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Mediensicherheit

Elternabend: Damit sich Ihr Kind nicht im Netz verfängt

Digitale Medien haben längst im Kinderzimmer Einzug gehalten. Dennoch sind viele Eltern von Grundschülern unsicher, wie sie damit umgehen sollen. Ein Elternabend zum Thema Medien sorgt für Sicherheit auf allen Seiten.

Mediensicherheit: Elternabend: Damit sich Ihr Kind nicht im Netz verfängt Damit sie wissen, was ihre Kinder im Internet sehen und tun, sollten Eltern genauer hingucken © Africa Studio - Fotolia.com

Wer sein Kind vor etwas schützen möchte, muss die Gefahren realistisch einschätzen können. Im Bereich der digitalen Medien scheitert das oft an mangelnden Kenntnissen über die Möglichkeiten und vor allem über die zahlreichen Risiken im Netz, die den Kindern beim Surfen, Spielen und Chatten begegnen. YouNow, Sexting, Cybermobbing, Gewalt- und Pornodarstellungen — allzu freizügiger Umgang mit Daten und die daraus resultierenden Gefahren (sexueller Missbrauch, Mobbing, Viren etc.). Diesen immensen Gefahren sollte man unbedingt einen Elternabend widmen, um im besten Fall gemeinsam zu beraten, wie man als Eltern vorgehen sollte. Denn die Unsicherheit ist groß.

Einen Crash-Kurs per E-Mail bietet das „30-Tage-Programm SCHAU HIN, was dein Kind mit Medien macht“. Im Abstand von zwei Tagen bekommen die Eltern hier nach Altersgruppen differenzierte Tipps, wie sie gemeinsam mit ihren Kindern die Medien entdecken können und wo sie unbedingt Grenzen setzen sollten.

Vorab — vielleicht auch direkt gemeinsam mit den Eltern beim Klassenelternabend — zeigt ein Elterntest mit 10 kurzen Fragen, welche Rolle die digitalen Medien für jeden einzelnen persönlich und im Alltag der Familie spielen. Die Auswertung verweist dezent auf Wissensdefizite („Typ Medienentdecker“) und animiert dazu, sich beim Trainingsprogramm „Eltern, macht euch medienfit“ anzumelden.

Technische Schutzmaßnahmen für einen kindersicheren PC

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um einen PC oder ein Laptop kindersicher zu machen. Das Webportal „Surfen ohne Risiko“ des Bundesfamilienministeriums bündelt Tipps und Informationen, wie Eltern und natürlich auch Lehrer bei den Schul-PCs sichere technische Voraussetzungen schaffen können:

1. Ein eigenes Benutzerkonto für das Kind einrichten

Verständliche Anleitungen dazu bietet für einige gängige Betriebssysteme die Website klicksafe.de. Damit können Zeitlimits festgelegt werden, die genau regeln, wann und wie lange das Kind am Computer sitzen darf. Auch kann fest definiert werden, welche Spiele das Kind spielen darf und welche Programme es nutzen kann. Wichtig: Der PC muss frei von Schadsoftware sein und natürlich macht ein eigenes Kinderkonto nur Sinn, wenn die Benutzerkonten der Erwachsenen passwortgeschützt und somit für die Kinder nicht zugänglich sind.

Informationsmaterial zur Mediensicherheit

Natürlich kann ein einzelner Elternabend zu der sehr komplexen Thematik Mediensicherheit unmöglich alle Fragen erschöpfend behandeln. Impulse für weitere relevante Aspekte einer medienpädagogischen Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern bietet die Website klicksafe.de.

Hilfreich für Lehrkräfte zur Vorbereitung dieses Elternabends sind zudem die Handreichungen „Elternabende Internet + Handy“, „Internetkompetenz für Eltern — Kinder im Netz sicher begleiten“, ebenfalls auf dieser Website zu finden.

2. Kinderschutzsoftware

Für dieses Benutzerkonto kann dann eine Kinderschutzsoftware installiert werden, die idealerweise mit der fragFINN-Whitelist verbunden ist: Das gewährleistet einen geschützten Surfraum, in dem nur solche Websites aufgerufen werden können, die von dem medienpädagogischen fragFINN-Team redaktionell geprüft wurden. Diese Liste wird laufend aktualisiert und ergänzt.

Für sichere Internetnutzung zu Hause und in der Schule sorgt auch der KinderServer. Er kann nach der Installation mit einem Klick aktiviert (und mit einem Passwort von Erwachsenen auch ganz einfach wieder abgeschaltet) werden. Im sicheren Surfmodus bewegen sich die Kinder dann auf rund 11.000 geprüften Kinderseiten, wovon alle profitieren: Die Eltern können getrost auf Kontrollbesuche im Kinderzimmer verzichten, während die Kinder sich frei im Netz bewegen dürfen. — Eine gute Sache, auch für Computerräume etc. in schulischen Einrichtungen.

Für ältere Kinder und Jugendliche gibt es ebenfalls spezielle Programme: Das staatlich anerkannte JusProg etwa filtert Webseiten („FSK 6“ bis „FSK 16“ einstellbar) und gestattet die Einrichtung von Zeitlimits, ganz ähnlich wie die T-Online Kinderschutz-Software.

Die Website der Initiative „sicher online gehen“ informiert über altersgerechte Kinder- und Jugendschutzprogramme, unter anderem mit dem kurzen Video „Schützen Sie Ihre Kinder im Internet — Jugendschutzprogramme“, das genau erklärt, wie Schutzsoftware arbeitet (technische Alterslabel, Black Lists, White Lists und intelligente Filter) und sich auch gut als Einstieg ins Thema Mediensicherheit eignet.

3. Startseite auswählen, Favoriten anlegen

Attraktive Kinderstartseiten lenken die kleinen User gleich in richtige Bahnen, z. B. MeineStartseite. Hier finden die Kids Video- und TV-Empfehlungen, Klick-Tipps, immer wieder neue Spiele und betreute Chats, in denen sie im geschützten Raum erste Erfahrungen mit dem Austausch in sozialen Medien sammeln können. Gemeinsam mit ihren Kindern können die Eltern besonders interessante oder attraktive Kinderseiten bookmarken, zum Beispiel die Kindersuchmaschine blinde-kuh.de, die spannende und interaktive Seite der „Sendung mit der Maus“ oder Kinder-Geschichten nonstop auf der Website sandmaennchen.de. Auch können Webseiten manuell zugelassen werden.

4. Kindermails

Bei diesen Mailaccounts, zum Beispiel bei grundschulpost.de, müssen Eltern oder Lehrkräfte die Kinder anmelden. Der Vorteil: Schutzvorkehrungen und Spam-Filter verhindern, dass die Kinder von Fremden belästigt werden.

Natürlich greifen all diese Schutzmaßnahmen nur, wenn der Computer durch laufend aktualisierte Antivirenprogramme oder Firewalls geschützt ist. Für den Heimgebrauch gibt es auch gute kostenlose Programme im Internet. Hier können Sie sich auch über die Testsieger informieren.

Martina Niekrawietz

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