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Lesekompetenz

Grundschulkinder zum Lesen motivieren

Wie bringt man Grundschüler dazu, nachhaltig zu lesen? — Indem anregende Leseanlässe geschaffen werden, die die Schüler motivieren, sich immer wieder Texte lesend zu erschließen und sich mit anderen darüber auszutauschen.

Lesekompetenz: Grundschulkinder zum Lesen motivieren Ein ganz besonderes Lesevergnügen ist es, wenn Kinder sich draußen in der Natur einen Lieblingsplatz suchen dürfen © bobex73 - Fotolia.com

Wenn ich in die Schule komme, lerne ich lesen“, freuen sich Schulanfänger und sind voller Erwartung. Der Lehrer hat es demnach anfangs nicht schwer, seine Schüler zum Erlernen der ersten Buchstaben, Wörter und Sätze zu motivieren. Doch wie geht es weiter, wenn die Euphorie nachlässt und oder der Erstleselehrgang abgeschlossen ist? Wenn die Kinder merken, dass Lesen auch mühsames Üben bedeutet? Textverständnis für Geschriebenes und Gedrucktes ist alltägliche Voraussetzung für erfolgreiches Lernen, da der Unterricht in fast allen Fächern ebenso wie die Umwelt der Kinder durch schriftliche Texte geprägt ist.

Kinder zum nachhaltigen Lesen auch außerhalb des Unterrichts zu motivieren ist eine zentrale Aufgabe des Lehrers und stellt ihn oftmals im stressigen Schulalltag vor große Herausforderungen.

Mit ein paar Tricks und motivierenden Leseanlässen kann die Lesemotivation im Schulalltag gesteigert werden.

Schaffung einer angenehmen Leseatmosphäre

Um die Leseprozesse von Kindern zu fördern, braucht jede Klasse eine Lesekultur, die durch regelmäßige Lesezeiten, ein differenziertes Leseangebot und unterschiedliche Leseorte gekennzeichnet ist. Durch eine anregende Leseumwelt mit vielfältigen Lesesituationen können Kinder zu Lesern werden.

Eine anregende Leseumgebung mit unterschiedlichem Lesematerial, das die Interessen der Kinder berücksichtigt ist beispielsweise eine Klassenbibliothek oder Leseecke im Klassenzimmer.

Auch außerhalb des Schulgebäudes kann gelesen werden. Warum nicht einfach mal mit dem Lieblingsbuch in den Park gehen oder Gruselgeschichten in einer alten Burg lesen?

Freie Lesezeiten, in denen Kinder sich ihr Lesematerial, ihre Lesepartner und den Leseort auswählen dürfen, können regelmäßig in den Unterrichtsalltag eingebaut werden. Es bietet sich beispielsweise die Vorviertelstunde an, eine Viertelstunde nach der Pause oder auch die letzte Unterrichtsstunde, bevor es ins Wochenende geht.

Austausch über das Gelesene

Die Schüler berichten gern über das, was sie gelesen haben. Eine Lesekonferenz hilft auch schwächeren Lesern, den Inhalt von Geschichten besser zu verstehen.

Im Rahmen von Buchvorstellungen mit Lesekisten und Quadramas wird die Neugier auf das Buch geweckt. Insbesondere eine Ausstellung der Arbeiten im Anschluss regt die Kinder an, sich intensiv mit dem Inhalt des Buches zu beschäftigen.

Auch die Arbeit mit einem Lesetagebuch führt zu interessanten Gesprächen über den Inhalt eines Buches. Die Kinder können das Lesetagebuch individuell zu ihrer aktuellen Lektüre führen und ausgestalten. Im Anschluss wird es dann in der Klasse herumgegeben und kann sozusagen als „Buch zum Buch“ von den anderen gelesen werden.

Vorlesen regt zum Selbstlesen an

Auch das Geschichtenvorlesen sollte nicht unterschätzt werden. Denn: Ein gelungen vorgetragener Text dient sowohl dazu, die Kinder in ein Buch einzuführen, als auch dazu, das Interesse am Weiterlesen zu wecken. Zudem motiviert es Schüler, selbst ein guter Vorleser zu werden.

Selbstverständlich kann die Lehrkraft selbst regelmäßig vorlesen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Lesepaten einzuladen. Diese werden von Bibliotheken vermittelt und geschult. Oftmals geben sie auch Tipps zur Auswahl geeigneter und aktueller Lektüre. So wird die Lehrkraft entlastet und die Schüler lernen auch andere Vorlesestimmen kennen. Geübte fortgeschrittene Leser können selbst Lesepaten für schwächere Schüler werden und diese auch beim Lesen lernen unterstützen.

Zusammenarbeit mit externen Partnern

Unterstützung kann sich der Lehrer durch die Einbindung externer Partner, wie die örtliche Bücherei oder den Buchhandel holen. Diese bieten oft zahlreiche Aktionen wie den „Bibliotheksführerschein“, Autorenlesungen und den „Welttag des Buches“ an. Die Mitarbeiter sind Experten für aktuelle Kinderliteratur und Leseförderung.

Zu positiven Leseerlebnissen führen nicht alltägliche Aktionen rund ums Buch. Diese bleiben den Schülern nachhaltig im Gedächtnis.  

Dazu gehören die Durchführung von Lesenächten, Autorenlesungen, Bibliotheksbesuche, Lesespaziergänge und Buchausstellungen.

Auf jeden Fall bleiben Leseerlebnisse inner- und außerhalb des Schulgebäudes den Kindern positiv im Gedächtnis, machen Spaß und fördern die Lesemotivation nachhaltig.

Nadja Bee

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