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Fächerübergreifend unterrichten

Lesespurgeschichten im Musikunterricht

Schüler lieben Lesespurgeschichten. Diese Begeisterung, lesend Rätsel zu lösen, lässt sich auch im Musikunterricht nutzen, um Lehrplanthemen spannend in Musik-Geschichten zu verpacken — und damit den Tönen auf die Spur zu kommen.

Fächerübergreifend unterrichten: Lesespurgeschichten im Musikunterricht In der Lesespurgeschichte zum Feuervogel erfahren die Kinder etwas über die Musik Igor Strawinskys © Irina Borsuchenko/Shutterstock.com

Wer kennt eine solche Situation nicht: Dienstagmorgen, die Kollegin ist krank. Natürlich ist man gern bereit, in der Klasse zu vertreten. So steht man nun vor den Schülern und soll womöglich noch fachfremd Musik unterrichten. Die Vorbereitungen für den heutigen Schultag befinden sich noch zu Hause bei der erkrankten Lehrkraft. Es bleibt gerade noch Zeit, schnell einen Klassensatz durch den Kopierer zu schicken. Genau hier können Lesespurgeschichten zur Musik Abhilfe schaffen: Ein Lesetext mit zugehöriger Lesespurkarte, der sogleich noch beliebte Inhalte des Faches Musik lehrplankonform abdeckt. Die Vorgehensweise entspricht dabei exakt den bekannten Lesespurgeschichten aus dem Fach Deutsch. 

Lesend den Spuren folgen

Aber nicht nur im Falle einer Vertretung, sondern auch im eigenen Unterricht, lassen sich diese Lesespurgeschichten jederzeit einbauen und schaffen so eine willkommene Abwechslung im Schulalltag. Denn Schüler lieben Lesespurgeschichten.

  1. Die visuelle Darstellung des Lesetextes auf der Lesespurkarte in Verbindung mit kleinen Rätseln, die im Text versteckt sind, begeistern die Schüler für das sinnentnehmende Lesen.  Ganz konkret sieht das folgendermaßen aus: Durch eigenes Lesen oder durch verstehendes Zuhören beim Vorlesen erschließt man sich die Einleitung der Lesespurgeschichte. Im Anschluss daran liest man die Lesespur 1.
  2. Dann versucht man durch den in Textabschnitt 1 verborgenen Hinweis, den nächsten Ort auf der Lesespurkarte zu finden. 
  3. Hat man den richtigen Ort auf der Karte entdeckt, notiert man die zugeordnete Lesespur (Ziffer) auf der dafür vorgesehenen Linie und liest anschließend bei dieser Ziffer weiter.
  4. Wurde der Hinweis falsch umgesetzt und liest man bei einer verkehrten Spur weiter, verweist diese falsche Lesespur zur letzten richtigen Lesespur.

Lesespurgeschichten bieten ermöglich eine methodische Vielfalt während des Unterrichts, sodass die verschiedenen Arbeitsphasen für die Schüler immer wieder einen neuen Ansporn bieten.

  • Erarbeitung im Klassenverband, zusammen mit dem Partner/der Gruppe oder in Einzelarbeit 
  • Zugang zum Thema mithilfe der Lesespurkarte über verschiedene Medien: Abbildung auf Tafel, Smartboard, Tageslichtprojektor, Dokumentenkamera, Papierform etc.
  • Gemeinsames Arbeiten mit leseschwachen Schülern unterstützt durch die Lehrkraft. Die großformatige Darstellung der Karte, z. B. an der Tafel, kann die Orientierung fördern.
  • Zerteilen der Lesespurgeschichte in einzelne Lesespuren und Verteilen dieser Textpassagen in und außerhalb des Klassenraums zur Aktivierung der Lernenden. Die einzelnen Abschnitte werden in der richtigen Reihenfolge anschließend verglichen und aufgeklebt.

Kindgerechte Aufbereitung musikalischer Inhalte

Bei genauerer Betrachtung des Fachlehrplans Musik stellt einen die Komplexität mancher Themen schnell vor eine große Herausforderung: Sowohl der Anspruch als auch der Umfang vieler Inhalte verlangen der Lehrkraft ab, sich in diese genau einzuarbeiten und anschließend auf Schülerniveau herunterzubrechen. 

Die differenzierten Lesespurgeschichten Musik werden diesem Aspekt in zweierlei Hinsicht gerecht: Einerseits wird der Inhalt kindgerecht aufbereitet, indem in den einzelnen Lesespurgeschichten die zentralen Kerngedanken komprimiert und den Lernenden angeboten werden, andererseits steht der Lehrkraft die Lesespurgeschichte in zweifach differenzierter Form zur Verfügung. 

So bearbeitet jeder Schüler die Geschichte auf seinem Leseniveau. Als Zusatz wurden bei der leichten Variante für die Jahrgangsstufe 2 beispielsweise durch Kennzeichnung in gefetteter Schrift Schlüsselwörter markiert. Dies entspricht dem lesestrategischen Arbeiten, das ohnehin hervorragend anhand von Lesespurgeschichten erarbeitet und trainiert werden kann. 

Ganz neu kommt hinzu, dass sich die Lernenden bereits zu Beginn einer jeden Geschichte selbst Ziele setzen, die sie vorab auf der jeweiligen Lerntagebuchseite abbilden. Im Anschluss an das Lesen der Geschichte dient das Lerntagebuch erneut dazu, sich selbst und die eigene Leseleistung einzuschätzen. Selbstreflexion und kommunikative Kompetenz werden dadurch geschult – und rücken die Lesefreude für die Schüler in den Mittelpunkt.

Sandra Blomann, Anke Zöh

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