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Kommunikation und Teilhabe

So gelingt gute Elternarbeit

Damit gute Elternarbeit und Schule gelingt, ist ein stetiger, von Wertschätzung getragener Informationsaustausch zwischen Lehrern und Eltern ebenso wichtig wie die mögliche Mitarbeit der Eltern bei Schulprojekten.

Kommunikation und Teilhabe: So gelingt gute Elternarbeit Ein wertschätzender Ausstausch zwischen Lehrer und Eltern sorgt für ein gutes Schulklima © contrastwerkstatt - Fotolia.com

„Wie präsentiere ich am Elternabend meine Inhalte, ohne dass die Eltern nur passive Zuhörer sind und gelangweilt dasitzen?“ Oft ist in Elternkreisen der Elternabend des Kindes zwar eine Pflichtveranstaltung, doch nicht sehr beliebt. Es liegt in der Hand des Lehrers ihn interessant und informativ zu gestalten. Dazu gehört eine nette Atmosphäre. Schon zu Beginn beim Hereinkommen können ausgelegte Kinderprodukte die Eltern über die Arbeit in der Klasse informieren. Ein Übersichtsplan über die Tagesordnungspunkte, Namenskarten sowie Schreibmaterial an den Plätzen sind genau wie kalte alkoholfreie Getränke und Kekse gern gesehen. Der Elternabend sollte ebenso wie der Unterricht mit den Kindern mit Phasenwechseln gestaltet sein, denn einem Lehrermonolog können die Eltern über eine lange Zeit schwer folgen. Deshalb sollten die Inhalte, wenn möglich, durch Visualisierung zuhörerfreundlich aufbereitet werden. Warum nicht eine PowerPoint-Präsentation zu den Unterrichtsinhalten oder Plakate zu den Leistungsanforderungen vorstellen?

Elternabende — informativ von Anfang an

In neu zusammengesetzten Klassen sollte am ersten Elternabend eine Vorstellungsrunde zu Beginn erfolgen. Hier kann neben dem Nennen des Kindernamens auch die Fragestellung: „Wie fühlt sich mein Kind in der neuen Klasse, was erwartet es?“, thematisiert werden.

Thematisch sind folgende Dinge für die Eltern interessant:
Beim Elternabend vor Schulbeginn, evtl. gemeinsam mit den Kindergärten, sind es die Schulvoraussetzungen. Hier ist es wichtig, die Eltern darüber aufzuklären, dass nicht Schreiben, Lesen und bis 100-Zählen von der Schule erwartet werden, sondern Basisfähigkeiten. Ein Handout mit Fördermöglichkeiten zu den Bereichen Artikulation und Erzählfähigkeit, auditive Merkfähigkeit, Rhythmik, Konzentration und Ausdauer, Mengenerfassung, Motorik, Körper- und Raumwahrnehmung sowie sozial-emotionale Kompetenz ist hier sinnvoll und kann durch Erzieherinnen und Eltern am Abend erstellt oder ergänzt werden.

In weiteren Elternabenden sind für Eltern die Unterrichtskonzepte und -inhalte, die Hausaufgaben-Regelung, die Leistungsanforderungen, Ausflüge, Fahrten und Termine interessante Themen. Auch Regeln und Rituale der Klasse sollte der Lehrer vorstellen, damit dies zu Hause aufgegriffen und besprochen werden kann. Oft bieten Schulen auch thematische Elternabende an. Spannende Themen sind hier Gewaltprävention, Medienerziehung, LRS und Dyskalkulie.

Auf dem Elternabend zum  Ende der Grundschulzeit interessiert Eltern am meisten, welche Möglichkeiten und welche weiterführenden Schulen sich für ihr Kind bieten. Da die Bildungswege heute so vielfältig sind, ist eine Übersicht über mögliche Richtungen wie Lehre, Fachabitur, Abitur und die verschiedenen reinen und gemischten Schulformen sinnvoll. Zu allen Schulen der Umgebung sollte der Name und evtl. einzelne Besonderheiten an Fachspezifikationen etc. genannt werden. Dieser Beratungselternabend sollte schon zu Beginn des 4. Schuljahres erfolgen, damit auf die Elternabende und Informationsveranstaltungen der weiterführenden Schulen ab November hingewiesen werden kann.

Elternbriefe schaffen Transparenz und Klarheit

Bewährt hat sich in der Grundschularbeit zur Information der Eltern, sie kontinuierlich über Lerninhalte und Termine auf dem Laufenden zu  halten. Da Elternabende meist nur halbjährlich und mit großer Informationsflut stattfinden, bieten es sich gerade in den Klassen 3 und 4 an, zu Lerninhalten und Tests zu informieren, weil in diesen Jahrgangsstufen viele schriftliche Leistungsnachweise gefordert werden.

Das Schreiben der Briefe bedeutet zwar Mehrarbeit für den Lehrer, ist aber durchaus sinnvoll. Hier werden beispielsweise von Ferien zu Ferien kurz Unterrichtseinheiten dargestellt und dazu geplante Leistungsüberprüfungen wie Klassenarbeit oder Lernkontrolle bereits angekündigt. Ebenso erscheinen Termine im Brief in kompakter Übersicht. Der Vorteil: Die Eltern sind zum einen informiert und können ihr Kind beim Lernprozess wissend begleiten, zum anderen sind Eltern über alle Themen ihres Kindes frühzeitig in Kenntnis gesetzt und haben alle Informationen schriftlich zum Nachschauen zur Hand.

Elterngespräche — mit Empathie und zielführend

Neben der Information stellt die Beratung der Eltern ein großes Themen- und Aufgabenfeld dar. Jährlich werden Elternsprechtage angeboten, um mit Eltern, gegebenenfalls auch den Kindern, Leistungsbeobachtungen und eventuelle Fördermaßnahmen abzustimmen. Sind diese Gespräche in der Wahrnehmung beider Seiten gleich und somit einvernehmlich, können schnell gemeinsam Ziele für die Weiterarbeit zu Hause und in der Schule abgesteckt werden. Dies ist meist bei leistungsstärkeren Kindern der Fall.

Schwierigere Elterngespräche finden meist dann statt, wenn Kinder Probleme mit den Leistungsanforderungen oder dem Sozialverhalten haben. Die versuchte sachliche Schilderung der Lehrerin trifft hier auf emotionale Befindlichkeiten der Eltern. Die Beobachtungen und Probleme ihres Kindes werden oft als Schuldzuweisung an die Eltern und ihre Erziehung missverstanden. Hier sind Geschick im sprachlichen Umgang miteinander und Empathie gefragt.

Um die Eltern mit ins Boot zu holen, muss hier einfühlsam vorgegangen werden. Die Tatsache, dass es um das Wohl des Kindes und eine gemeinsame Lösung ohne Schuldzuweisung geht, muss im Gespräch zunächst deutlich gemacht werden. Um zu diesem Ziel zu kommen, sind hier Kommunikationsstrategien hilfreich. Einleitend in das Gespräch sollte der Lehrer nach einer freundlichen Begrüßung sogenannte „Türöffner“, annehmbare Sätze zur Gesprächseröffnung, verwenden wie: „Wir wollen heute gemeinsam schauen, wie wir Max im Lernen in Deutsch und Mathematik unterstützen können!“

Um diese Gemeinsamkeit im Gespräch weiter zu unterstreichen, ist die bewusste Herstellung eines Rapports  (eine Anpassung an das Gegenüber) durch den Lehrer hilfreich. Er kann sowohl die gleiche Körperhaltung einnehmen als auch die gleichen Worte der Eltern in seinen Ausführungen wiederholen. Dies schafft eine Atmosphäre von Wertschätzung und führt in der Regel leichter zum Ziel mit verbindlich und realistisch getroffenen Fördermaßnahmen im Sinne des Kindes. Am Ende des Gespräches sind eine Zusammenfassung der besprochenen Inhalte und eine schriftliche Fixierung, eventuell mit der Festlegung eines erneuten Gesprächstermins, hilfreich.

Elternmitarbeit durchaus erwünscht

Elternmitarbeit ist an vielen Stellen in der Schule möglich: Am meisten werden Eltern als Begleiter für Ausflüge und Klassenfahrten genutzt. Doch auch die Mithilfe beim Schulfest, bei Bundesjugendspielen, Obstausgabe, Lesepausen, Projektwochen, Vorlesestunden und mehr bereichern die Schulangebote und -aktivitäten.

Haben Eltern regelmäßig Zeit, ist bereits ab Klasse 1 eine zusätzliche Lesestunde einzelner Eltern mit einer Kleingruppe an Kindern für den Leseprozess sehr unterstützend. Als weitere AGs können neben Theater, auch Schulhofbemalung oder die Betreuung einer Schülerzeitung für Eltern möglich sein. Auch besondere Fähigkeiten der Eltern in zum Beispiel Sportdisziplinen (hier nur mit Trainerlizenz!), kreativen, musikalischen oder künstlerischen Bereichen können als AGs initiiert werden – und haben für die Schule unschätzbaren Wert.

Gerade Väter spricht man an, wenn es darum geht, als „Experte“ in die Schule zu kommen und zu einem Spezialgebiet zu referieren oder über den Beruf zu berichten. Ein Aushang zum Eintragen der Elternexperten in der Klasse macht diese Bereicherung des Schulalltags überschau- und einplanbar.

Marion Keil

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