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Frühlingsideen

Die Jahreszeit Frühling informativ und sinnlich erleben

Das Thema Frühling im Unterricht ermöglicht auf vielfältige Weise das Entwickeln eines Bewusstseins für die Natur und Umwelt. Schüler/-innen lernen im Fachunterricht selbstständiges Arbeiten, Entdecken und Erforschen.  

Frühlingsideen: Die Jahreszeit Frühling informativ und sinnlich erleben Im Frühling die Natur entdecken mit allen Sinnen © Purino - Shutterstock.com

Die Jahreszeiten kennen und bewusst erleben, ist für Grundschüler/-innen ein wichtiges Thema und immer wieder aktuell. „Der Baum bei uns im Garten hat schon ganz viele Blüten und wenn Wind kommt, fliegen sie durch die Luft,“ berichtet Nico im Morgengespräch. Dabei ging es darum, zu erfragen, ob alle bemerkt haben, dass sich in der letzten Zeit draußen etwas verändert hat. 

Jede Jahreszeit hat ihre Besonderheiten. Insbesondere der Frühling, in dem die Natur wieder erwacht, bietet viele lebensnahe Inhalte, den Unterricht dazu abwechslungsreich und interessant zu gestalten. Durch handlungsorientierte und kreative Aufgaben erfahren die Schüler/-innen, welche Auswirkungen Sonnenlicht, Wärme und Farben auf Pflanzen, Tiere und Menschen haben können. Das Entwickeln von Verantwortungsbewusstsein für die Natur und Umwelt und das Vermitteln von Kenntnissen über die wechselseitige Abhängigkeit von Mensch und Natur stehen im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. 

Im Regelunterricht oder im Rahmen von Projektwochen werden die verschiedenen Bereiche zu dem Thema handlungsorientiert und alltagsrelevant erarbeitet. Frühlingswerkstätten, bei denen Zwiebeln eingepflanzt, ein Kräutergarten angelegt oder Wetterphänomene beobachtet und dokumentiert werden können, sind motivierende Angebote für Schüler/-innen. Naturdetektive untersuchen Pflanzen sowie Tiere und entdecken ihre Umwelt. Sie schulen dabei ihre Sinne, erweitern ihren Erfahrungsbereich und erfahren, wie wichtig Erhaltung und Schutz der Natur sind. Hier spielen Wahrnehmen, Erforschen, Dokumentieren und das Entwickeln von Werten und sozialer Verantwortung eine wichtige Rolle. Dabei sollte die Themenbearbeitung nicht auf ein bestimmtes Fach festgelegt sein, sondern kann fächerübergreifend im Sach- und Deutschunterricht, im Musik- oder Kunstunterricht über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. 

Themenspektrum 

Das Thema Frühling kann in verschiedene Themenbereiche strukturiert werden. Zu jedem Bereich gibt es fächerübergreifende Angebote, die in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit umgesetzt werden können. Die folgenden Anregungen sind nicht nach Klassen unterteilt. Außerdem sind die verschiedenen Aufgaben, je nach Stufe und Leistungsvermögen, den Schüler/-innen zuzuordnen und müssen nicht zwangsläufig in dieser Reihenfolge und Dichte im Unterricht behandelt werden. 

Der Frühling verändert die Pflanzen 

Sachunterricht:  

  • Die Schüler/-innen berichten, was sie draußen in der Natur beobachten konnten und erzählen von ihren Wahrnehmungen. Zum Beispiel, dass es wärmer wird und die Sonne später untergeht. Die Farben in der Natur werden wieder bunter und die ersten Blumen sind zu sehen. 
  • Sie lernen die Namen von Frühblühern kennen z.B. Narzissen, Löwenzahn, Veilchen, Tulpen, Hyazinthen und können diese durch riechen, untersuchen und bestimmen den realen Blumen zuordnen. Dazu stehen verschiedene Blumen in kleinen Töpfen auf einem Tisch im Klassenraum. Diese Frühblüher können schon früh aus der Erde wachsen, weil sie eine Art Vorratskammer (die Zwiebel) haben, in der sie wichtige Nähstoffe für ihr Wachstum gespeichert haben. 
  • Durch Bildmaterial erfahren die Schüler/-innen, wie aus Knospen an den Bäumen Blüten und Blätter werden und welche Sträucher im Frühling zu blühen beginnen. (Beispiel: Forsythien, Magnolien) Auch ein Baum spürt den beginnenden Frühling und erwacht aus seiner Winterruhe. Er braucht die Sonnenenergie, um durch die Blätter zu „atmen“. 
  • Eigene Beobachtungen während eines Unterrichtsganges in der nahen Umgebung, werden dokumentarisch festgehalten. Jede/r Schüler/-in hat einen sogenannten „Natur-Kalender“ (siehe Deutschunterricht) für seine Eintragungen. Diese werden dann im Plenum vorgetragen und miteinander verglichen. (Der Kalender kann für alle jahreszeitliche Dokumentationen genutzt werden) 
  • Der Frühling lässt sich auch ein wenig in den Klassenraum holen. Auf jedem Schülertisch steht eine eingepflanzte Blume (dazu eignen sich Narzissen oder Veilchen), die gepflegt werden muss. Diese Pflanzen kann man in kleinen Töpfen kostengünstig bekommen und mit Papier umwickeln. 
  • Das Wetter ist im Frühling bedeutend, da sich Wärme und Sonne auf die Pflanzen auswirken. Daher wissen die Pflanzen, wann sie anfangen können zu wachsen oder sich zu verändern. Tägliche Temperaturmessungen und Wetterbeobachtungen zu Hause oder in der Schule werden dokumentarisch festgehalten. Vergleiche zu anderen Jahreszeiten werden im Plenum besprochen und visualisiert. 

Deutschunterricht: 

  • Der Naturkalender, z. B. ein Heft mit Hardcover, wird von jedem/er Schüler/-in selbst gestaltet. Hierzu kann der Deckel des Heftes individuell bemalt oder beklebt werden. Die erste Seite wird mit persönlichen Angaben beschriftet. Beispiel:  
    - Ich heiße….  
    - Ich wohne…  
    - Ich gehe in die Klasse… 
    - Zu meiner Familie gehören… 
    - Am Thema Jahreszeiten interessiert mich…, etc. 
  • Bildergeschichten zum Thema Frühling aus Büchern oder Internet bieten Sprachanlässe. 
  • Die Monate werden schriftlich im Jahreskreis den einzelnen Jahreszeiten zugeordnet und besprochen. 
  • Frühlingsgedichte können vorgelesen oder auswendig gelernt werden. 

Kunstunterricht: 

  • Die Farben in der Natur, die im Frühling wahrzunehmen sind, werden besprochen und Beobachtungen ausgetauscht. 
  • Die Schüler/-innen gestalten die Deckel oder Rückseiten von alten Pizzakartons in monochromen Farbtönen und hängen alle nebeneinander als Gesamtwerk auf. Beispiel:
    Gruppe A malt nur Blüten mit Rottönen (rot in rot) 
    Gruppe B nur mit Blautönen 
    Gruppe C mit Grüntönen.  
  • Die einzelnen Farbnuancen werden fertig (aus der Tube) ausgegeben oder selber angemischt. Wenn genügend Platz vorhanden ist, sieht es auch sehr schön aus, wenn die Vierecke so zusammengehängt werden, dass ein großes Viereck mit monochromen Farben entsteht. 
  • Einen bunten Blumenstrauß in einer Vase vorzeichnen und mit Wasserfarben ausmalen. Als Vorlagen eignen sich für eine Bildanalyse und das anschließende Gestalten: Vincent van Gogh „Blühender Mandelbaumzweig in einem Glas“ oder „Blumen in blauer Vase“.  

Der Frühling in der Tierwelt 

Sachunterricht: 

  • Die Schüler berichten von ihren Erfahrungen und Beobachtungen. Welche Tiere haben sie vielleicht schon entdeckt und was wissen sie über das Verhalten der Tiere im Frühling? Wo haben bestimmte Tiere ihren Lebensraum? 
  • Vermittelt werden Informationen über Zugvögel, die im Frühling wieder zurück zu uns kommen, da sie im Winter in wärmeren Gebieten waren. Sie bauen ihre Nester, um ihre Jungen auszubrüten. Auf manchen Dächern in ländlichen Gegenden kann man große Storchennester sehen. Zu den Zugvögeln gehören z. B.: Stare und Bachstelzen, Schwalben und Störche. Als Standvögel bezeichnet man Vögel, die den Winter in unseren Regionen verbringen. Dazu gehören: Amseln, Meisen, Spechte und Tauben. 
  • Bildkarten zu den entsprechenden Vogelarten findet man im Internet.  
  • Wer hat schon einmal ein Schild gesehen, auf dem stand: Vorsicht! Krötenwanderung? Die Kröten kriechen im Frühling aus ihren Winterquartieren und suchen sich einen Teich zum Laichen. Dabei nehmen die Weibchen ihre Männchen Huckepack.  
  • Das Thema „Insekten“ hat in der heutigen Zeit für Schüler/-innen eine besondere Relevanz, da es zum Beispiel immer weniger Bienen, Schmetterlinge und Käfer gibt. Viele Arten sind unersetzlich für die Bestäubung der Pflanzen und Helfer für unser Ökosystem. Wenn die Bäume und Sträucher blühen, kann man draußen Insekten beobachten. Jede/-r Schüler/-in zählt, wieviel und welche 6-Beiner beziehungsweise Gliedertiere er/sie bei einem Rundgang entdeckt hat. Die Beobachtungen werden im „Natur-Kalender“ eingetragen. Wissenswertes über Insekten kann man in kleinen Filmen erfahren und den Schüler/-innen zeigen.  
  • Viele Kinder in der Grundschule wissen bereits, dass aus einer Raupe ein Schmetterling wird, haben es möglicherweise jedoch noch nie gesehen. Diese Entwicklung, die Metamorphose, kann man mit Bildmaterial im Unterricht anschaulich vermitteln.
  • Anschließend können Schüler/-innen Schmetterlinge selbst züchten. Man benötigt ein recht großes Glasgefäß (etwa für 1-2 L), das mit einem feuchten Küchentuch, welches in Zuckerwasser getränkt wurde, ausgelegt wird. In ein solches Glas passen ungefähr 3-4 Raupen. Die Raupen kann man bestellen (www.bundladen.de). Sie benötigen viel Futter wie Blätter von Malven, Brennnesseln oder Disteln. Als Deckel sollte ein Fliegendraht über dem Glasbehälter dienen, der mit Klebeband befestigt wird. Es muss so aufgestellt sein, dass kein direktes Sonnenlicht hineinfällt. Die Raupen verpuppen sich nach etwa 1 Monat, und ca. 14 Tage später schlüpfen die Schmetterlinge heraus. Sie sollten dann möglichst schnell in die Natur freigelassen werden. 
  • (genaue Beschreibung: www.gartenzauber.com/schmetterlinge-zuechten)  

Deutschunterricht: 

  • „Tierforscher“ können sich in kleinen Gruppen zusammentun und mit Lupen und Fernglas ausgestattet in die Natur (Park, Wald, oder nahe Umgebung) gehen, um Tiere zu beobachten. In einem Steckbrief wird das entsprechende Tier gezeichnet und genau beschrieben:  
    - Der Name des Tieres.
    - Wie lange wurde das Tier beobachtet?  
    - Was hat das Tier gemacht?  
    - Wie hat es sich bewegt?  
    - Zu welcher Gattung gehört das Tier?  
  • Die Schüler/-innen schreiben Fantasiegeschichten über Tiere im Frühling.  
  • Es werden Lückentexte zum Thema Insekten gelesen und die fehlenden Wörter eingefügt. 
  • Die Entwicklung der Raupe zum Schmetterling kann schriftlich wiedergegeben werden. 

Kunstunterricht: 

  • Dekalkomanie: Auf ein Blatt werden in die Mitte dicke Farbkleckse mit Flüssigfarbe (Acryl, Abtönfarbe, Gouache) gesetzt. Darüber wird schnell ein zweites Blatt gelegt und mit der Hand ein wenig glatt gestrichen. Wenn man die Blätter auseinanderzieht, ist durch das Abklatschen eine neue Form entstanden, die wie ein Schmetterling aussieht. In die Mitte kann man einen Strich als Körper und daran die Fühler malen. 
  • Krabbelwiese: Ein Blatt aus dem Zeichenblock wird mit grüner Farbe bzw. mit vielen Strichen als Wiese bemalt. Mit dem Zeigefinger tippt man in flüssige rote Farbe und trägt diese als Punkte auf den grünen Hintergrund. In die roten Kreise werden mit Filzstift kleine schwarze Punkte gesetzt und an jeder Seite je drei Striche als Beine für den Marienkäfer gemalt. Die gestalteten Blätter können in alte Obstkisten geklebt und dann ausgestellt werden. 

Der Frühling wirkt sich auf den Menschen aus 

Sachunterricht: 

  • In einem Gespräch können die Schüler/-innen ihre Kenntnisse weitergeben, was sie über die Sinne des Menschen wissen. Sie können Vermutungen anstellen, was diese mit dem Frühling zu tun haben. Ihre Eindrücke werden den einzelnen Sinneswahrnehmungen zugeordnet.  
    Riechen: Man kann die veränderte Luft oder blühende Sträucher und Blumen riechen. 
    Hören: Die Vögel zwitschern, die Bienen summen, Hummeln brummen, etc. 
    Sehen: Die Farben der Blüten leuchten, die Sonnen steht höher am Himmel, die Tage werden länger. 
    Fühlen: Es wird wärmer und die Menschen fühlen sich besser und haben mehr Energie. 
  • Verschiedene Naturmaterialien wie zum Beispiel Holzstücke, frisches Gras, Maiglöckchen, Steine, etc. werden gesammelt und für Geruchs- oder Tastübungen in verschiedenen Dosen oder Pappschachteln verstaut.  
  • Geräusche von verschiedenen Insekten werden als auditive Übung abgespielt und müssen erraten werden. Hinter diesem Link finden Sie eine Möglichkeit zum Abspielen von Insekten und anderen Tieren.
  • Das wärmere Wetter hat Einfluss darauf, welche Kleidung man anzieht. An Stationen können Temperaturen eingetragen oder Wettersymbole kennengelernt werden. 

Deutschunterricht 

  • Im Deutschunterricht können Elfchen zum Thema Frühling geschrieben werden. 
  • Die Schüler/-innen schreiben eine kleine Geschichte, in dem zum Beispiel folgende Wörter vorkommen: Sonne, Kinder, Licht, Blumen, Wiese. 
  • In einem „Frühlingsdiktat“ werden informelle Inhalte wiederholt. 
  • Kurze Wetterberichte können geschrieben und vorgetragen werden. 

Kunstunterricht 

Lange Tapeten- oder Stoffbahnen werden auf den Boden gelegt und in Gruppenarbeit mit besonderen Naturfarben bemalt. Für die selbst hergestellten Farben werden die Gewürze Paprika, Kurkuma oder Zimt jeweils mit Wasser und einem Binder (Magerquark, Tapetenkleister oder Acrylbinder) gut verrührt. Die verschiedenen Farben werden auf das Papier oder den Stoff aufgetragen. So können bunte Frühlingsbilder frei gestaltet werden. Diese Bahnen sehen auch schön aus als Schul-Flurschmuck. 

Frühling und Brauchtum 

Sachunterricht 

  • Während der Frühlingszeit gibt es verschiedene Brauchtumsfeste, die gefeiert werden. Dazu gehört auch das Osterfest. Die Kinder tauschen sich in Gruppengesprächen über ihre Erfahrungen in Ihren Familien aus. So erfahren sie u. U. auch etwas über fremde Kulturen oder Traditionen von Brauchtümern. In manchen christlich bewohnten Gebieten afrikanischer Länder zum Beispiel werden die Eier mit anderen Farben bemalt und das Osterfest später als in Europa gefeiert. Dazu gibt es dann auch ein Osterfeuer. 
  • In manchen Gegenden wird der 1. Mai bzw. der 30. April zelebriert, an dem über Jahrhunderte die Walpurgisnacht gefeiert wurde. Heute tanzen die Menschen in den Mai, um den Beginn der warmen Jahreszeit zu feiern. In vielen Orten wird dazu ein Maibaum aufgestellt und bunt geschmückt. 

Deutschunterricht 

  • Die Schüler/-innen schreiben eine kleine Geschichte, wie sie ihr Osterfest zu Hause feiern. 
  • Zur Walpurgisnacht können Geschichten aus dem Buch von Ottfried Preußler: „Die kleine Hexe“ gelesen werden. 
  • Ostergedichte werden vorgelesen oder auswendig gelernt. 

Kunstunterricht 

  • Aus Toilettenrollen werden Osterhasen gebastelt. Dazu werden Ohren aus Pappe ausgeschnitten und an den oberen Rand der Rolle geklebt. Mit einem Stift werden die Augen, Nase und Schnurbarthaare auf die Rolle gemalt. Die Hasen kann man dann aufstellen. 
  • Auf bunte Pappe werden drei verschiedene Größen von Ostereiern aufgezeichnet und ausgeschnitten. Die ausgeschnittenen Eier werden dann bunt bemalt. Anschließend wird zuerst das größte Ei genommen, darauf das nächstkleinere und zum Schluss das kleinste Ei aufgeklebt. Mit der Prickelnadel ein Loch in den oberen Rand stechen, einen Faden durchziehen und verknoten. In einer Vase stehen gesammelte Zweige, die mit den Ostereiern geschmückt werden. Diese Eier können auch an das Fenster geklebt werden, da sie flächig sind. 

Die Grundlage von Lernprozessen und des Spracherwerbs sind eine geschulte Wahrnehmung und die Verarbeitung von Sinneseindrücken. Das selbständige Arbeiten, Entdecken und Erforschen bringt Motivation und fördert das Lernen in vielen Bereichen. Daher ist ein fächerübergreifender Unterricht mit Angeboten auf verschiedenen Ebenen besonders lerneffektiv und nachhaltig. 

 

 

Angela Hentschel


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