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Geschicklichkeit und Teamgeist

Bewegungsspiele mit Luftballons

Luftballonspiele sind bewegungsintensiv, schnell vorbereitet und passen für jede Gelegenheit: für drinnen oder draußen, für kurze Bewegungspausen während des Unterrichts, als Freistundenfüller oder auch im Sportunterricht.

Geschicklichkeit und Teamgeist: Bewegungsspiele mit Luftballons Wenn Luftballons im Spiel sind, dann bewegen sich die meisten Kinder ganz von allein © Trueffelpix - Fotolia.com

Als langsam fliegende Objekte eignen sich Luftballone hervorragend, um die „Handgeschicklichkeit“ (Auge-Hand/Fuß/Kopf-Koordination) von Grundschülern zu fördern. Sie fliegen nicht nur langsam, sondern sind — mit Luft gefüllt — auch leicht und werden deshalb besonders auch von Kindern mit Ballangst gern angenommen, um das Werfen und Fangen zu üben.

Ein weiterer Vorteil: Die Möglichkeiten für Bewegungsspiele sind schier unerschöpflich. Man kann den Ballon mit verschiedenen Körperteilen in der Luft halten, ihn schlagen und zwischen den Schlägen Zusatzaufgaben lösen, ihn zwischen die Füße klemmen und sich im Sitzen fortbewegen, zu zweit den Ballon ohne Hände oder Arme zum Ziel bewegen, variantenreiche Staffelläufe veranstalten (Ballon nur mit dem Kopf stoßen, zwischen die Beine nehmen und hüpfen, mit einer Zeitung vorwärts schlagen usw.) und zum Schluss — das lieben die Kinder besonders — ein Spiel veranstalten, bei dem der Ballon zertreten oder auf andere Art und Weise zum Platzen gebracht wird.

Durch die vielen möglichen Spielvarianten sind Luftballonspiele auch prädestiniert für differenzierte Aufgabenstellungen, zum Beispiel in Klassen mit heterogenem motorischem Entwicklungsstand.

Links zum Thema:

Eine Website mit Spielen für Kinder mit besonderem Förderbedarf bietet die Lebenshilfe Augsburg. Mit dabei sind auch „27 ungewöhnliche Luftballonspiele“.

„Kleine Spiele“ sind Bewegungsspiele ohne Wettkampfcharakter. Man spielt sie mit und ohne Geräte und oft auch mit Luftballons. Zahlreiche Vorschläge dazu in dieser Broschüre.

Im Unterrichtsentwurf „‘Eine Reise um die Welt‘ — Übungsstationen mit Luftballons und Wattebällen“ finden sich sportdidaktische Ideen und Anregungen zur Arbeit mit „langsam fliegenden Objekten“.

Sammlungen mit Luftballonspielen bieten die Websites kidsweb.de, ballon24.at, praxis-jugendarbeit.de und vs-material.wegerer.at

Mannschaftsspiele von „Auftrieb“ bis „Zitterball“

Beim „Luftballon-Auftrieb“ spielen zwei Teams gegeneinander und versuchen, den Ball durch Pusten möglichst lange in der Luft zu halten.

Ball über die Schnur spielen die meisten Kinder gern: Zwei Mannschaften auf zwei Spielfeldern, abgetrennt durch eine Schnur, und dann einen Ball hin und her werfen und auf keinen Fall fallen lassen, sonst erhält die gegnerische Mannschaft einen Punkt. Mit Luftballons kann man dieses Spiel wunderbar variieren, zum Beispiel indem man den Ballon wie einen Volleyball pritscht und baggert oder ihn mit einer Zeitung über die Schnur befördert. Im Sommer kann der Ballon mit ein wenig (wichtig, sonst Verletzungsgefahr!) Wasser gefüllt und geworfen werden. Strafpunkte gibt es dann zusätzlich, wenn „die Wasserbombe“ platzt.

Richtig schwer wird es aber mit einem Zitterballon, der eine völlig unberechenbare Flugbahn hat. Man braucht dazu zwei Luftballone. Den ersten füllt man mit Wasser, bis er so groß wie ein Tischtennisball ist, verknotet ihn und steckt ihn in den zweiten Ballon. Diesen dann aufpumpen, verschließen — fertig.

Beim Luftballon-Hockey verwendet man längliche Ballone als Schläger und runde als Pucks. Als Tor oder Ziel dient ein Karton. Mit zwei Kartons, angeordnet wie Tore, wird es turbulenter und die beiden Teams laufen mehr. Noch aufregender wird es, wenn man mehrere „Pucks“ gleichzeitig ins Spiel bringt.

Ein zweigeteiltes Spielfeld und so viele Luftballons wie Kinder mitspielen braucht man für das Spiel „Feld frei!“. Zwei Teams versuchen jeweils, alle Ballons ins gegnerische Feld zu bringen und das eigene „clean“ zu halten. Sind in einem Feld keine Ballons mehr, hat die Mannschaft gewonnen. Alternativ kann nach einer festgesetzten Zeit gezählt werden, auf welcher Seite weniger Ballons sind.

Staffelspiele, paarweise oder einzeln

Beim Wasserbomben-Eierlauf bildet man zwei Teams. Aufgabe ist es, einen mit Wasser gefüllten Luftballon auf einem Löffel zu balancieren, ihn möglichst schnell, aber heil ins Ziel zu bringen und dann den Löffel an das nächste Kind der Mannschaft zu übergeben. Fällt der Ballon herunter, hebt man ihn auf, legt ihn wieder auf den Löffel und läuft weiter. Geht er kaputt, muss der Läufer noch einmal von der Startlinie mit einem neuen Wasserballon beginnen. Je nach Geschicklichkeit der Kinder können noch Hindernisse aufgebaut werden.

Haben Sie größere Teams, können Sie die Kinder auch paarweise auf Staffellauf schicken: Zum Beispiel zwei Kinder mit einem Luftballon zwischen den Stirnen, die unterwegs Gegenstände auf einer Strecke einsammeln, und versuchen, den Ballon nicht zu verlieren. 

Sehr unterhaltsam ist auch der Aufgabenlauf, den der bekannte Jugendleiter und Spielepädagoge Hans Hirtling auf seiner auch sonst sehr anregenden Luftballonspieleseite beschreibt: „Der erste rennt los, schnappt sich bei Punkt A eine Kerze, zündet diese an, rennt mit der brennenden Kerze weiter zu Punkt B, schnappt sich dort einen Luftballon, bläst diesen auf, macht einen Knoten rein, rennt dann mit brennender Kerze und aufgeblasenem Ballon zu Punkt C, nimmt dort mit einem Strohhalm Wasser auf, rennt mit Ballon, brennender Kerze und Strohhalm mit Wasser im Mund zu Punkt D füllt dort das Wasser in einen Messbecher, bringt den Ballon mit der Kerze zum Platzen. Erst dann darf der nächste starten. Usw. Welche Mannschaft ist am schnellsten und hat das meiste Wasser im Messbecher[?]“ Selbstverständlich können die Aufgaben beliebig an die Gruppe der Schüler angepasst und zum Beispiel die Kerze durch eine Karotte o. Ä. ersetzt und der Strohhalm einfach weggelassen werden.

Außer dem eben beschriebenen Staffelspiel gibt es für einen fulminanten Schlusspunkt weitere Möglichkeiten, zum Beispiel diese: Die Kinder binden sich mit einem ca. 30 cm langen Faden einen Ballon ans Fußgelenk, den der bzw. die Gegner versuchen zu zertreten. Geht ein Ballon kaputt, scheidet sein Träger aus. Wer zuletzt übrig bleibt, hat gewonnen.

Vorsicht: karzinogene Nitrosamine!

 

Am besten sollten die Ballons mit einer Luftballonpumpe aufgeblasen werden. Denn obwohl Greenpeace schon vor Jahren vor Nitrosaminen in Luftballons warnte, sind viele Ballons noch immer mit diesen krebserregenden und anderen kritischen Stoffen belastet: Im Jahr 2011 prüfte Ökotest 21 Luftballonmarken auf kritische Inhaltsstoffe. Dabei fiel fast die Hälfte der Produkte mit „ungenügend“ durch. Immerhin fünf Marken erhielten die Bestnote „sehr gut“ und sind damit für den Grundschulgebrauch zu empfehlen.

Martina Niekrawietz

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