Fach/Thema/Bereich wählen
Unterricht im Herbst

Kleine Herbstprojekte für unstete Zeiten

Ob konsequenter Präsenzunterricht in diesem Herbst möglich ist, steht in den Sternen. Doch mit diesen Anregungen für kleine, einfache Herbstprojekte sind Sie für alle Eventualitäten bestens gerüstet.

Unterricht im Herbst: Kleine Herbstprojekte für unstete Zeiten Farbenfrohe Herbstprojekte gestalten © arborpulchra - stock.adobe.com

Eine ganze Projektwoche Herbst! Begeistert berichten die Kinder der Primarstufe auf der Website der Janusz-Korczak-Schule von ihren Erlebnissen in den unterschiedlichen Themen-Gruppen: „Wir haben einen Big Mama Kürbis ausgehöhlt und ein Gesicht hineingeschnitten“, schreibt Marco aus der „Kürbisgruppe“. Julian war in der Gruppe „Äpfel, Äpfel, Äpfel“ und hat Apfelsaft und Apfelkuchen gemacht. Auch in der Kartoffelgruppe probierten die Kids verschiedene Rezepte aus. Und nachdem sie am Mittwoch „gefühlt einmal um die Welt gewandert“ waren, wie Schüler Saman erzählt, durften sie sich am Donnerstag beim Stempeln eines Kartoffelbildes erholen. 

Während die Projektwoche an der Janusz-Korczak-Schule (JKS) bereits 2013 stattfand, erschwert in diesem Herbst die Corona-Epidemie langfristige Planungen. Deshalb haben wir im Folgenden ein paar Ideen und Anregungen der JKS, aus dem Netz und aus dem Lehrerbüro zusammengestellt, die sich auch zwischendurch sehr gut verwirklichen lassen.  

Die Früchte des Herbstes genießen

Viele der auf der Website der JKS aufgeführten Aktivitäten lassen sich auch „von einem Tag auf den andern“ planen und umsetzen: Die Bestimmung verschiedener Apfelsorten etwa geht auch ganz einfach ohne vorherigen Einkauf durch die Lehrkraft. Geben Sie einfach den Kindern als Hausaufgabe den Auftrag, Äpfel mitzubringen. – Vermutlich kommt dadurch eine kleine Auswahl verschiedener Sorten zusammen, die Sie dann – gut sichtbar für alle Kinder – auf einem Tisch auslegen. Bei der Bestimmung der gängigsten Sorten hilft z. B. diese Website mit Fotos und beschreibenden Texten. Daraus lässt sich per Copy & Paste zudem ganz schnell eine kleine Bestimmungsfibel zum Ausdrucken erstellen. Oder eine Verkostungstabelle mit Fotos, auf der die Kinder festhalten, wie die probierten Apfelschnitze schmecken (sauer, süß, saftig, mehlig etc.) und für ihre beiden Lieblingssorten Klebepunkte vergeben. Im Rechen-Unterricht ermitteln die Kinder dann die bevorzugte Klassensorte durch Auszählen der Klebepunkte.

Auch Kartoffeln können die Kinder von daheim mitbringen. Hier gibt es zwar keine „typischen“ Sorten wie bei Äpfeln. Dafür können die Schülerinnen und Schüler in der Schulküche geschmackliche Unterschiede oder auch Eigenschaften wie „festkochend“ oder „mehlig“ erkunden: Einfach große und kleine Kartoffeln verschiedener Sorten in einen Topf werfen, kochen, und immer wieder einmal mit einer Gabel prüfen (Kartoffeln dazu herausnehmen!), welche schon fertig sind. 

Die eingangs erwähnte Technik „Bilder mit Kartoffelstempeln“ eignet sich gut für den differenzierenden Kunstunterricht: Die Motive können vorgegeben/vorgezeichnet werden (Schmetterling, Baumkrone etc.), die Stempel beliebig fein oder grob geschnitten sein – je nach taktilen Fähigkeiten der Kinder. Schüler und Schülerinnen, die etwas mehr Zeit brauchen, bedrucken einfach eine kleinere Fläche. 

Zum Aushöhlen eines Kürbisses verwendet man einen großen Löffel und am besten eine weiche Kürbissorte, z. B. Hokkaido. Bei denen darf die Schale meist mitgekocht und auch gegessen werden. Das Innere des Kürbisses kann weiterverarbeitet werden: Das Fleisch zu einer Suppe, die Kerne getrocknet oder geröstet als leckere Knabberei. Beim Auslösen der Kerne aus den Fasern braucht es etwas Geduld, das Rösten im Backofen hingegen geht schnell und (fast) von selbst: Ein-, zweimal „umrühren“ sorgt dafür, dass die Kerne auf beiden Seiten knusprig werden.

Herbst mit allen Sinnen erleben

Beim Thema Äpfel, Kartoffeln und Kürbis haben die Kinder bereits den Herbst geschmeckt. Aber wie sieht der Herbst aus? Wie riecht er? Wie fühlt er sich an? Gibt es spezielle Herbstgeräusche? Diese Fragen lassen sich bei einer Exkursion in der Umgebung der Schule mit verschiedensten Aktivitäten erforschen: Blätter sammeln, ihre Farben beschreiben, einen Baum mit fallenden Blättern fotografieren, ganz still stehen und lauschen, typische Herbstgeräusche mit dem Handy einfangen (Wind, der in Blätter fährt, auf welke Blätter treten, Blätter zusammenkehren etc.), die feuchte Erde riechen, Baumfrüchte sammeln (Bucheckern, Kastanien, Ahornsamen, kleine Zweige, trockene Äste, Moose etc.) usw. Das Gute an diesen Aktivitäten: Sie funktionieren auch als Hausaufgabe oder im Wechsel- oder Distanzunterricht, denn die Kinder können viele der genannten Arbeitsaufträge eigenständig zu Hause erledigen.

Mit den gesammelten Naturmaterialien können Sie im Kunstunterricht zwei sehr gute Ideen der JKS-Projektgruppe „Herbst mit allen Sinnen“ umsetzen: 

  1. Jeweils zwei Filmdöschen mit bestimmten Materialien (Nüsschen, „Propellersamen“ vom Ahorn, Blätterstiele ...), die einen charakteristischen Klang haben, befüllen. Anschließend alles mischen, geordnet auslegen und durch Schütteln und Horchen die zusammengehörigen Geräuschpaare finden.
  2. Kleine „Fühlkästen“ mit zwei oder drei Zutaten gestalten – wie es geht, beschreibt Brian von der JKS: „Ich haben einen Schuhkarton mit Blättern beklebt und Haselnussgehäuse hineingetan“.

Kunst für Innen- und Außenräume

Vieles, was die Kinder in der herbstlichen Natur finden, eignet sich auch wunderbar zur Weiterverarbeitung oder -verwendung im Kunst- oder Werkunterricht, wie viele Beispiele im Beitrag „Herbstdeko basteln mit Kindern“ zeigen: 

  • Herbstblätter mit wenigen Filzer-Strichen als Igel gestalten, 
  • als dekorativen Stempel einsetzen, 
  • mit kleinen Zweiglein und Baumfrüchten Bilder von Strichmännchen zaubern oder daraus 
  • lustige Tierchen „und seltsame Kreaturen“ erschaffen, 
  • sich daraus eine coole Gesichtsmaske basteln oder 
  • eine schnelle Fensterdeko zaubern: Verschiedene Blätter an unterschiedlich langen Fäden aufhängen u. v. m.

Es gibt dort viele tolle Bastelideen, die auch dann etwas „hermachen“, wenn sie in nur wenigen Minuten fertiggestellt werden müssen.

Auf den Spuren des großen Land-Art-Künstlers Andy Goldsworthy wandeln die Kids bei zwei gestalterischen Projekten für den Draußen-Unterricht, die Ihnen der Beitrag „Lebendige Kunst-Projekte im Corona-Herbst“ vorstellt: Da legt eine niedersächsische Grundschulklasse eine Spirale aus knallgelben Ahornblättern. Und die Kinder basteln in Gruppenarbeit „verschachtelte Rechtecke“ aus gesammelten Stöcken und geraden Ästen: Geometrie mal anders – im fächerverbindenden Tandem mit dem Kunst- oder Werkunterricht!

Martina Niekrawietz


Mehr zu Ratgeber Fachunterricht
Cookies nicht aktiviert

Ihr Browser akzeptiert derzeit keine Cookies.

Wenn Sie das Lehrerbüro in vollem Umfang nutzen möchten, dann muss in Ihrem Browser die Nutzung von Cookies erlaubt sein.

Was Cookies genau sind und wie Sie die Browser-Einstellungen ändern können, erfahren Sie auf dieser Seite: Cookies nicht aktiviert

×