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Außerschulische Lernorte

„Juhu, wir gehen ins Museum!“

Ein Museum ist ein fantastischer Lernort, an dem Schüler viel entdecken, lernen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. Ein paar wenige Vorbereitungsschritte helfen, den Museumsbesuch zu einem großen Lernerlebnis zu machen.

Außerschulische Lernorte: „Juhu, wir gehen ins Museum!“ In einem Technikmuseum lassen sich Kinder leicht auch für Technik und Naturwissenschaften begeistern © Monkey Business - stock.adobe.com

In Nürnberger Museen bringen Grundschulkinder „Leben in die Bude“, schreibt Anna Günther in der Süddeutschen Zeitung. Fünf Mal im Jahr kommen Kinder aus 56 Klassen der 50 städtischen Grundschulen in die Museen. Und in jedem Museum lernen sie etwas anderes: Im Germanischen Nationalmuseum erfahren Viertklässler zum Beispiel, „wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Weltreligionen beim Advent und an Weihnachten sind“, und im Museum Industriekultur befassen sich Drittklässler mit der Energieform Strom. Dass damit auch gleich zentrale Unterrichtsthemen der jeweiligen Jahrgangsstufen abgedeckt sind, ist kein Zufall: Kunst- und Kulturpädagogin Gesa Büchert hat für die Museumsbesuche der Kinder ein spezielles Museumscurriculum entwickelt, das sich am Grundschullehrplan orientiert. Die Lehrkräfte bereiten die Themen im Unterricht vor und nach, und die Museumspädagogen vermitteln die Inhalte erlebnis- und handlungsorientiert in den Ausstellungsräumen. – Den Schülern gefällt das offensichtlich, denn sie animieren zunehmend auch ihre Eltern und Geschwister zum Museumsbesuch.

Wenngleich die enge Zusammenarbeit von Museen und Schulen ein Einzelfall ist, gibt es doch deutschlandweit in den Museen spezielle Angebote für Kinder. Wie und wo finden Sie die besten? Und wie machen Sie als Lehrkraft für Ihre Klasse den Museumsbesuch auch ohne museumspädagogische Unterstützung zum unvergesslichen Erlebnis? Das erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Kindermuseen: Lernen mit allen Sinnen

In den meisten größeren Städten gibt es „Kindermuseen“. Hier haben Ihre Schüler viel mehr Spaß und Sie als Lehrkraft viel weniger Stress, denn Sie müssen nicht dauernd sagen „Leise!“ oder „Nichts anfassen!“ Passende Angebote in Ihrer Region finden Sie ganz schnell mit den Suchbegriffen „Kindermuseum“, „Kinder Mit Mach Museum“.

Hier experimentieren die Kinder, sie werden aktiv und lernen spielerisch. Und oft finden sie sogar Zugang zu meist eher unliebsamen Themen wie Kunst und Kultur, Mathematik oder Natur und Technik. Grundschullehrerin Annette Holl informiert Sie auf der Website elternwissen.com über die „7 besten Kindermuseen Deutschlands“

Wenn Sie gleich einmal wissen möchten, wie es in einem solchen Kindermuseum zugeht, dann sehen Sie sich die Website des MachMitMuseums Miraculum in Aurich an: Alle 10 Monate gibt es hier eine neue Ausstellung zu einem spannenden Thema. Die Kinder unternehmen zum Beispiel eine „Reise zum Mittelpunkt der Zeit“ und erforschen dabei die Welt mit allen Sinnen. Vielfältige interaktive Angebote fesseln die Aufmerksamkeit der Schüler und laden – quasi nebenbei – zum aktiven entdeckenden Lernen ein. 

Wenn Sie als Lehrkraft den Kindern zum Beispiel erklären möchten, wie auf topografischen Landkarten Höhenunterschiede mit Höhenlinien dargestellt werden, kann das ganz schön kompliziert werden. Haben die Schüler aber einmal mit dem Augmented-Reality-Sandkasten in Aurich gespielt, ist sofort alles klar. 

Museumspädagogik – ein Crashkurs für Lehrer

Auch ein Besuch in „ganz normalen“ Museen kann Kindern Spaß machen. An vielen Museen gibt es einen Museumspädagogischen Dienst, sodass Sie auch hier spezielle Angebote für Ihre Schülergruppe buchen können. Wenn Sie auf sich alleingestellt sind, dann können Sie die einfachen Tipps von Museumspädagogin Elke Schneier auf der Seite sofatutor aufgreifen. Hier schon mal einige ihrer Anregungen:

Wie lenken Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Schüler auf die Exponate? Am besten mit kleinen Spielen und Aufgaben: Die Kinder suchen z. B. „Sachen nach dem Alphabet (Beispiel A wie Apfel, B wie Blatt, ...) oder Zahlen“, „klitzekleine oder riesengroße Museumsstücke“ oder auch Tiere. Auch bei dem Spiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ schauen die Kids ganz genau auf die Dinge in ihrer Umgebung.

Weiterführende Hinweise

Die besten Museen für Kinder stellt die Website geolino vor.

Eine Familie mit zwei Kindern testet Museen in Deutschland. – Hier sind ihre Top-Ten.

Auch die Autoren der Website Duden Learnattack wissen, was Kindern im Museum richtig Spaß macht.

Gemeinsam mit den Schülern könnten sie sich fantasievolle Geschichten zu den Ausstellungsobjekten ausdenken, z. B.: „Was haben die Menschen auf dem Bild wohl gerade erlebt, dass sie so aussehen, wie sie ausschauen?“ Oder Sie machen Gedankenexperimente: „Wozu und wie könnte man das Ding benutzen?“ „Spekulieren und begründen Sie wild drauf los“, rät die Autorin. Interessant sind auch die Fragen: Was fällt dir auf? Was siehst du, was sehe ich? Warum sieht jeder etwas anderes? 

Sehr schön auch der Auftrag: „Stelle die dargestellten Personen nach.“  Denn dabei ließen sich „Körperhaltung, Mimik und Gestik am eigenen Leib erspüren“, so die Museumspädagogin. Diese lebenden Skulpturen sind auch ein schönes Fotomotiv. (Kein Blitzlicht!) Das geht natürlich auch im Nachhinein wieder in der Schule.

In Partnerarbeit könnten die Schüler auch Exponate interviewen: „Was tust du nachts?“ Auch hier können die Schüler ihrer Fantasie freien Lauf lassen. 

Zum Abschluss des Museumsbesuchs erzählen die Kinder, was heute ihr Lieblingsobjekt war. Bei der Nachbereitung im Unterricht könnten Sie dann noch einmal einige der Spekulationen über den Alltag der dargestellten Personen aufgreifen und erzählen, wie die Personen in ihrer Zeit tatsächlich gelebt haben. Und dann werden die Kinder noch einmal aktiv kreativ: Mit „Exponaten aus der Hosentasche“ bauen sie ihr eigenes kleines Museum im Klassenzimmer. – Eine schöne Anregung der Museumspädagogin, die versichert: „Das ist garantiert nicht langweilig!“

Martina Niekrawietz

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