Fach/Thema/Bereich wählen
Sicherer Schulweg

Rollerfahren: Was Eltern wissen wollen

Für viele Eltern eine große Frage: Soll mein Kind mit dem (Tret-)Roller zur Schule fahren? Ein Elternabend dazu hilft Eltern bei der Entscheidung, gibt viele zusätzliche Infos — und stärkt das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrerin und Eltern.

Sicherer Schulweg: Rollerfahren: Was Eltern wissen wollen Damit Kinder sicher mit dem Roller in die Schule kommen, ist ein kleines Rollertraining hilfreich © Irina Schmidt - stock.adobe.com

„Mit dem Roller zur Schule fahren — ok oder nicht?“ Diese Frage wird in Elternforen immer wieder kontrovers diskutiert. Manche Eltern trauen es ihren Kindern ohne Vorbehalt zu, andere möchten — oft auch aus versicherungstechnischen Gründen — lieber warten, bis die Kids in der vierten Klasse den Fahrradführerschein gemacht haben.

Vermutlich würde ein Elternabend zum Thema Rollerfahren bei Müttern und Vätern Ihrer Schüler großen Anklang finden. Der folgende Beitrag gibt Ihnen das nötige Hintergrundwissen und Informationsmaterialien für die Eltern an die Hand.

Augen auf beim Rollerkauf

Eine gut funktionierende Hinterradbremse und eine Klingel — das ist die Grundausstattung eines verkehrssicheren Tretrollers. Auch ein verstellbarer Lenker ist obligatorisch, wobei viele Eltern den Lenker zu hoch einstellen. Faustregel für die richtige Lenkerhöhe: „Wenn der Unterarm auf dem Lenker liegt, sollte er im Neunzig-Grad-Winkel zum Oberarm stehen (wenn das Kind auf dem Roller steht).“ (ebd.)

Worauf die Eltern sonst noch beim Kauf achten sollten, fasst die Website der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. zusammen: Eine dicke Bereifung „federt besser und verzeiht Unebenheiten“, Schutzbleche vorn und hinten schützen bei Nässe vor Spritzern. Dazu ein rutschfestes Trittbrett, ein mehrfach beschichteter, schlagfester Rahmen und Schutzklappen über den Schrauben — das alles trägt zur Sicherheit des Kindes bei. Auch ein Seitenständer ist praktisch, dann stolpert garantiert niemand über einen am Boden abgelegten Roller.

In regelmäßigen Abständen von 2–4 Wochen sollten die Eltern die Bremsen, die Schrauben, Scharniere und Muttern sowie die Räder kontrollieren.

Schutzausrüstung: Helme sind wichtig

Kinder sollten natürlich beim Rollerfahren einen Helm mit Kinnriemen tragen. Bei der Wahl der richtigen Größe und beim Anpassen helfen die Tipps auf der Website der „BAG Mehr Sicherheit für Kinder e. V.“ (Unter „Häufige Fragen“ auf der oben verlinkten Seite). Dass Kinderhelme gleich ausgetauscht werden müssen, wenn sie einmal auf den Boden gefallen sind, stimmt übrigens nicht: Nur bei gravierenden Schäden, zum Beispiel an der geschäumten Innenschale oder nach einem Unfall, bei dem das Kind bei einem Sturz mit dem Helm Bodenkontakt gehabt hat, geht die Schutzwirkung verloren. (ebd. unter „Häufige Fragen: Wann sollte ein Kinderhelm ersetzt werden?“)

Die Gesundheitsexperten der Unfallkassen empfehlen neben Helmen auch reflektierende Kleidung, Reflektoren am Schulranzen und Schoner für Ellbogen und Knie.

Roller und Straßenverkehrsordnung

Rechtlich gesehen sind Roller „keine Fahrzeuge im Sinne der Straßenverkehrsordnung (StVO)“ (ebd.). Das heißt, es gelten für Rollerfahrer dieselben Vorschriften wie für den Fußgängerverkehr. Das Video „Sicher zur Schule: Mit Roller und Rad“ hier im Lehrerbüro bringt das Wichtigste (ab min 0:45) auf den Punkt: Man muss mit dem Roller auf dem Gehweg fahren und darf weder die Straße noch den Fahrradweg benutzen. Sobald das Kind die Straße überquert, zum Beispiel an einer Ampel oder auf einem Zebrastreifen, heißt es absteigen und schieben. Falls kein Gehweg vorhanden ist, darf auch die Straße zum Fahren benutzt werden. Auch in verkehrsberuhigten Bereichen und Fußgängerzonen sind Roller zulässig.

Auf die Fußgänger ist Rücksicht zu nehmen. Das heißt vorausschauend und aufmerksam fahren und nur so schnell, dass man bei einem plötzlich auftauchenden Hindernis rechtzeitigen zum Stehen kommt. — Für Grundschüler eine durchaus nicht immer leichte Aufgabe.

Erst üben, dann eigenständig fahren

Plötzliches Bremsen, richtiges Einschätzen des Bremsweges, die Geschwindigkeit anpassen, die Grundregeln des Straßenverkehrs beachten — dafür brauchen die Kinder in jedem Fall ein paar Übungseinheiten. Das Bayerische Kultusministerium rät Eltern in dem Flyer „Mit dem Roller zur Schule?“, den Schulweg schon vor Schulbeginn zu planen und „insbesondere auch ggf. notwendige Straßenüberquerungen im Vorfeld“ zu besprechen. Noch besser ist es, wenn die Eltern mit ihrem Kind den Schulweg üben. Dann können sie auch besser abschätzen, ob ihr Kind die notwendigen physiologischen Voraussetzungen fürs Rollerfahren auf dem Schulweg mitbringt. Besonders auch bei unvorhergesehenen Ereignissen: Da gilt es dann zum Beispiel zu hören, aus welcher Richtung Geräusche kommen, um Gefahren rechtzeitig zu erkennen oder in einer unvorhergesehenen, riskanten Verkehrssituation schnell zu reagieren und dabei richtig zu handeln.

Der oben verlinkte Flyer bietet übrigens noch weitere interessante Sicherheitshinweise für die Eltern, zum Beispiel diesen: „Kleine Rollen und die ungleichmäßige Gewichtsverteilung durch den Schulranzen können die Stabilität und Sicherheit beim Fahren einschränken. Insbesondere beim Überqueren von Bodenunebenheiten oder Schienen besteht ein erhöhtes Sturzrisiko.“ (ebd.) Dazu ergänzend noch ein Sicherheitshinweis des ADAC: „Bis zu einem Alter von acht Jahren“ können Kinder „Geschwindigkeiten und Entfernungen oft nicht richtig einschätzen, ihre Reaktionszeit ist länger“. Dadurch seien Schulanfänger besonders gefährdet. Eltern sollten den Nachwuchs deshalb immer wieder auf dem Schulweg begleiten und „auf gefährliche Stellen wie Straßenkreuzungen, Gullydeckel sowie andere Stolperfallen hinweisen.“ (ebd.)

Versicherungsschutz auch ohne Fahrradführerschein

Wie eingangs erwähnt befürchten viele Eltern, dass Kinder erst nach Erwerb des Fahrradführerscheins versichert sind, wenn sie mit dem Roller zur Schule fahren. Doch das stimmt nicht: Grundsätzlich sind Schulkinder auf dem Weg in die Schule und von dort zurück über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt, zitiert die Tageszeitung WELT Bianca Boss vom Bund der Versicherten in dem Beitrag „So ist Ihr Kind auf dem Schulweg versichert“. Ob das Kind „mit dem Fahrrad, Roller, Skateboard oder auf Inline-Skates zur Schule“ kommt, sei dabei „egal“. (ebd.)

Versicherungsschutz besteht jedoch nur auf dem direkten Schulweg. Bei einem kleinen „Abstecher oder Umweg, etwa in einen anderen Stadtteil, um sich nach der Schule mit einem Freund (...) zu treffen“, gelte der Versicherungsschutz nicht mehr. Für diesen Fall empfiehlt sich der Abschluss einer zusätzlichen privaten Unfallversicherung.

Martina Niekrawietz

Dazu passender Ratgeber

Mehr zu Ratgeber Elternarbeit
Cookies nicht aktiviert

Ihr Browser akzeptiert derzeit keine Cookies.

Wenn Sie das Lehrerbüro in vollem Umfang nutzen möchten, dann muss in Ihrem Browser die Nutzung von Cookies erlaubt sein.

Was Cookies genau sind und wie Sie die Browser-Einstellungen ändern können, erfahren Sie auf dieser Seite: Cookies nicht aktiviert

×