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Apps zur Leseförderung

Lesekompetenz fördern: digital & analog

Wer sich für das Lesen begeistern will, sollte zuvor natürlich unbedingt flüssig lesen und verstehen können, was er/sie da liest. Wir stellen Apps zur Förderung der Lesekompetenz vor und geben weitere Tipps. 

Apps zur Leseförderung: Lesekompetenz fördern: digital & analog Apps zur Förderung der Lesekompetenz © blende11.photo - stock.adobe.com

„Einfach vorlesen!“ lautet die Devise einer Gemeinschaftsinitiative der Stiftungen Lesen und Deutsche Bahn. Jeden Freitag erscheinen auf der Website neue Geschichten aus Kinderbüchern verschiedener Verlage. Kostenfrei und gestaffelt nach den Altersgruppen 3, 5 und 7 Jahre.

Das ist sicherlich ein guter Tipp für die Eltern Ihrer Schüler, denn das Vorlesen hat für „Sprachentwicklung, Symbolverständnis und Weltwissen“ von Kindern eine enorme Bedeutung, wie die Ergebnisse mehrerer Vorlesestudien zeigen (vgl. im verlinkten Dokument S.7). Dass Kinder und Jugendliche mit Lesekompetenz auch während der Corona-bedingten Schulschließungen im Fernunterricht besser lernten, zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Elternbefragung auf der Website des BR. Jetzt, wo Schulen vorsichtig wieder im Wechselunterricht öffnen, ist es wichtig, auch bei den weniger leseaffinen Kindern die Lesekompetenz zu fördern und Lernlücken zu schließen. Dieser Beitrag unterstützt Sie dabei mit Tipps für digitale Tools und analoge Fördermethoden. 

Apps für Leseflüssigkeit

Wer sich für das Lesen begeistern will, sollte zuvor natürlich unbedingt flüssig lesen und verstehen können, was er/sie da liest. Steht z. B. der zu lesende Text auf dem Kopf, erleben auch versierte Leser/-innen, wie wenig Spaß Lesen macht, wenn man den Text beim Lesen „buchstabieren“ muss. Dieses Experiment machen Jonas Seekatz und Lukas Heymann von der Stiftung Lesen in ihrem Video-Tutorial „Leseflüssigkeit mit Apps fördern“ , und danach ist klar, was Leseflüssigkeit umfasst:

  •  „Genauigkeit beim Dekodieren von Wörtern,
  • Automatisierung der Worterkennung,
  • angemessene Lesegeschwindigkeit und
  • sinnvolle Betonung, Intonation und Sequenzierung.“

Apps für schulische Leseförderung

Die drei vorgestellten Apps des oben verlinkten Tutorials trainieren genau diese Kompetenzen:

Die kostenfreie App Anton startet „ganz basal“ mit „den ersten Buchstaben, den ersten Lauten, den ersten Silben“ und „baut sich immer weiter auf“. Fürs Leseflüssigkeitstraining gibt es etwa die Übung, „Stolperwörter“ zu finden. Beispiel:  „Wir fahren mit dem Urlaub Auto zum Bauernhof.“ Das Stolperwort ist „Urlaub“, das bei genauem Lesen nicht ihn den Satz gehört. Es folgen mehrere Sätze mit Stolperwörtern, und wer alles richtig löst, bekommt kleine Münzen, die die jeweilige Schülerin oder der jeweilige Schüler dann in die Spiele bei Anton investieren kann. 

Die App Blitzlesen zielt in erster Linie auf „Sichtwortschatz“ ab und fördert das flüssige Lesen auf Wortebene: Wörter werden für Sekundenbruchteile eingeblendet, die das Kind erkennen und korrekt wiedergeben können sollte. Die App ist zwar werbefrei, ohne In-App-Käufe und läuft stabil, kostet aber „rund 4 Euro 50“.

App Nummer 3 ist eKidz, die mit bis zu zwölf Lese-Kompetenzstufen arbeitet und dem Lernenden verschiedene Funktionsstufen bietet:

  • Die Mitlesefunktion erleichtert das Mitlesen durch farbiges Hervorheben der einzelnen Wörter,
  • die Aufnahmefunktion zeichnet das eigene Lesen über das Mikro auf und
  • die Ansichtsoptionen zeigen die Geschichten aller Lesestufen wahlweise in der „Nur-Text-Ansicht, der Text-Illustrationen-Ansicht oder in der Nur-Illustrationen-Ansicht“ (vgl. dazu: die Praxistipps zur Gestaltung von digitalen Lesestunden mit eKidz

Spiele, Übungen und Material zur Leseförderung

Einen umfangreichen Pool von Spielen und Übungen hat die Akademie für Leseförderung auf ihrer Website zusammengestellt. Von „ABCDiarium“ bis zu einer „Zitatesammlung Lesen“ reichen die Unterrichtsvorschläge und -ideen mit didaktisch-methodischen Kommentaren und Materialien. Oft lassen sie sich sowohl analog als auch digital einsetzen, zum Beispiel das „Minibuch mit 7 Tipps“.
Es richtet sich speziell an die Eltern, denn sie sind – wie auch die eingangs erwähnten Vorlesestudien zeigen – „die wichtigste Instanz bei der Lesesozialisation von Kindern“ (ebd.). Das Ziel der Übung ist es, mit ihnen bei einem kleinen Workshop oder bei einer Videokonferenz ein kleines „Minibuch“ in der Sprache der Familie zu basteln, das dann als Checkliste für Leseförderung dienen kann. Die Bastelbögen gibt es in insgesamt 9 Sprachen, und eine Videoanleitung zeigt, wie daraus das kleine Büchlein gemacht wird. Klar, dass im Minibuch auch dieser wichtige Tipp nicht fehlt: „Lesen Sie Ihrem Kind täglich vor oder lesen Sie mit ihm gemeinsam. Tauschen Sie sich über das Gelesene aus.“
 

Martina Niekrawietz


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