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Rechnen lernen

Mit Klappfingern klappt der Rechenstart (Teil 2)

Im zweiten Teil unserer Serie zum Rechenstart mit Klappfingern erhalten Sie zahlreiche Beispiele. Diese Übungen mit Klappfingern können Sie direkt im Unterricht einsetzen. 

Rechnen lernen: Mit Klappfingern klappt der Rechenstart (Teil 2) Mit Klappfingern die Grundpfeiler der basalen Rechenoperationen lernen © Giorgio Magini/Stocksy - stock.adobe.com

Ich hoffe, Sie konnten schon viele Erfahrungen mit den Klappfingern machen. Vielleicht sehen Sie auch schon erste Fortschritte bei den Kindern, die sich mit den mathematischen Grundkenntnissen noch schwertun. Meine inzwischen über 20-jährige Erfahrung mit dem Klappfingersystems kann ich so zusammenfassen, dass damit meist alle Schüler und Schülerinnen die Grundpfeiler der basalen Rechenoperationen erlernt haben, sofern nicht irreparable hirnorganische Störungen vorlagen. Was kaum bekannt ist, dass durch das Zeigen und Nutzen der Fingerbilder, die einzelnen Fingern viel bewegt werden, sodass sie dadurch auch die entsprechenden Hirnareale strukturieren und auf die Lernpfade festigend einwirken.

Weiterführende Links & Literatur

Hier erfahren Sie mehr zu zählfreiem Rechnen.

Hier können Sie Würfelbilder downloaden

Gehirngesundheit, -leistungsfähigkeit und körperliche Aktivität, W. Hollmann, H. Strüder. DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN. 

Manfred Spitzer, Lernen- Gehirnforschung und die Schule des Lebens. Heidelberg 2009.

Man spricht hierbei auch von der Plastizität des Gehirns (vgl. Spitzer Lernen 2006, S.105f) „Hierdurch wird körperliche Bewegung zu einem stimulativen Faktor für die Hirnplastizität durch Synapsen- und Spinesbildung sowie für die Neubildung von Neuronen (vgl. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, Hollmann, Strüder 2004, S.256). Was körperlich gelernt, also im wahrsten Sinne des Wortes „begriffen“ wird, ist fest im Menschen bzw. hier im Schulkind verankert. Dieser nachhaltige Lerneffekt ist von großem Nutzen für unsere noch schwachen oder unsicheren Rechner.

Sitzen die Fingerbilder aus Teil 1 zu den Klappfingern schon gut? Werden die Übungen zu „mehr, weniger und gleich viel“ gut umgesetzt? Dann kann man zu den Rechenoperationen mit den Klappfingern übergehen. 

Beispiele 1 für die Addition:
  • "Du hast 5 Finger, tue so viele dazu, dass es zusammen 7 sind."
  • "Du hast 4 Finger tue so viele dazu, dass es zusammen 7 sind." Hier wird wieder darauf geachtet, dass erst die „5“ der einen Hand vollgemacht wird und 2 Finger der anderen Hand.

         

Zeigt ein Kind 4 Finger an der einen und 3 Finger anderen Hand. So bestätigt man, dass auch dies 7 Finger ergeben, wir aber immer über die volle Hand (Kraft der 5) gehen wollen.

Beispiel 2 für Addition:
  • "Du hast 8 Finger. Wie viele Finger musst du noch dazu tun, damit es 10 ergeben?"

        

 

WICHTIG: Die Kinder verbalisieren ihr Tun!

Beispiel 3 für die Addition:

"Wenn ich 8 Finger habe und 2 dazu tue, dann habe ich zusammen 10." Die Kinder können ihre Operation direkt von ihrem „Fingerrechner“ ablesen. Oder sie haben die Möglichkeit, die Umkehraufgabe abzulesen. "Wenn ich 2 habe und noch 8 dazu tue, erhalte ich auch 10." So kommt zunehmend mehr Verstehen auch auf der kognitiven Ebene hinzu.

Beispiele 1 für die Subtraktion:

"Du hast 10 Finger, wie viele Finger muss du wegtun damit du 5 erhältst?" Beim Verbalisieren mit Demonstration darauf achten, dass die Kinder direkt die gesamte Hand (= Menge 5) wegnehmen/wegklappen. 

      

 

Beispiel 2 für die Subtraktion:
  • Lehrkraft zeigt 7 Finger. "Zeige mir 4 Finger weniger, als ich habe." 

       

Hier kann man auch gut überprüfen, ob das Kind bereits die Menge 4 direkt erfasst und wegklappt oder ob noch die Finger einzeln abgezählt werden.

Beispiel zu Positiven und Negativen Zahlen: 

Dabei drehen die Schüler und Schülerinnen die Hände zu sich. 
"Zeige mir bei 10 (5 etc.) Fingern die 2 und sage/zeige mir wie viele Finger eingeklappt bleiben."

      
      
Auch das kann wieder direkt abgelesen werden. Außerdem ist es eine wunderbare Veranschaulichung für das Verständnis aller anfänglichen Rechenoperation. Es unterstützt auch das oft ungeliebte Minusrechnen, dadurch dass die Fingerposition direkt die ablesbare Antwort bietet.

Übertragung der Klappfinger auf Zahlenbilder

Zum Schluss, wenn der Gebrauch der Klappfinger in den jeweiligen Bereichen sitzt, kommt die Möglichkeit und Notwendigkeit die Fingerbilder auf andere Darstellungsformen übertragen zu lassen. Heften sie Zahlen- oder Punktebilder, Würfelbilder oder Fingerbilder mit unterschiedlichen Mengen an die Tafel.

Beginnen Sie immer erst mit einer Darstellungsform, zum Beispiel mit den Würfelbildern.

Beispiel: Fingerbilder zeigen

Sie zeigen die Fingerbilder- die Kinder suchen das analoge Würfelbild an der Tafel heraus oder umgekehrt. Gerne übernimmt auch ein Kind die Lehrerrolle und macht entsprechende Vorgaben.         

               

Beispiel: Addition

Sie heften die 8 als Würfelbild und verschiedene Additionsaufgaben als Ziffernkarten an. Lassen Sie die passende Plusaufgabe (5+3/3+5) an der Tafel herausfinden. Fordern Sie auch hier das Kind auf zu begründen.

                          

Beispiel: Subtraktion- und die positiven und negative Zahlenbilder

Stellen Sie selbst Kärtchen her 

Fotografieren Sie die negativen und positiven Fingerbilder ihrer Schüler und Schülerinnen. Das ist immer eine unterhaltsame, schnelle und nette Aktion. Sie brauchen dafür jeweils zwei Sets mit allen Zehner Fingerbildern (negativ und positiv), so wie wir es auch in dem Artikel abgebildet haben. 

Aufgaben zur Subtraktion

  • Heften Sie mehrere Fingerbilder an die Tafel: "Zeigt mir 10-3". Die Schüler zeigen ihre Fingerbilder und 2 dürfen, das richtige Foto an der Tafel auswählen.
  • Heften Sie verschiedene Karten mit Minusaufgaben, beispielsweise (10-1) (10-3) (5-2) an die Tafel und entsprechende negativ/positiv Fotos und lassen sie von den Schülern die richtige Zuordnung finden.
  • "Kannst du mir beweisen, dass 10-3=7 ist? Nutze das passende Fingerfoto und erkläre.“

Luftballon Karten

Sie erstellen zu der Menge 10 (5) oder einer Zahl ihres aktuellen Unterrichts, die passenden Luftballon Kärtchen mit ganzen und kaputten Luftballons. Oder Sie und die Kinder malen eine entsprechende Zeichnung einfach als Tafelbild.

Beispielkarten mit der Menge 5            
  • Beispielkarten: 4 da/1 weg
  • Beispielkarten: 1 da/4 weg
  • Jetzt haben Sie ein wunderbares Equipment, um auch mit Subtraktionsaufgaben, unterschiedlichste Niveaus der Symbolebene einzuüben. 
  1. Beispiel: Finde das passende Fingerbild
    Sie heften beispielsweise 2 oder 3 der negativ/positiv Fingerbilder an, eins davon mit 7 da /3 weg.
    "Ich habe 10 Ballons und nehme 3 weg, wie viele habe ich noch?"
    "Zeige mir das entsprechende Fingerbild an der Tafel."
    "Schreibe die Minusaufgabe unter das Bild an der Tafel."
  2. Beispiel: Finde die passende Minusaufgabe mit dem Ballonbild
    Sie schreiben verschiedene Subtraktionsaufgaben und Additionsaufgaben an die Tafel und heften wieder verschiedene Ballonkarten dazu.
    Sie starten so: "Erst sind es 5 und dann.."
    "Wer findet die passenden Ballonbilder dazu?"
    "Wer kann eine Geschichte zu einem der Ballonbilder erzählen?"
    "Wer sagt mir die Ergebnisse der Aufgaben?"

So hier endet nun unser Ausflug in die Welt der Klappfinger. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Kreativität bei der weiteren Umsetzung der Klappfinger in ihrem Unterricht, frei nach dem Motto: „Bei uns klappt`s in Mathe!“.

Christine Frank


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