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Unterrichtsprojekte

Das Thema „Kartoffel“ fächerübergreifend unterrichten

Kartoffeln kann man nicht nur essen, man kann auch mit ihnen experimentieren, gestalten und sogar spielen. Die Knolle ist deshalb für ein fächerübergreifendes Unterrichtsprojekt eine runde Sache, besonders auch in heterogenen Lerngruppen.

Unterrichtsprojekte: Das Thema „Kartoffel“ fächerübergreifend unterrichten Mit originellen Kartoffelköpfen lassen sich ganze Geschichten erzählen © Yeko Photo Studio - Fotolia.com

Mit der Kartoffel als Unterrichtsgegenstand lassen sich spannende Unterrichtsstunden gestalten – und das nicht nur im Fach Biologie. Auch im Hauswirtschaftsunterricht, im Physik- und Kunstunterricht, ja selbst bei Bewegungsspielen kann man mit der Knolle punkten. Deshalb eignet sich das Thema Kartoffel auch gut für den Projektunterricht. Welche Aspekte man dabei beleuchten könnte, zeigen die folgenden Beispiele.

Zum Auftakt einer Kartoffel-Projektwoche könnte man mit den Schülern ein kleines Quiz veranstalten (passend für die Fächer Biologie oder Hauswirtschaft). Die Quizfragen rücken dabei das Thema gesunde Ernährung in den Mittelpunkt. Fragestellung: „Wie gesund ist welches Kartoffelgericht?“ Aufgabe der Schüler ist es dabei jeweils, Fotos bestimmter Gerichte in ein „Gesundheitsranking“ einzuordnen: Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln (Platz 1), Folienkartoffeln (Platz 2), Pellkartoffeln (Platz 3) und Salzkartoffeln (Platz 4). Für die Auflösung der Quizfragen sorgt ein informativer Beitrag auf der Website des NDR-Magazins „Markt“ mit dem Titel „Kartoffeln richtig zubereiten“.

Grundwissen: gesunde Ernährung

Ein wichtiger Hinweis darf dabei nicht fehlen: Bei falscher Lagerung oder Zubereitung werden Kartoffeln giftig bzw. ungesund. An erster Stelle seien hier die Pommes Frites einer großen Fastfood-Kette genannt, die u. a. Zucker, viel Fett, Geschmacksverstärker und sogar eine „Form von Silikon“ enthalten (Details dazu hier). Zudem entsteht bei Kartoffelprodukten das krebserregende Acrylamid, wenn sie über 120° C erhitzt werden.

Ein weiteres Gesundheitsrisiko lauert in der Schale der ansonsten so gesunden Knolle: Alkaloide, mit denen sich die Pflanze vor Schädlingen und Fressfeinden schützt. Sie können „besonders für Kinder gefährlich werden“, weshalb „Schale, Augen und Keime vor dem Verzehr entfernt“ werden sollten, so warnt der STERN auf seiner Website.

Kartoffelgerichte für die Schulküche

Quintessenz: Kartoffeln sind immer großzügig zu schälen und schonend zu garen. — Bei der Zubereitung gesunder und zudem schneller, einfacher und preiswerter Gerichte wenden die Schüler diesen Grundsatz direkt an.

Weiterführende Hinweise:

Wie ist die Kartoffel zu uns gekommen? Was genau ist ein Nachtschattengewächs? Wie wächst sie und warum ist sie so gesund? Das nötige Hintergrundwissen für den Unterricht bietet eine Themen-Website im Portal kindernetz.de.

Passend dazu vermittelt eine — allerdings sehr wissenslastige — Stationenarbeit der deutschen Kartoffelwirtschaft detailliertes Hintergrundwissen über die Kartoffel in der modernen Landwirtschaft.

Eher auf entdeckendes Lernen setzt hingegen der kleine Lernzirkel des Baden-Württembergischen Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum.

Kartoffeln im Schulgarten oder im Eimer selbst anbauen, dabei hilft eine ausführliche Anleitung des Informationsportals Ökolandbau.de.

Ein Kartoffel-Schäl-Wettbewerb macht die unliebsamen Vorarbeiten erträglich: Wer schafft die meisten Kartoffeln in zehn Minuten? (Nur geschälte Kartoffeln ohne grüne Stellen zählen!) Wem gelingt es, mit dem Sparschäler die längste Schale am Stück zu „fabrizieren“? Auch weitere Arbeitsschritte, wie Kartoffeln schneiden oder Kartoffeln reiben, können in das Spiel einbezogen werden, natürlich nur, wenn Verletzungen weitgehend ausgeschlossen werden können.

Viele einfache Rezepte, die sich leicht und schnell mit den Schülern nachkochen lassen, finden sich auf der Website kindernetz.de: Kartoffelbrei zum Beispiel, Pommes und Tortilla oder Rösti und Knödel.

Kartoffeln lassen sich auch einmal „ganz anders“ zubereiten, zum Beispiel als süßer Kartoffelkuchen, als Kartoffelpfannkuchen (ebd.) oder als herzhafte Muffins aus Kartoffelteig. Weitere exotische und dekorative Gerichte mit kinderleichten Rezepten bietet das „Kartoffel-Spezial“ auf der Website kidsweb.de.

Experimente mit Kartoffeln

Dass man Kartoffeln sogar in der Sonne garen kann beweist ein kleines physikalisches Experiment. Es klappt allerdings nur an einem durchgehend sonnigen Tag, denn gegart wird die Kartoffel (eine pro Experiment!) nur, wenn man sie bereits mittags in die Sonne stellt.

Die Zutatenliste für ein weiteres Physik-Experiment: Einen Schaschlikspieß, eine Kartoffel, 1 Messer, ein LED-Lämpchen, 2 Kabel mit Krokodilklemmen, vier Kupferscheiben mit Loch und ebenso viele Zink-Unterlegscheiben (gibt’s in jedem Baumarkt) — mehr braucht man nicht für eine einfache kleine Batterie. Die Website „Physik-Kids“ der Universität Oldenburg bietet dazu eine einfache Bauanleitung. Noch kürzer fällt die Zutatenliste auf der Österreichischen Kinderseite Kidsweb aus. Hier kommt statt eines Lämpchens ein Kopfhörer zum Einsatz: „Wenn wir über den Kopfhörerstecker den Stromkreis schließen, fließen die Elektronen zum Plus-Pol aus Kupfer. Dadurch kommt es im Kopfhörer zu einem Knacken“, so heißt es in der einfachen Anleitung, die jeden Arbeitsschritt mit anschaulichen Fotos dokumentiert.

Ein wichtiger Hinweis darf im Unterricht nicht fehlen: Die Batterie-Kartoffeln dürfen nach dem Experiment nicht mehr gegessen werden.

Mit Kartoffeln gestalten

Gestalten und Basteln kann man ebenfalls mit Kartoffeln. Besonders beliebt ist der Kartoffeldruck, für den aus der Kartoffel Stempel geschnitten werden. Schon mit ganz einfachen Formen können die Schüler die schönsten Muster auf Papier oder Stoff drucken oder eigene Motive wie zum Beispiel Häuser mit Treppen oder einen bunten Schmetterling entwickeln. Mit dieser Technik lassen sich auch vorgeschnittene Schablonen dekorativ zu Papier bringen, wie dieses Video zeigt.

Selbst den nötigen Klebstoff für Bastelarbeiten kann man aus Kartoffeln herstellen, denn Kartoffelkleister ist ganz leicht selbst zu machen: Kartoffeln reiben, den Saft mit einem Tuch ausdrücken, eine Stunde stehen lassen, sodass sich die weiße Stärke am Boden des Gefäßes absetzt, Flüssigkeit abgießen und mit etwas Wasser unter Rühren aufkochen — fertig.

Kartoffelspiele für drinnen und draußen

Kartoffelspiele gibt es für drinnen und draußen, für große und kleine Lerngruppen und für Schüler jeden Alters. Die als „Kindergartenspiele“ deklarierten Vorschläge auf der Website helpster.de eignen sich ohne weiteres auch für Erst- oder Zweitklässler. (Es ist gar nicht so leicht, 1,5 kg Kartoffeln zu einer sauberen Pyramide aufzustapeln!) Auch das sogenannte „Kartoffeltrudeln“ kommt bei jüngeren Grundschulkindern noch gut an: Jeder sucht sich eine möglichst runde Kartoffel, kennzeichnet sie und lässt sie einen Hügel oder abschüssigen Weg herunterrollen. Gewonnen hat derjenige, dessen Knolle zuerst unten ankommt.

Wer will, variiert das Prinzip „Kartoffel statt Kugel“ für die Älteren, und spielt Kartoffel-Boccia, Kartoffel-Bowling, Kartoffelbillard oder Dosenwerfen mit Kartoffeln. Für Bewegung im Freien sorgen Spiele wie „Kartoffelberge versetzen“ oder „Schleuderball“ mithilfe einer Kartoffel in einem ausgedienten Socken, die auf der Website kidsweb.de beschrieben werden. Hier findet sich auch das Spiel „Rinn‘ mit den Kartoffeln, raus mit den Kartoffeln!“, bei dem die Kinder einen kleinen Parcours mit Hindernissen bewältigen müssen. Sportliche Fähigkeiten lassen sich auch mit den Kartoffelspielen auf der Website „naturscouts.at trainieren.

In jedem Fall vermitteln die Kartoffelspiele den Kindern, dass man mit einfachsten Mitteln eine Menge Spaß haben kann — ganz ohne Handy oder Spielekonsole. Und sie bereichern das Schulleben: als Zirkeltraining der besonderen Art im Sportunterricht, während einer kleinen Bewegungspause im Unterricht oder im Rahmen eines Familientags, an dem die Schüler die Ergebnisse ihres „Kartoffelprojektes“ präsentieren.

Martina Niekrawietz

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