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Schulübergang

Eltern und Kinder auf den großen Schulwechsel vorbereiten

Der Übergang in Klasse 5 will frühzeitig geplant sein: Beratungsgespräche und die Übergangsempfehlungen für die Eltern, Informationen zu weiterführenden Schulen und die Vorbereitung der Schüler auf die neue Schule mit ihren neuen Anforderungen.

Schulübergang: Eltern und Kinder auf den großen Schulwechsel vorbereiten Ein Klassenfest, das die Kinder selbst gestalten, erleichtert den bevorstehenden Abschied © ChristArt - Fotolia.com

Eltern streben in der Regel eine frühzeitige Entscheidung für die weiterführende Schule ihrer Kinder an. Als Lehrer wird das Übergangsgespräch manchmal mit gemischten Gefühlen gesehen, wenn Elternerwartung und Lehrerberatung differieren. Für die meisten Kinder liegt die Wichtigkeit darin, mit Freunden in die neue Schule zu wechseln.

Aufgrund des Informationsbedarfs der Eltern und der beginnenden Informationsveranstal-tungen in den weiterführenden Schulen ist ein Elternabend in der Grundschule bereits Anfang Klasse 4 sinnvoll. Hier sollte der Lehrer mögliche Bildungsgänge für Kinder darlegen. Da viele Eltern auf das Abitur fixiert sind, können hier ebenfalls die Alternativen in Form von Fachabitur, den Möglichkeiten nach der Lehre etc. am besten in Form eines Schaubildes erläutert werden.

Bereits im Vorfeld sollte sich der Lehrer über die weiterführenden Schulen in der Region und deren Schulprofil informieren, um auch hier beraten zu können. Die Eltern sollten ebenfalls auf die Schulhomepages der Schulen und die Ankündigungen von Informationsveranstaltungen der weiterführenden Schulen in der örtlichen Presse hingewiesen werden.

Im Anschluss an den Elternabend folgenden dann die individuellen Beratungsgespräche, meist ab November, in denen der Lehrer in Absprache mit den Fachkolleginnen eine Übergangsempfehlung gibt. Die Anmeldung und Entscheidung für die weiterführende Schule treffen die Eltern. Der Anmeldeschluss ist in der Regel im Februar nach den Halbjahreszeugnissen.

Das Für und Wider für die geeignete Schulform

Gibt es eine einheitliche Meinung in der Empfehlung der Lehrerin und der Einschätzung der Eltern, sind die Beratungsgespräche angenehm. In der Regel finden sich aber immer Eltern, die ihr Kind unbedingt auf eine höhere als die empfohlene Schulform schicken möchten. Hier ist es für den Lehrer gut, bereits vorher eine Einschätzung der verschiedenen Bereiche vorgenommen zu haben und darlegen zu können:

Neben den schriftlichen Leistungen ist die mündliche Mitarbeit des Kindes ebenso wichtig wie das Arbeits- und Sozialverhalten. Die Noten zählen nicht allein, beim Übergang zum Gymnasium geht es beispielsweise im Arbeitsverhalten auch um die selbstständige Bearbeitung von Aufgaben, den Transfer, zügiges, konzentriertes und strukturiertes Arbeiten. Ebenso ist die Motivation zum Lernen und die Bereitschaft, Lerninhalte zu Hause zu wiederholen, aufzuarbeiten und vorzubereiten von Bedeutung.

Im Sozialverhalten spielt die emotionale Stabilität und Selbstvertrauen eine große Rolle, wenn die Leistungen in höheren Klassen nicht mehr so konstant perfekt sind wie in der Grundschule. Ebenso Teamfähigkeit, Konfliktlösefähigkeit, Empathie und Hilfsbereitschaft sind hier gefragt.

All diese Voraussetzungen sollten mit den Eltern erörtert werden, denn gravierende Schwächen in vielen der genannten Bereiche sind oft ein Argument für die Eltern, eine Überforderung des Kindes zu vermeiden und der empfohlenen Schulform des Lehrers zuzustimmen. Doch letztendlich liegt die Entscheidung bei den Eltern. Differiert die Lehrerempfehlung mit der Elternentscheidung, findet oft ein erneutes Elterngespräch statt, bevor die Anmeldung abgegeben werden muss.

Kooperation mit der weiterführenden Schule durchaus erwünscht

Um für die Kinder den Übergang fließend zu gestalten, bietet sich bereits in Klasse 4 eine Kooperation mit der/den weiterführenden Schule/n an. Ein gemeinsamer Schulrundgang ist für die Kinder an der neuen Schule ebenso spannend wie die Lehrer dort kennenzulernen.

Eine Schulstunde mit einem Lehrer der weiterführenden Schule am neuen Schulort ist daher ebenso denkbar wie der Besuch eines Lehrers von dort an der Grundschule, um Fragen zu beantworten. Wenn aufgrund der Vielzahl der Schulen keine gemeinsame Aktion der gesamten Klasse möglich ist, bieten viele Schulen „Schnuppertage“ für die Kinder an, an denen sie in der Grundschule vom Unterricht befreit werden und ihre mögliche neue Schule besuchen, an der sie ein kleines Unterrichtsprogramm erwartet. Auch ein „Tag der offenen Tür“, den viele weiterführende Schulen anbieten, ist für die Familien empfehlenswert.

Von vielen Eltern wird es positiv bewertet, wenn sich eine Kooperation mit den Kollegien der weiterführenden Schulen entwickelt, um den Unterrichtsstoff fließend zu gestalten. Die gemeinsame Erstellung eines Minimalcurriculums (gerade für Fremdsprachen oder  Sachunterricht, in denen die Unterrichtseinheiten etwas variabler gestaltet werden), eignet sich für eine gemeinsame Konferenz oder einen gemeinsamen pädagogischen Tag.

Ist ein Kontakt zwischen den Lehrern und Schulen erst einmal hergestellt, kann es sinnvoll sein, Informationen zu den Kindern weiterzugeben, um den Übergang zu erleichtern. Bei einem kurzen Treffen können sich die Lehrkräfte über die Stärken und Schwächen der Kinder austauschen. Ob allerdings immer Zeit dafür bleibt, mag dahingestellt sein.

Den Abschied von der Grundschule  einfühlsam gestalten

Der Abschied ist für die meisten Kinder mit gemischten Gefühlen verbunden: Einerseits freuen sie sich auf das kommende Neue, endlich zu den „Großen“ zu gehören und sind gespannt. Andererseits verlassen sie das Vertraute: ihre alten Lehrer und vielleicht auch die Freunde.

Um den bevorstehenden Abschied für alle — Lehrer, Kinder und Eltern — möglichst einfühlsam zu gestalten, sollen hier einige Aktionen und Ideen vorgestellt werden:

  • Eine nette Erinnerung ist ein Abschiedsheft. Hier können Kinder Anekdoten und Erinnerungen ihrer Grundschulzeit eintragen. Steckbriefe der Klassenkameraden ergänzen das Heft zu einem Schatz der Grundschulzeit.
  • Als Abschied mit der Lehrerin kann ein Spielenachmittag, eventuell mit einer anschließenden Lesenacht, geplant werden.
  • In der Regel wünschen sich die Eltern eine Abschiedsfeier. Von den Elternbeiräten/Elternvertretern geplant, bietet sich im Sommer ein Grillfest, eine gemeinsame Eltern-Kind-Wanderung mit Picknick oder eine Radtour an.
  • Vielleicht bereiten Eltern und Lehrer zusammen eine Fotoshow oder ein Fotobuch mit den Eindrücken aller vier Grundschuljahre vor, das den Kindern als Erinnerungsgeschenk überreicht wird.
  • Auch ein Abschieds-T-Shirt mit einem Klassenfoto (eventuell Foto von früher und heute) ist beliebt.

Irgendwann ist es dann so weit: Die neue Schule ist ausgewählt und der letzte Schultag in der alten Schule steht bevor. Wenn schließlich an diesem Tag die anderen Schüler der Schulgemeinde die Kinder mit einer „Ausschulungsfeier“ mit Liedern, Gedichten oder einer kleinen Theateraufführung ähnlich wie bei der Einschulungsfeier verabschieden, bleibt der Abschied von der Grundschulzeit für alle sicher in guter Erinnerung.

Marion Keil

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