreis der Welt“ lernen Sie als Lehrkraft ganz schnell die Namen Ihrer Schüler.

Elternabend am besten möglichst früh

Auch wenn Sie in den ersten Wochen alle Hände voll zu tun haben mit Unterricht und Organisation, sollten Sie zu einem Elternabend einladen, empfiehlt Jennifer Stier. Schließlich möchten die Eltern „wissen, wem sie ihr Kind in der Schule anvertrauen“ (ebd.). Außerdem gibt Ihnen ein Treffen mit den Eltern Gelegenheit, ein gutes Verhältnis zu den Erziehungsberechtigten und den Elternvertretern aufzubauen, und das kann im Verlauf des Schuljahres „eine echte Entlastung“ sein.

Bei einem ersten Elternabend zu Beginn des Schuljahres legen Sie außerdem den Grundstein für eine konstruktive Erziehungspartnerschaft. Viele Eltern sind besonders dankbar für Anregungen und Tipps zu Themen mit Konfliktpotenzial: Wie klappt das am besten mit den Hausaufgaben? Wie schaffen wir es, Termine „gebacken“ zu bekommen oder Schulranzen und Schreibtisch in Ordnung zu halten? Mit den „10 Tipps zum Schulbeginn“ auf der Website lernfoerderung.de der Pädagogin und Familienberaterin Uta Reimann-Höhn steht Ihre Tagesordnung für den Klassenelternabend in kürzester Zeit.

Mit Checklisten alles im Griff

Wenn Sie als „Junglehrer“ plötzlich das volle Stundendeputat haben, eine Unmenge von neuen Kinder-, Eltern- und Kollegengesichtern — kann das allein schon recht anstrengend sein. Zusätzlich heißt es für Sie als Klassenleitung Rituale implementieren, Klassenregeln aufstellen und konsequent durchsetzen, das anfangs meist noch kahle Klassenzimmer gestalten und vor allem die vielen organisatorischen Aufgaben bewältigen. — Am besten klappt das alles mit ihrer persönlichen To-do-Liste. Als Grundlage können Sie zum Beispiel die Checkliste auf der Website „buntes Klassenzimmer“ verwenden, durch eigene Vorstellungen/Abläufen ergänzt.

Es lohnt sich auch, bei Kollegen nachzufragen, ob es bereits eine schulspezifische Checkliste für Klassenleiter gibt. Und hier in Ihrem Lehrerbüro finden Sie zum Beispiel Checklisten für Ihre Schüler („Schultasche packen“), für sich („AD[H]S: Elterngespräch“), Unterrichtsmaterialien, um gemeinsam mit Ihren Schülern das Klassenzimmer in einen Wohlfühlraum zu verwandeln, es sauber zu halten, Regeln und Dienste zu implementieren oder mit den Kindern Mappen, Kisten oder Fächer für ihre Materialien im Klassenzimmer einzurichten u. v. m. — Viel Spaß beim Stöbern!

Martina Niekrawietz

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