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Rechnen lernen

Mit Klappfingern klappt der Rechenstart (Teil 1)

Im ersten Halbjahr des Erstunterrichtes geht es um diesen Zahlenraum bis 10. Dieser muss gesichert erlernt werden. Die Übungen mit Klappfingern aus diesem Beitrag unterstützen Grundschulkinder beim Lernen.

Rechnen lernen: Mit Klappfingern klappt der Rechenstart (Teil 1) Mit den Fingern zählen schult das Rechenverständnis © Syda Productions - stock.adobe.com

„Was sind denn Klappfinger?“ wurde ich letztens gefragt. Ja, das ist ganz einfach. Es ist eine anschauliche und einfache „Methode“ seine 10 Kinderfinger, wie einen Taschenrechner systematisch handelnd nutzen zu können. Es  umfasst alle Rechenoperationen im Zahlenraum bis 10 und eignet sich dadurch für den Anfangsunterricht oder zur Förderung von Kindern mit Schwierigkeiten eines ungesicherten Menge-Zahlbegriffes. Denn im ersten Halbjahr des Erstunterrichtes geht es genau um diesen Zahlenraum und so viel steht fest, ist dieser nicht gesichert, werden die Schwierigkeiten in den Zahlenraum bis 20 fortgeführt. Was gehört aber zum mathematischen Verständnis?  

Für rechnerische Leistungen sind folgende Grundvoraussetzungen bei Schüler/-innen nötig: 

  • Ich muss die Mengenbegriffe weniger, mehr und gleich viel unterscheiden und zuordnen können.
  • Ich muss eine Zahlenmenge erfassen, herstellen und sie benennen können.
  • Ich muss wissen, dass Mengen Ganzheiten sind, die immer in Relationen/ Abhängigkeiten/Beziehungen zueinanderstehen. (Kardinalaspekt)
  • Ich muss Mengen das passende abstrakte Zahlensymbol zuordnen können.
  • Ich muss die Rangfolge der Zahlen wissen. (Ordinalaspekt)

Viele Schulanfänger verfügen über die ein oder andere Voraussetzung, aber es sind auch immer einige Kinder darunter, die nur über den Ordinalaspekt verfügen, und das ist die Krux! Denn sie zählen bei allen Rechenoperationen alle Finger einzeln ab, und kommen meist (im 10er Zahlenraum) relativ problemlos zur richtigen Lösung. Daher war es jahrelang bei der Lehrer- und Elternschaft zurecht verpönt die Finger beim Rechnen einzusetzen. Denn die Finger so genutzt, verhindert den Aufbau der oben genannten mathematischen Grundvoraussetzungen und den darauf aufbauenden Rechenstrategien.

Weiterführende Links

Informationen zu Klappfingern und Dyskalkulie

Interessante Website zum Thema auf der auch der Ordinal- und Kardinalaspekt einfach erklärt wird. 

Mit den Klappfingern nutzen die Kinder ihre Finger systematisch. Sie lernen eine Menge 3, 5, 7 etc. direkt mit ihren Fingern der rechten oder/und linken Hand zu zeigen = aufzuklappen. Sie bekommen über das Fingerhandeln einerseits ein Gespür, die Gewissheit und das Wissen für das, was Menge ist (eine Gesamtheit von Einsen). Außerdem erfahren sie anschaulich und direkt körperlich die Begrifflichkeit „mehr“, „weniger“ und „gleich viel“ sowie die Systematik der „Kraft der 5“, und was negative und positive Zahlenbilder sind.
So können Sie den Gebrauch der Klappfinger systematisch aufbauen:

Lassen Sie sich die Fingerbilder der Kinder immer so zeigen, dass alle Mengen bis 5 nur mit einer Hand gezeigt werden. Beispielsweise die „3“.

          

Trainieren Sie alle Fingerbilder (Klappfinger) bis 10. Achten Sie auf Vollständigkeit und Schnelligkeit. Alle Schülerinnen und Schüler sollten mit der Zeit zum direkten Zeigen der gewünschten Zahl kommen: 

Beispielsweise: „Zeige mir 7!“ und ´zack` wird es so gezeigt: 

Lassen Sie einzelne Schüler/-innen Zahlen nennen, die die Klasse zeigen soll.

Halten Sie eine Ziffernkarte hoch, die Kinder zeigen Ihnen das passende Klappfingerbild.

Heften Sie verschiedene Ziffernkarten an die Tafel und zeigen mit
Ihren Fingern beispielsweise die „8“ und lassen die passende Ziffernkarte an der Tafel finden.

Lassen Sie Fingermengen vergleichen. Benutzen Sie am besten diesen Sprachgebrauch: „mehr“, „weniger“ und „gleich viel(e)“.

Beispielsweise: Sie zeigen 5 Finger und kurz danach 8 Finger:

  • „Wo siehst du mehr Finger?“ oder „Wie viel mehr Finger sind es?“
  • „Wo siehst du weniger Finger?“ oder „Wie viel Finger weniger sind es?“
  • „Wie bekomme ich gleich viele Finger?“  

Dazu brauchen Sie die Hilfe eines Kindes, das die gleiche Anzahl Finger zeigt wie sie. Oder der Schüler/ die Schülerin ruft ein anderes Kind auf, das sein Fingerbild nachstellt.

Sie sehen es gibt sehr viele Variationen mit diesen einfachen Möglichkeiten, wobei Ihnen oder den Kindern sicherlich noch weitere Ideen einfallen. Es scheint sehr banal, die Zahlen und Mengen so zu erlernen, doch sie bauen damit handfestes, mathematisches Rüstzeug ihrer Schulkinder auf und verringern gleichzeitig die Möglichkeit einer Dyskalkulie. 

Dies ist der erste Teil einer zweiteiligen Serie zum Thema Klappfinger. Im nächsten Artikel kommen noch weitere Anregungen zum Gebrauch der Klappfinger bei allen notwendigen Rechenvorgängen im Eingangsunterricht.  Dann gehe ich darauf ein, wie die Übertragung auf symbolische Darstellungsformen gut gelingen kann. Bis dahin viel Erfolg und Spaß mit den Klappfingern in Ihrer Grundschulklasse.

Christine Frank


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