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Sport/Kleingeräte

Handgeräte — Spielideen zur Bewegungsförderung

Sportgeräte wie Seil, Reifen, Stab oder Medizinball scheinen ein wenig aus der Zeit gefallen, dabei bieten diese Kleingeräte unendlich viel Potenzial für Spielideen zur Bewegungsförderung.

Sport/Kleingeräte: Handgeräte — Spielideen zur Bewegungsförderung Mit Hula-Hoop-Reifen lassen sich viele Spiele und Bewegungsübungen umsetzen © 2xSamara.com - stock.adobe.com

„Was ist da eigentlich so drin?“, fragt sich vielleicht manche Lehrerin, wenn sie gelegentlich in der Turnhalle mal wieder in die hinteren Schränke schaut. Es lohnt sich, einmal die altbekannten und leider oft aus dem Blickfeld geratenen einfachen Handgeräte wie Seil, Reifen, Stab oder Ball herauszuholen. Denn sie bieten vielfältige und motivierende Gelegenheiten zur Bewegung. Die Schüler fühlen sich durch den hohen Aufforderungscharakter schnell animiert und freuen sich über abwechslungsreiche Bewegungsstunden mit den klassischen Geräten. Für die Lehrerin hat es den Vorteil, dass sie keine aufwendige Vorbereitung benötigt. Denn in den meisten Schulen gehören die Handgeräte zur Grundausstattung der Turnhalle und sind in ausreichender Anzahl vorhanden. Abseits von Trendsportarten kann man daher effiziente Bewegungsangebote kreieren, bei denen sich alle Schüler auf ihrem jeweiligen Leistungsniveau einbeziehen lassen. Sie regen die Bewegungsfreude und Schulung der koordinativen Fähigkeiten an und erfüllen so nicht zuletzt auch die Anforderungen des Lehrplans.

Grundsätzlich kann man die Handgeräte zu jeder Phase einer Bewegungsstunde einsetzen: Beim Aufwärmen setzen die ersten Bewegungsimpulse schon eine Menge Motivation und Bewegungsfreude in Gang, einfache Spiele dienen der Anregung des Herz-Kreislauf-Systems und aktivieren die Schüler. In der Hauptphase kann der Einsatz eines Handgeräts unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen, sei es das Training von koordinativen Fähigkeiten, die Übung psychomotorischer Aspekte oder das Erlernen von kleinen Spielen. Als spielerischer Abschluss einer Stunde erleben die Schüler, wie viel Spaß das gemeinsame Spielen machen kann. Positive Aspekte und Erfolgserlebnisse überwiegen hier.

Spiele mit dem Tau

Das große und schwere Tau wird häufig ausschließlich für das klassische Tauziehen benutzt. Gerade für Schüler mit einer körperlichen Einschränkung ist dieses Spiel jedoch nicht immer so leicht durchzuführen. Es erfordert körperliche Stabilität, Kraft und Geschick sowie Anpassungsfähigkeit an eine Gruppe. Diese Anforderungen alle gleichzeitig zu bewältigen, ist nicht immer leicht. Als Variante bietet sich das Spiel „Abschlepp-Tauziehen“ an. Ein Schüler darf sich auf eine Teppichfliese setzen und das Tauende festhalten. Die Gruppe zieht gemeinsam am anderen Ende, bis sie den Schüler über eine bestimmte Distanz „abgeschleppt“ hat. Das kooperative Spiel kann auch als Wettbewerb organisiert werden, indem zwei Gruppen nebeneinander ziehen. Sieger ist die Gruppe, die ihren Mitspieler zuerst über die Ziellinie transportiert hat.

„Figuren legen“: Die Lehrkraft stellt verschiedene Bildkarten von geometrischen Figuren zur Verfügung, z. B. anhand eines Bilderwürfels. Die Schüler würfeln eine Figur aus und haben die Aufgabe, diese mithilfe des langen Taus (oder alternativ mit dünnen Seilen) nachzulegen. Eine Weiterführung könnte sein, dass jeweils ein Schüler mit verbundenen Augen barfuß auf der Taufigur entlang geht und erraten muss, welche Figur es darstellt.

„Barfuß auf dem Tau“: Das Tau oder einige dünne Seile werden in der Halle in Schlangenlinien ausgelegt. Die Schüler dürfen barfuß auf dem Tau entlang balancieren. Als weiterführende Variante führt ein Schüler einen anderen mit verbundenen Augen über das Tau.

Spiele mit dem Stab

Der Gymnastikstab bietet gute Möglichkeiten, um die Reaktionsgeschwindigkeit und die Koordination zu trainieren. Lustige Spiele lassen das fast etwas altmodisch anmutende Handgerät wieder in einem neuen Licht erscheinen. Damit im Eifer des Gefechts niemand verletzt wird, muss man beim Einsatz besonders auf die Unfallverhütung achten.

„Abenteuergeschichte“: Jeder Schüler nutzt einen Gymnastikstab und ahmt damit die Bewegungen von Fahrzeugen in einer Fantasiegeschichte nach:

  • Paddeln mit dem Boot: den Stab als Paddel einsetzen
  • Motorradfahren: den Stab als Lenker vor sich herhalten
  • Flugzeugfliegen: den Stab über die Schultern als Flügel halten
  • Wanderer: den Stab als Wanderstock einsetzen und einen Rhythmus finden usw.

„Stabhockey“: Zwei Mannschaften wird jeweils ein Reifen als Tor zugewiesen. In der Halle liegen viele Tennisbälle verstreut. Die Teams versuchen, mit ihren Gymnastikstäben die Bälle in die Reifen zu bugsieren. Wer am Ende die meisten Bälle hat, ist der Gewinner.

„Stabschnappen“: Zwei Schüler stehen sich gegenüber. Einer hält einen Stab waagerecht zwischen sich und den Mitspieler. Sobald der erste Schüler den Stab überraschend loslässt, muss der andere versuchen, ihn zu fangen, bevor er auf den Boden fällt. Beide greifen dabei jeweils in der Handhaltung von oben zum Stab. Als schwierigere Variante wird der Stab einhändig gehalten bzw. gefangen.

Spiele mit dem Medizinball

Die großen und oft sehr schweren Medizinbälle bieten viele Möglichkeiten, seine Kräfte zu messen. Schüler fühlen sich herausgefordert, den schweren Ball zu handhaben, auch wenn die Kraft manchmal schnell erlahmt. Kurze, lustige Ballspiele können hier den Kraftaufbau und die Koordination fördern.

„Ball-Ballett“: Zwei Schüler stehen Bauch an Bauch und halten zwischen sich den Medizinball eingeklemmt. Dieser darf nicht herunterfallen, die Hände dürfen dabei nicht benutzt werden. Nun müssen sich die beiden Partner jeweils um sich selbst drehen. Kraft und Gelenkigkeit halten den Ball zwischen den beiden Spielern oben.

„Kegelball“: Die Schüler spielen in zwei Teams gegeneinander. Es muss ein Medizinball über eine bestimmte Distanz ins Ziel getrieben werden. Dazu kegeln die Schüler den Ball jeweils mit einem anderen Medizinball ein Stück weiter. Der Impuls beim Aufprall treibt den Ball ins Ziel.

„Ballraupe“: Zwei Teams spielen gegeneinander. Die Schüler sitzen dicht hintereinander auf dem Boden bzw. auf einer Langbank, falls dies leichter ist. Nun wird ein Medizinball pro Team auf eine bestimmte vorgegebene Weise durch die Schülerraupe transportiert, z. B. über den Kopf hinweg nach hinten reichen, seitlich neben dem Körper vorbeigeben, mit ausgestreckten Armen weitergeben usw. Wer zuerst den Ball im Ziel hat, ist Gewinner.

Natürlich gibt es zu allen Handgeräten zahlreiche andere Varianten und Spielideen. Mit kreativen Abwandlungen kann man die Spielideen für die eigene Klasse anpassen. Die etwas angestaubten Sportgeräte kommen so wieder zu neuem Glanz und bringen frischen Wind in die Bewegungsstunde.

Claudia Omonsky

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