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Spielerisch lernen

Lautgebärden – die Lust der Selbstdarstellung nutzen

Lernspaß erhöht den Lernerfolg. Mit Lautgebärden steigen alle Schüler/-innen mit Spaß und Neugier in den sprachlichen Anfangsunterricht ein.

Spielerisch lernen: Lautgebärden – die Lust der Selbstdarstellung nutzen Mit Spaß die Buchstaben lernen © Ilike - stock.adobe.com

Mit Spaß und emotionaler Beteiligung lässt es sich viel besser lernen. Das wissen wir nicht erst seit Herr Spitzer (2006) das mit seiner neurobiologischen Untersuchung belegt hat. Das ist auch eine ganz menschliche Tatsache, die jeder von uns schon vielfach erlebt hat. Diesen Lernspaß und die Lernfreude zu kitzeln, ist gerade im Anfangsunterricht ganz wichtig. Denn die Erfahrungen der ersten Wochen sind oft entscheidend, wie die Schulanfänger ihre Lernhürden nehmen. Die großen Anforderungen an diese noch kleinen Menschen sind schon enorm: stillsitzen, Bedürfnisse verschieben, mitdenken, verstehen, aufzeigen, und vor allem sich ständig ihrem „Noch nicht können“ zu stellen. Wir zeigen Ihnen, wie sie mit der Fotogalerie das Buchstabenlernen und Wörterschreiben Ihrer Schulkinder lustvoll und erfolgreich unterstützen können. Damit möglichst alle Kinder einen guten Start haben, und dabei ihre immanente Lernlust behalten und sich den täglichen Herausforderungen stellen können.

Lautgebärden für nachhaltiges Memorieren der Buchstaben

Weiterführende Links 

Eine kostenfreie Übersicht über Lautgebärden finden Sie hier.

Umfangreicher Ratgeber von scolix im Lehrerbüro: Laute mit allen Sinnen erleben

Weitere Literatur zu Lautgebärden in der Lehrerwelt. 

Dazu verwenden Sie die Lautgebärden, die in ihrem Sprachbuch angezeigt sind. Üben Sie die Lautgebärden zu den jeweiligen Buchstaben mit der ganzen Klasse. Die Lautgebärden sind der Garant dafür, dass alle Kinder mit Freude und Können, die Buchstaben gut verinnerlichen und schon frühzeitig Silben und kleine Wörter als Gebärden darbieten können. Der große Vorteil der Lautgebärden ist, die Kinder können alle gleichzeitig mitmachen, sie können aktiv sein und sie haben neben dem visuellen Input noch den körperlich erlebbaren. Alles, was man körperlich „begreift“ verankert sich tiefer im Arbeitsspeicher und kann so einfacher und fehlerfreier abgerufen werden. Zudem setzt die Lautgebärde an den Vorerfahrungen der meisten Kinder aus der Kita an. Sie kennen oft Lieder, die mit Gesten begleitet werden. Sie haben also direkt schon ein Gefühl, „ach das kenn ich ja schon, das kann ich“. Das ist besonders für unsichere oder bildungsferne Kinder wichtig, die ein eher schwach ausgeprägtes Selbstbewusstsein hinsichtlich ihrer ersten Lernfortschritte haben.

Lernspiele mit Lautgebärden

Natürlich  können Sie einfach die Lautgebärden üben. Der Anreiz zum Lernen wird aber noch einmal gesteigert, wenn das Lernen in ein Spiel verpackt wird. Ich stelle Ihnen im Folgenden einige Spiele zum Lernen von Lautgebärden vor.

Lautgebärden-Kette:

Sie sagen einen Buchstaben und die ganze Klasse gebärdet ihn. Danach übernimmt ein Kind die Rolle des Ansagens und so weiter. Oder ein anderes Kind macht eine Gebärde und nimmt ein Kind dran, welches den Buchstaben dann sagt. 
Das Gleiche mit lautgetreuen Wörtern: Variieren sie mit Bildkarten und Lautgebärden. Sie werden sehen, das macht den Kindern großen Spaß, da es einen Rätselcharakter hat. Das lieben die Kinder und jeder kann auf seine Weise mitmachen und sein Können zeigen. Zudem ist das Gebärden, eine kleine, unmerkliche Stilleübung, die den oft turbulente Anfangsunterricht ein wenig zur Ruhe kommen lässt.

Die Fotogalerie der Lautgebärden

Die Fotogalerie ist ein wunderbares, und erweitertes Übungsformat zum Gebrauch der Lautgebärden. Es hat einen sehr hohen Aufforderungscharakter, denn die Kinder sehen sich selbst und ihre Mitschüler/-innen mit ihrer Lautgebärde auf dem Foto. Das finden Kinder in dem Alter immer sehr spannend. So gehen sie vor:

  • In der ersten Unterrichtswoche lassen Sie von jedem Kind ein Buchstabenkärtchen (idealerweise mit Anlautbild) ziehen.
  • Notieren Sie sich in einer Liste welches Kind, welchen Buchstaben hat.
  • Am Ende der Woche fotografieren sie das jeweilige Kind mit seinem Buchstaben als Lautgebärden, der am Montag dann eingeführt wird. Den allersten Buchstaben übernehmen natürlich Sie.
  • Versehen sie alle Fotos mit einem Magnetstreifen und heften sie diese dann an die Tafel. So entsteht nach und nach eine Fotogalerie der Lautgebärden der ganzen Klasse. Wenn möglich geben sie der Fotogalerie einen festen Platz, beispielsweise auf der Innenseite der Tafel.

Das Fotomaterial für einen schülerzentrierten Unterricht

Mit der Fotogalerie der Lautgebärden haben Sie ein zusätzliches Übungsmaterial, dass sie ganz kreativ verwenden können. Hier zwei Beispiele:

Erstens: In der Freiarbeit können die Kinder an die Tafel gehen und hinter die Fotos die Buchstaben schreiben, Silben bilden oder kleine Wörter anschreiben. Oder sie gehen einfach nach vorne und ahmen die Lautgebärden nach.

Zweitens: Im Unterricht können Sie Buchstaben, Silben und Wörter an die Tafel anheften und raten oder als „Diktat“ aufschreiben lassen. Dann übernehmen die Kinder den „Lehrer/-innen-Job“ und fordern die Mitschüler/-innen auf den selbstausgewählten Anlautbildern die Gebärdenfotos zuzuordnen. Später heften die Kinder zu den angeschriebenen Wörtern oder Wortkarten, die Fotos entsprechend an.

Gute Erfahrungen habe ich mit den Fotogebärden auch im Förderunterricht gemacht. Lautgebärden haben einen hohen Aufforderungscharakter. Das selber darstellen können der Buchstaben stärkt zunehmend die Selbstsicherheit und das Selbstvertrauen. Das wiederum beschleunigt den Memorierungs- und Leseprozess der Kinder.

Weitere Gedanken

Der Kreativität von Schüler/-innen und Lehrer/-innen sind hier keine Grenzen gesetzt. Auch im Sitzkreis können die Karten bestens eingesetzt werden. Als Kim-Spiel oder als Memory: Wer findet ein Pärchen aus Lautgebärde und Buchstabenkarte. Gleichzeitig prägen sich auch die Namen der Mitschüler/-innen über die Fotos noch besser ein. Beispielsweise mit dem Namensquiz: Welches Kind gebärdet den Buchstaben „A“ etc.?

Dadurch, dass alle Kinder einen Buchstaben mit Lautgebärde fotographisch erhalten, bleibt das Buchstabenlernen bis zum Schuljahresende attraktiv und spannend. Sie sehen: Mit dieser einfachen Fotogalerie können sie ihren Schüler/-innen viel Freude, Kreativität und Lernerfolg bereiten.

Christine Frank


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