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Unterrichtsideen

Lebendige Kunst-Projekte im Corona-Herbst

Kreatives Gestalten öffnet neue Horizonte – gerade auch für Kinder in Corona-Zeiten. Kunstprojekte regen die Fantasie an und motivieren zu schöpferischem Tun, mit erstaunlichen Ergebnissen und einem Zugewinn an Selbstbewusstsein.

Unterrichtsideen: Lebendige Kunst-Projekte im Corona-Herbst Draußen in der Natur können Ihre Schüler/-innen wunderbare Bilder im Land-Art-Stil gestalten © Xaver Klaussner - stock.adobe.com

„Die Welt gehört in Kinderhände“, sang Herbert Grönemeyer im Jahr 1985 in seinem bekannten Lied „Kinder an die Macht“. Doch wie würden Ihre Schüler/-innen die Welt verändern, wenn sie dürften? Das zeigen die beeindruckenden Ergebnisse des Nürnberger Museumsprojektes „Kinder bauen eine Weltverbesserungsmaschine“. Aus Büroklammern, leeren Dosen, Schachteln, Büroklammern, kaputten Glühbirnen etc. basteln die Kinder Modelle ihrer „Maschinen“, mit denen sich ihre Utopien umsetzen lassen: Altes Spielzeug in neues verwandeln, Müll recyceln, Konflikte beenden – ganz ernsthaft erklären die kleinen Erfinder/-innen im oben verlinkten Video, wie ihre Maschinen persönliche Wünsche erfüllen oder die Probleme der Welt lösen könnten. Eine wunderbare Idee für ein Projekt im Kunstunterricht, das Sie im Präsenzunterricht anstoßen und beginnen, und dessen Umsetzung Sie dann in möglichen Homeschooling-Phasen begleiten könnten. 

Gut für mich – gut für die ganze Welt

Als Einstieg könnte das Grönemeyer-Lied dienen. Daran schließt sich eine kleine Umfrage im Morgenkreis an: „Eine Fee möchte dir deinen sehnlichsten Wunsch erfüllen. Was wünschst du dir?“ Die Wünsche der Kinder halten Sie an der Tafel fest und ordnen dabei gleich nach persönlichen Wunschvorstellungen und solchen, die dem Gemeinwohl zuträglich sein könnten. Möglich wäre auch, zunächst alle Wünsche der Reihe nach in der ersten Spalte einer dreispaltigen Tabelle zu sammeln. Über die zweite Spalte kommt dann die Überschrift „Gut für mich“, über die dritte „Gut für die ganze Welt“. – Die Zuordnung zur jeweiligen Spalte mit begleitendem Unterrichtsgespräch wäre dann eine schöne Aufgabe für den Religions- oder Ethikunterricht. Die Wünsche der Kinder sollten dabei alle gleichermaßen wertgeschätzt werden.

Von der Idee zur Umsetzung mit praktischen Hilfen

Damit sich die Kinder etwas unter einer „Weltverbesserungsmaschine“ vorstellen können, sehen sie sich mit ihnen einfach den Anfang des eingangs verlinkten Videos an. Besser noch, Sie stellen eine eigene persönliche Variante vor, in der verschiedenste Materialien verarbeitet sind. 

Und natürlich müssen ganz praktische Fragen beantwortet werden: Wie baue ich einen Zylinder mit Deckel? Wie sieht der Grundriss eines Würfels bzw. Quaders aus? Wie arbeite ich dabei mit Klebekanten? Und wie befestige ich alles sicher am Boden? – Das sind Fragen, die auch im Geometrieunterricht beantworten werden können: Stichwort geometrische Körper.

In Deutsch beschreiben die Kinder in einer kurzen Gebrauchsanweisung, wofür und wie man die Weltverbesserungsmaschine nutzt. Wahlweise drehen die Kinder mit Eltern oder Geschwistern ein Video, in dem sie ihre Maschine beschreiben und erklären. Dann noch diese Videos auf die Schulwebsite hochladen (Achtung: Datenschutz beachten!) und fertig ist eine digitale Ausstellung, die sicherlich viele Besucher anlocken wird.

Damit die Kinder sowohl zu Hause als auch in der Schule an ihrer „Weltverbesserungsmaschine“ arbeiten können, verwenden Sie am besten einen stabilen Karton, der dann verschlossen und geschützt hin und her transportiert werden kann. 

Herbstliche Kunstprojekte für Draußen-Schultage

Im Freien ist das Ansteckungsrisiko für Lehrkräfte und Schüler/-innen zwanzigmal niedriger als in geschlossenen Räumen. Deshalb empfiehlt es sich, den Kunstunterricht auch in der kälteren Jahreszeit immer wieder einmal ins Freie zu verlegen. 

Ein Kunstprojekt für einen herbstlichen Draußen-Schultag stellt Ihnen die Website der Grundschule im niedersächsischen Otze vor: Im Unterricht lernten die Erst- und Zweitklässler/-innen einige herbstliche Werke des Land-Art-Künstlers Andy Goldsworthy kennen: „Die Fotografie von der Steinspirale hat uns gut gefallen“, schreiben die Kinder auf der Schulwebsite, also „sind wir raus auf die Wiese hinter das Schützenhaus gegangen und haben mit der ganzen Klasse aus Ahornblättern eine Spirale gelegt“ (ebd.). Die Kinder sind begeistert: Die ganze Klasse arbeitet im Team, die Kinder sammeln gelbe Ahornblätter und geben sie in einer Kette weiter. Am Ende ist die Spirale so groß geworden, dass alle Schüler/-innen darin Platz haben. Die Kinder haben ein „tolles Erlebnis“ und ein „cooles Gefühl“: „Mir ist vor Freude ganz warm geworden“, erzählt Vivica (ebd.).

In der nächsten Kunststunde legen die Kinder in Gruppenarbeit aus Stöcken verschachtelte Rechtecke. Eine weitere Gruppe legt einen Kreis, in dem Eicheln dicht bei dicht liegen. Drum herum drapieren sie lose weitere Eicheln um den Innenkreis. „Zum Schluss sieht das fast aus wie eine Sonne – richtig schön“, findet Schülerin Charlotte. – Die Kinder sammeln ihre Werkmaterialien in der freien Natur, was Sie als Lehrkraft zusätzlich entlastet. Wichtig ist nur, vorher nachzusehen, ob auf dem Areal auch genügend Material für das jeweilige Kunstwerk vorhanden ist.

Mit Blättern die Farben des Herbstes entdecken

Viele minutiös beschriebene Anregungen für den Präsenzunterricht oder auch für häusliche Kunstaufgaben bietet die Website „Herbst“ der „Kunstgalerie der rote Hahn“: Im Herbst suchen die Kinder zum Beispiel einfarbige Blätter und versuchen, aus den Farben ihres Malkastens möglichst exakt den Farbton des Blattes zu mischen.

Diese Herbstfarben dienen dann als vollflächiger Hintergrund für ein weiteres Herbstbild. Aus Zeitungspapier reißen die Schüler/-innen Elemente für einen Baum, der auf den getrockneten Hintergrund geklebt wird. – Klebt man die Bäume schief in eine Richtung und dazu noch einen durch die Luft wirbelnden Regenschirm oder fliegende Äste, lässt sich sogar ein Herbststurm zu Papier bringen. Übrigens: Auch wenn der erste Schnee fällt, gehen Ihnen mit dieser Website die Ideen garantiert nicht aus. Sehen Sie selbst.

Martina Niekrawietz

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