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LRS als Folge unpassender Lernbedingungen

Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten können viele Ursachen haben.
Häufig stimmen die individuellen Lernvoraussetzungen nicht. Lehrer müssen das stärker im Blick haben, um die Kernkompetenzen Lesen und Schreiben zu vermitteln.

LRS: LRS als Folge unpassender Lernbedingungen Zum Lernen benötigen Schüler einen geeigneten Arbeitsplatz. Eine Bank im Garten ist es sicherlich nicht © rimm7616 - Fotolia.com

Wenn ein Kind in der Grundschule das Lesen und/oder Rechtschreiben nicht so lernt, wie es eigentlich von ihm erwartet wird, kann das die unterschiedlichsten Ursachen haben. Je nach Veranlagung lernt jedes Kind auf die eine oder andere Weise besonders gut oder schlecht. Es gibt Kinder, die sich alles merken können, was sie hören, andere müssen es besprechen, aufschreiben oder lesen. Einige brauchen verständliche Erklärungen, andere lernen gut auswendig usw. Dieser Vielfalt wird der Unterricht in der Grundschule so gut es geht gerecht. Aber manche Kinder fallen durchs Raster.

Wissenslücken werden unbemerkt größer

Wenn beim Lernen Probleme auftauchen, wird ein Kind entweder nachfragen (Lehrer oder Eltern) und Hilfe bekommen oder selbst versuchen, damit zurechtzukommen. Dabei hat es Erfolg oder die Lücken werden größer. Ein Grundschulkind kann nicht unbedingt erkennen, dass es etwas nicht oder falsch verstanden hat. Es traut sich vielleicht auch nicht zuzugeben, wenn es etwas nicht begreift. So kann es passieren, dass es den Anschluss an die Klasse verliert. 

Wenn das beim Erlernen der Grundlagen für das Lesen und Schreiben geschieht, bedeutet es, dass alle darauf aufbauenden Lerninhalte nicht vollständig verstanden werden können. Da der geforderte Grundschulwortschatz begrenzt ist, gelingt es einem solchen Schüler vielleicht, durch fleißiges Lernen seine Defizite zu kompensieren. So bemerken leider weder Lehrkräfte noch Eltern, dass z. B. die Rechtschreibregeln nicht verstanden und daher nicht angewendet werden.

Ein Teufelskreis, aus dem Schüler schwer herausfinden

Diese „Taktik“ fällt allerdings spätestens in der 5. oder 6. Klasse auf, wenn fleißiges Auswendiglernen nicht mehr ausreicht, um auch unbekannte Wörter regelgerecht zu schreiben.  

Die Gründe dafür, dass Grundschüler in einen solchen Teufelskreis geraten, sind vielfältig. Hier einige Beispiele:

  • Häusliche Probleme: fehlende Unterstützung (auch Deutsch als Zweitsprache), familiäre Probleme (Scheidung, Tod von Angehörigen …), soziale Notlage, Umzug
  • Gesundheitliche Probleme: Probleme beim Sehen oder Hören, chronische oder akute Krankheit (Unterrichtsversäumnis wegen Krankheit)
  • Schulische Probleme: Schul-, Lehrerwechsel, unpassende Methode (nicht jeder lernt mit jeder Methode gleich gut), mangelndes Verständnis (durch Methode oder Versäumnis), mangelnde Übung (z. B. wegen häuslicher oder gesundheitlicher Probleme)

Die gesellschaftlichen Veränderungen wie Berufstätigkeit beider Elternteile, hohe Scheidungsrate, Migration usw. verändern auch das Lernumfeld der Kinder. Die Grundschullehrkräfte sehen sich immer neuen Herausforderungen gegenüber und sollen außerdem weiterhin den gewohnten Lernstoff vermitteln.

So ist es kein Wunder, dass bei immer mehr Fünftklässlern LRS „diagnostiziert“ wird. Aber ein Schüler der 5. Klasse wird kaum klar benennen können, weshalb er Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten hat, geschweige denn selbstständig eine Lösung für seine Probleme finden. Aufgabe der weiterführenden Schulen wird daher zunehmend sein, auch Rechtschreibkompetenzen zu lehren, nicht nur in speziellen Förderkursen. Werden schon in der Grundschule grundlegende Lerninhalte häufiger wiederholt, erhalten alle Schüler die Gelegenheit, Lücken zu schließen oder diese zumindest zu erkennen, um daran zu arbeiten. Beispiel: Wer die Einführung des „ie“ verpasst hat, merkt seine Unsicherheit bezüglich der i-Laute in den folgenden Monaten. Bei einer Wiederholung dieses Themas wird er daher besonders aufmerksam sein.

Uta Livonius

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