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Unterrichtsideen

Entspannung und Bewegung: Draußen-Tag in Corona-Zeiten

Ein Draußen-Tag in Corona-Zeiten ermöglicht den Schülerinnen und Schülern ein Stück weit mehr Bewegungs-Freiheit. Ob Yoga oder Jonglieren – die Kinder und Jugendlichen können sich ausagieren und einfach nur Spaß haben.

Unterrichtsideen: Entspannung und Bewegung: Draußen-Tag in Corona-Zeiten Gummitwist macht Spaß und trainiert prima die Koordinationsfähigkeiten und Ausdauer © JackF - stock.adobe.com

Strikt am Platz sitzenbleiben und ansonsten nur mit Maske und im Abstand – derzeit wird den Schülerinnen und Schülern in geschlossenen Räumen viel abverlangt. Nicht nur handlungsorientierte Materialien müssen ständig desinfiziert werden bzw. sollen gar nicht erst verwendet werden, sondern auch Spiel, Spaß und Bewegung leiden unter den zeitweise strengen Auflagen. Auch wenn es immer wieder um Lockerungen hinsichtlich der Einhaltung des ansonsten erforderlichen Mindestabstands geht, braucht man einige Ideen im Köcher für schulische Situationen wie Hofpause, Spiel- und Sportangebote oder Bewegungseinheiten. Solange das Wetter schön ist und die Schüler nach draußen drängen, kann man ganze „Draußen-Vormittage“ planen und kommt so den Frischluft- und Bewegungsbedürfnissen sowie auch den Hygiene-Regeln gleichermaßen verantwortlich nach.

Yoga und Entspannung

Sowohl für kurze Zwischenpausen wie auch für längere Bewegungseinheiten eignen sich Elemente aus Yoga und Entspannung. Mit einigen einfachen Grundübungen können alle Bewegungsrichtungen der Wirbelsäule erreicht werden. Für eine yogaorientierte Bewegungseinheit benötigt man kaum Vorbereitung oder Material – einfach ein ruhiges, schattiges und ungestörtes Plätzchen im Schulgelände, für jeden Schüler eine Matte und eventuell ein Sitzkissen. 

Mit einer meditativen Fantasiereise führt man die Schüler/-innen liegend in die Stille, sodass zunächst eine Anfangsentspannung eintreten kann. Aus dieser meditativen Grundstimmung heraus werden nachfolgend Bewegungsübungen angeboten. Sie dienen der Beugung und Streckung aller Muskeln und Gelenke, vorzugsweise der Wirbelsäule. Hierfür kann man auch als Nicht-Yogalehrer in der einschlägigen Literatur schnell fündig werden. Zahlreiche gut illustrierte Kinderyogabücher helfen weiter (z. B. Omonsky: Entspannung und Yoga ganz einfach. Hamburg 2020). Nach einer Schlussentspannung und vielleicht einigen Atemübungen kommen die Schüler/-innen aus dieser eher ruhigen Situation entspannt zurück in das Hier und Jetzt. Die Struktur bietet jedoch genauso gut die Möglichkeit, andere Aspekte wie Kraft oder Gleichgewicht zu schulen, je nachdem, in welcher Ausgangslage man seine Lerngruppe momentan einordnet. 

Der Vorteil von Yoga auf der eigenen Matte wird sofort deutlich: die Schüler/-innen können strukturierte Bewegungselemente machen, ohne sich dabei zu nahe zu kommen. Insofern bildet sich durch das Setting ein schönes Gemeinschaftserlebnis, welches zugleich Corona-konform gestaltet werden kann.

Jonglieren und Koordinationstraining

Ähnlich verhält es sich mit dem Jonglieren. Auch diese Sportart kann man mit großem Spaß in einer Gruppe üben, wobei dennoch jeder für sich allein steht und trainiert. Die Bewegungskünste schulen die Geschicklichkeit und das Gleichgewicht wie auch Koordination und Ausdauer. Die Gesamtheit motorischer Fertigkeiten wird gefördert. Auch Anfängern kann, mit einem sinnvoll aufeinander aufbauenden Trainingskonzept, das Erlernen einfacher Jongliertricks, z. B.  mit Tüchern, ermöglicht werden (Lütgeharm:  Das Zirkusbuch. Mülheim/ Ruhr 2014). 

Gerade in Zeiten von Corona haben viele Menschen den Anspruch entwickelt, eine neue Fähigkeit erlernen zu wollen – warum also nicht mit Jonglieren beginnen?

Hüpf- und Kreidespiele

Auch die alten Hüpf- und Kreidespiele können absolut Corona-verträglich angeboten werden, da die Schüler/-innen mit passendem Abstand an gleichen Stationen Bewegungserfahrungen machen können. Der spielerische Charakter eines Gruppenspiels bleibt erhalten, sodass man es gut für diese besonderen Zeiten einsetzen kann. Ausgehend von einzelnen Hüpfspielen als Pausenbeschäftigung oder Zwischendurch-Bewegung kann man die Kreidespiele ausweiten bis zu einem ganzen Hüpf-Parcours, der auf dem Pausenhof aufgemalt wird. Dann haben nicht nur die Schüler/-innen einer Klasse etwas davon, sondern auch andere Klassen können die Kreidezeichnungen nutzen.

Weiterführende Tipps:

Gruß, Katrin/ Kasten, Rita: Gummitwist & Co. Klassische Kinderspiele neu entdeckt. Kempen 2019

Kessel, Carola von: Die schönsten Hüpfspiele. Kempen 2006

Lüdgeharm, Rudi: Das Zirkusbuch – Alle machen mit. Akrobatik, Jonglieren, Clownerie. Mülheim Ruhr 2014

Oertker, Dirk: Bewegung, Spiel und Sport in Zeiten von Corona als Padlet

Omonsky, Claudia: Einfache Bewegungsspiele mit Straßenkreide. Hamburg 2018

Omonsky, Claudia: Entspannung und Yoga ganz einfach. Hamburg 2020

Seilspringen und Gummitwist

Seilspringen macht Spaß, hält fit, fördert das Reaktionsvermögen und verbindet spielerisch Sprache, Rhythmus und Bewegung. Für jüngere Schüler/-innen kann ein sehr dickes Seil zunächst als Fußparcours verwendet werden, auf dem man entlangbalancieren muss, weiterführend dann als optische Bodenmarkierung, über die man darüber springt, bevor man es dann vorsichtig hin- und herschwingen und schließlich zu Mitmachversen im Rund schwingen lässt. 

Für ältere Schüler/-innen können modern verpackte Videos zum Rope Skipping besonderen Anreiz bieten, sich mit dieser Bewegungsform auseinanderzusetzen bzw. diese wieder neu zu entdecken. In Amerika ist die wettkampfartige Disziplin des Rope Skipping sehr beliebt und erfordert große Ausdauer wie auch Koordinationsgeschick. 

Beim Gummitwist kommen weitere Bewegungsimpulse dazu, die Springfiguren können beliebig ausgeweitet werden. 

Durch die Begrenzung auf wenige Teilnehmer mit entsprechender Abstandsmöglichkeit sind diese Bewegungsangebote sehr gut für Corona-Zeiten geeignet. Die Schüler/-innen haben die Möglichkeit, sich auszuagieren und zu bewegen, sie können draußen Sport machen und trotz aller Corona-Regelungen miteinander Spaß haben.

Claudia Omonsky

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