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Mediennutzung

YouTube? Für Kids unter 10 tabu!

Bereits Kids tummeln sich auf YouTube und sehen dort Inhalte, die nicht für Sie bestimmt werden. Das wirkt sich auch auf die Schule aus. Ein Elternabend bietet Raum, über den Umgang mit Medien zu sprechen und zu informieren.

Mediennutzung: YouTube? Für Kids unter 10 tabu! Es gibt Inhalte bei YouTube, die sollten Kinder sich besser nicht ansehen © amixstudio - stock.adobe.com

Sie kennen das bestimmt: Morgens berichten einige Kinder von den neuesten Videoclips, die sie auf YouTube gesehen haben. Und das ist nicht immer kindgerecht und auch die Mitschüler werden neugierig, die bisher wenig Erfahrung mit YouTube haben … Aber ist YouTube bereits etwas für Grundschüler? — Eher nicht und dafür sollten Sie alle Eltern sensibilisieren, nicht nur diejenigen, deren Kinder davon berichten.

Denn: Ein vernünftiger Umgang mit Medien beginnt im Elternhaus. Das gilt sowohl für Nutzung und Konsum als auch für die Selbstinszenierung der Kinder und Jugendlichen im Netz. Doch viele Eltern von Grundschulkindern sind in puncto Medienerziehung überfordert, wie aktuelle Studien der letzten Jahre zur YouTube-Nutzung zeigen: Demnach bewegen sich etwa 30 Prozent der Kinder im Grundschulalter auf YouTube. 17 Prozent der Kinder von 6 bis 9 Jahren dürfen sogar bereits „allein ohne Aufsicht im Internet surfen/Apps benutzen“ (ebd., Folie 13, Quelle: KinderMedienStudie 2019, SW. 48). Und bei 36 Prozent der Jungen und bei 30 Prozent der Mädchen im Alter von 6 bis 9 Jahren ist YouTube bereits das beliebteste Webangebot (ebd., Folie 49, Quelle: Trend Tracking Kids 2019, S. 204–205).

Doch wie können Eltern verhindern, dass ihr Kind im Netz mit Pornografie oder Gewaltszenen konfrontiert wird? Gibt es Alternativen zu YouTube? Wie viel Medienzeit ist angemessen? Und wie begleitet und beschützt man sein Kind auf dem Weg zum mündigen User? In diesen Fragen suchen viele Eltern kompetente medienpädagogische Beratung. — Für Sie als Lehrkraft ist das eine gute Gelegenheit, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen.

Der folgende Beitrag unterstützt Sie dabei mit Informationen, Anregungen und Materialien für einen — sicherlich gut besuchten — Elternabend.

Alternativen zu YouTube für Kids unter 10

Wenngleich sich viele Videoclips auf YouTube an Kinder richten, sollten Kinder unter 10 Jahren keinesfalls unbeaufsichtigt auf YouTube surfen: „YouTube ist keine Plattform für Kinder und die meisten Inhalte sind nicht kindgerecht“, so die Medienpädagogen der EU-Initiative „klicksafe“. Sie präsentieren auf Ihrer Seite eine kommentierte Linkliste mit kindgerechten YouTube-Alternativen, die den Kindern geschützte Medienräume bieten, in denen sich die jungen Nutzer gefahrlos frei bewegen können.

Falls Sie über einen Beamer verfügen, stellen Sie den Eltern einfach entsprechende Webangebote vor: zum Beispiel die Kindersuchmaschine „Blinde Kuh“ oder einige der Mediatheken und Apps der öffentlich-rechtlichen TV-Sender.

Es gibt sogar eine Videoplattform, wo die Kinder eigene kurze animierte Clips und Videos erstellen und hochladen können. — Das Gute an „Juki“: „Alle Angebote (...) werden medienpädagogisch begleitet und durch die Redaktion vorgeprüft“ (klicksafe, Link s. o.). Hier können die Eltern also sicher sein, dass „alle (...) Beiträge auch für Kinder geeignet sind“ (ebd.).  

Google Family Link: schädliche Inhalte filtern

Sobald Kinder ein eigenes Smartphone haben, wird es für Eltern zunehmend schwerer zu kontrollieren, was ihre Kinder „sich so reinziehen“. Mit der kostenfreien App „Google Family Link“ können Eltern jedoch „die mobile Nutzung von Google-Diensten durch ihr Kind regulieren“. Damit lassen sich z. B. Apps und Webseiten freischalten oder sperren oder auch Nutzungszeiten festlegen. (Vgl. dazu die Unterrichtsbroschüre „Kosmos YouTube“, S. 7).

Auch mit der Einstellung „Eingeschränkter Modus“ bei YouTube lassen sich nicht jugendfreie Inhalte ausblenden. Doch Vorsicht: „Kein Filter ist 100 % zuverlässig“, warnen die Autorinnen der Unterrichtsbroschüre „Kosmos YouTube“ (ebd.).

Handout: Internet-Tipps für Eltern

Viele Eltern von Grundschulkindern wissen nicht, wie sie ihre Kinder vor Gefahren schützen und beim Lernen eines umsichtigen Nutzungsverhaltens unterstützen können. Hier hilft der klicksafe-Flyer „Internet-Tipps für Eltern“, den Sie hier nicht nur in deutscher, sondern auch in türkischer, russischer und arabischer Sprache herunterladen bzw. bestellen können. Die insgesamt acht Hinweise bringen die wichtigsten Informationen für Eltern auf den Punkt: Wie unterstütze ich etwa meine Kinder dabei, in die Medienwelt hineinzuwachsen? Wie richte ich meinem Kind auf dem Familiencomputer ein Benutzerkonto mit eingeschränkten Zugriffsrechten ein? Wie blockiere ich Werbung? Wie verhindere ich, dass mein Kind im Netz allzu viel von sich preisgibt? usw.

Wie viel Medienzeit ist ok? Auch diese oft konfliktträchtige Frage sollte gemeinsam mit dem Kind besprochen werden. Hilfreich dabei sind die klaren Vorgaben der Medienpädagogen von klicksafe: Bei 4- bis 6-jährigen Kinder sind das „ca. 20 Minuten, nicht unbedingt täglich“, während die 7- bis 10-Jährigen täglich ca. 30 bis 45 Minuten online gehen dürfen.

Am besten schließen die Eltern mit ihren Kindern einen Mediennutzungsvertrag, der sich ebenfalls auf der Website von klicksafe findet. „Mit diesem Onlineangebot können Eltern und Kinder individuell festlegen, welche Medien von den Kindern wie und wie lange genutzt werden dürfen“ (ebd.). — YouTube sollte auf keinen Fall dabei sein, wie die Besucher nach Ihrem Elternabend definitiv verstanden haben werden.

Martina Niekrawietz

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