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Lernumgebung

Das Klassenzimmers als selbst gestalteter Lernort

Schüler halten sich viel in ihrem Klassenzimmer auf. Schon allein deshalb sollte das ein Raum sein, in dem sich die Kinder wohlfühlen. Nichts schafft eine bessere Lernumgebung als ein selbst gestaltetes Umfeld. Mit einfachen Mitteln und ein paar grundlegenden Vorüberlegungen lässt sich ein Raum mit Wohlfühlqualität schaffen.

Lernumgebung: Das Klassenzimmers als selbst gestalteter Lernort Mit kreativ gestalteten Schriftzügen, die die Wände schmücken, machen die Schüler sich ihr Klassenzimmer zu eigen © Denise Mueller

Seit jeher gestaltet der Mensch die Welt und seine unmittelbare Umgebung in seinem Sinne um. Das Dekorieren und Ausschmücken von Räumlichkeiten dient dazu, sich mit dem Raum zu identifizieren, ihn sich „zu eigen“ zu machen: Man fühlt sich wohl und hält sich gern an diesem schönen Ort auf.

So verhält es sich natürlich auch mit einem liebevoll selbst gestalteten Klassenraum, in dem Schüler in entspannter Atmosphäre gern am Schulleben und Unterricht teilnehmen. Die Kinder identifizieren sich mit „ihrem“ Klassenzimmer.

Wenn sich die Gestaltung dann noch mit dem Lehrplan vereinbaren und in den Kunstunterricht oder die Wochenplanarbeit/Freiarbeit integrieren lässt, ist das ein zusätzlicher Pluspunkt: Die Schüler lernen während der Gestaltungsphasen eine Vielzahl an Materialien und Techniken kennen und entdecken ihre kreativen und handwerklichen Fähigkeiten. Sie erreichen dadurch merkbare Lernfortschritte.

Raumstruktur beeinflusst Gestaltungsmöglichkeiten

Vor dem eigentlichen Basteln, Malen und Dekorieren müssen einige relevante Punkte geklärt werden: Wie gestaltet man sein Klassenzimmer ästhetisch, individuell und persönlich mit geringen finanziellen Mitteln und zeitlich vertretbarem Aufwand?

Zunächst ist entscheidend, welche strukturellen Voraussetzungen der Klassenraum bietet. Hat er viele große, schöne Fenster mit ungeteilten Glasscheiben zur Gestaltung? Sind die Fensterbänke frei und groß und bieten Ausstellungsfläche?

Vielleicht gibt es eine freie Fläche an der Wand oder sogar eine Pinnwand, an der Bilder angebracht werden können? Wie hoch ist die Decke und von welcher Beschaffenheit? Können hier Schnüre oder Aufhängevorrichtungen angebracht werden? Ist sie mit einer einfachen Leiter zu erreichten oder ist es mit größerem Aufwand verbunden, dort etwas zu befestigen?

Eventuell findet sich ein freies Regal oder Platz für ein Tischchen, auf dem Gestaltungselemente platziert werden können? — Es nützt ja nichts, Standobjekte zu gestalten, wenn man keinen Platz zum Aufstellen hat.

Wie auch immer Ihr Klassenzimmer beschaffen ist, vielfältige Möglichkeiten zur Gestaltung gibt es sicher. Sie müssen nur an den Raum, ihre Vorlieben und nicht zuletzt an die Interessen und Fähigkeiten der Kinder angepasst werden. 

Verschiedene Gestaltungselemente miteinander kombinieren

Wenn Sie die Struktur des ihnen zur Verfügung stehenden Klassenraumes nun also ergründet haben, muss man sich nicht zwangsläufig für nur eine Art der Gestaltung entscheiden. Auch eine Kombination mehrerer verschiedener Elemente kann reizvoll sein (z. B.: an den Fensterscheiben blüht eine bunte Blumenwiese aus Ton- und Transparentpapier, darüber hängen Bienen, aus Klopapierrollen gebastelt).

Thematisch bietet es sich an, auf jahreszeitliche Besonderheiten und Feste einzugehen wie Herbst, Halloween, Advent und Weihnachten… Hierzu finden sich im Lehrerbüro eine Vielzahl an unterschiedlichsten Bastel- und Gestaltungsvorschlägen.

Genaue Planung verhindert Frustration

Machen Sie sich am besten schon frühzeitig bei der Unterrichtsplanung Gedanken, wie die entstandenen Werke später befestigt werden können /müssen (Hängevorrichtung nötig, kann bereits vorhandenes wieder verwendet werden oder brauchen Sie etwas Neues dazu?). So ersparen Sie sich selbst Frustration und die bohrenden Fragen der Kinder, wann ihre Kunstwerke endlich zu bewundern sein werden. Denn dass die Dekorationen im Klassenzimmer zum größten Teil aus Kinderhand stammen sollten, versteht sich ja aus den oben genannten Gründen von selbst.

Achten Sie bei der Aufhängung und Anbringung der Werke dringend auf eine ästhetische Gestaltung. Knallbunte Pinnnadeln oder verklebte Klebebandstreifen auf Bildern stören den Gesamteindruck und laden nicht gerade zum Betrachten ein. — Schließlich soll das Auge ja auch geschult werden.
Mögliche sinnvolle Anschaffungen zur Klassenzimmergestaltung könnten sein:

  • starker, durchsichtiger Nylonfaden,
  • Hängevorrichtung an der Decke, z. B. ein Zierhaselnusszweig oder Ähnliches,
  • dezente Pinnnadeln (mit weißen oder durchsichtigen Köpfen),
  • Klebeknetgummi (zum unsichtbaren Anbringen von Objekten und Bildern an Wänden und Türen),
  • evtl. einige kleine Holzstaffeleien (auch zur Ausstellung besonders schöner Hefte).

Das Gestalten des Klassenzimmers ist deshalb viel mehr als einfach nur Basteln und Malen. Bei der Arbeit mit einfachen Materialien und durch das bewusste Dekorieren des Raumes wird das ästhetische Empfinden der Kinder nachhaltig gefördert. Das selbst gestaltete Klassenzimmer wird so zu einem anregenden Lernort.

Denise Müller

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