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MINT-Fächer

Mitmachtag für kleine Forscher

Wie groß ist klein, wie lang eine Sekunde? — Das sind nur zwei Forschungsprojekte am Mitmachtag für kleine Forscher unter dem Motto „Klein, aber oho!“. Es gibt weit mehr zu entdecken für wissensdurstige Kinder und neugierige Lehrer.

MINT-Fächer: Mitmachtag für kleine Forscher Durch die Lupe wird eine kleine Welt plötzlich ganz groß — und man kann viel dabei entdecken © Jacob Lund/shutterstock.com

„Wart einen kleinen Moment, ich komm gleich zu dir“, sagt die Lehrerin zu Oskar, der es kaum erwarten kann, ihr sein fertiges Bild zu zeigen. Für Oskar dauern die zwei Minuten, bis die Lehrerin endlich sein Kunstwerk würdigt, unendlich lang. Denn: „Ob uns ein Moment kurz (klein) oder lang (groß) vorkommt, ist oft davon abhängig, was wir gerade tun oder ob wir z. B. auf etwas warten müssen, was wir uns sehr wünschen“, erläutern die Experten der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ auf ihrer Website zum „Tag der kleinen Forscher 2019“.

Das Motto dieses bundesweiten Aktionstags am 28. Mai 2019 lautet „Klein, aber oho!“, und das Erforschen „eines kleinen Weilchens“ ist nur eine von vielen Forschungsideen für den Unterricht. Die Kinder erkunden dabei zum Beispiel kurze Zeitspannen mit Kopf, Herz und Hand: Wie lang wird ein Strich, wenn ich ihn eine Sekunde lang zeichne? Wie oft kann ich in zwei Sekunden in die Hände klatschen? Kann ich abschätzen, wie lang 20 Sekunden dauern? Wie lange dauern zwei Minuten, wenn ich herumtobe? Und wie lange erscheinen mir zwei Minuten, wenn ich mucksmäuschenstill sein muss? Dabei entwickeln sie auf spielerische Weise und durch entdeckendes Lernen ein Gefühl für Zeitspannen und erleben das subjektive Zeitgefühl ganz unmittelbar.

Aktionspaket für kleine Forscher

Während entdeckendes Lernen und kleine Forschungsprojekte im Unterricht für Lehrkräfte sonst oft recht vorbereitungsintensiv sind, liefert Ihnen das kostenfreie Aktionsmaterial alles, was Sie für einen spannenden Mitmachtag brauchen:

  • Ein Poster mit Leerzeile für individuelle Texte kann vielseitig genutzt werden, zum Beispiel als Hinweis auf Ort und Termin des Forscherfestes oder als Informationstafel für Stationen mit verschiedenen Forschungsaufgaben
  • Ein „Forscherpass“, mit dem die Schüler sich als „Forscher“ ausweisen können
  • Ein Forscherdiplom, das die kleinen Forscher nach getaner Arbeit stolz mit nach Hause nehmen
  • Das Herzstück: Eine 72-seitige Unterrichtsbroschüre mit vielseitigen Forschungsthemen und -Aktivitäten und mit Anregungen für ein „Forscherfest zum Aktionstag“

Alle Materialien können auf der oben verlinkten Website bestellt oder auch direkt heruntergeladen werden.

Kleines erforschen — keine Kleinigkeit

Das Thema „Klein, aber oho!“ eröffnet vielfältige Möglichkeiten, um „Kleines“ in allen Spielarten und mit Bezügen zu verschiedenen Fächern zu erforschen. Die Kinder begeben sich auf die Suche nach kleinen Dingen und gestalten mit den Fundstücken eine „Ausstellung“. In Kunst könnten sie überlegen, wie sie die Exponate am wirkungsvollsten präsentieren. In Deutsch sammelt die Klasse Wörter und Redewendungen, die etwas Kleines bezeichnen. Selbstverständlich gehören auch Wörter und Wendungen aus anderen Sprachen dazu. Daraus entsteht eine „Wortschatzinsel“, die noch wächst, wenn die Kinder ihre Familie befragen. In Mathematik vermessen die Schüler „ihre“ Welt: „Wie viele Korken bin ich groß? (...) Wie viele Kiesel passen auf einen Löffel, wie viele auf eine Suppenkelle? Wie hoch lassen sich Schwämme stapeln, bevor sie umkippen?“ Das wären zum Beispiel geeignete Forschungsaufgaben (S. 13). Im Fach Werken bauen sich die Kinder eine eigene „Werkstatt für Zerkleinern und Verkleinern“, indem sie Hilfsmittel sammeln, um aus etwas Größerem etwas Kleineres herzustellen (S. 16).

Lebensweltorientiertes Lernen mit Praxisbezug

Die Themen und Versuche knüpfen an der Lebenswelt der Schüler an und erweitern gleichzeitig den Horizont der kleinen Forscher: So sammeln die Schüler einerseits beispielsweise ein paar Tage lang Verpackungen von „Kleinstportionen“ (Tüten für 5 Gummibärchen, Bonbonpapier ...) und andererseits organische Abfälle. Was wird wohl aus diesen Abfällen, wenn wir beides 14 Tage im Schulgarten vergraben? — Ein interessantes Experiment, das die Kinder auch für die Problematik von Plastik- und ähnlichem Müll sensibilisiert.

Ob etwas groß ist oder klein, ist „Ansichtssache“ und oft gar nicht so leicht zu entscheiden. Das erleben die Schüler zum Beispiel, wenn sie Bälle unterschiedlicher Größe zueinander in Relation setzen oder unterschiedlich große Cremedöschen vergleichen. Auch auf die Perspektive und Entfernung kommt es an, was die Kinder ganz leicht mithilfe eines „Guckrohrs“ aus Pappe und zwei gleich großen Gegenständen herausfinden können.

Dass auch verschiedene Menschen Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten, zeigt das eingangs beschriebene Experiment mit dem subjektiven Zeitempfinden. Und bei einem weiteren, ganz ähnlichen Versuch erkunden die Kinder ihr subjektives Raumempfinden mit der Fragestellung: „Wieviel Platz braucht jeder für sich?“

Flexibel forschen mit Forscherfest

Die vielen Forschungsaufgaben in der Broschüre und auf der Website sprengen natürlich den Rahmen eines einzelnen Aktionstages. Vielleicht ist das auch der Grund, warum viele Einrichtungen ihre Aktionen „ein paar Tage oder Wochen vor und nach dem bundesweiten Aktionstag“ starten.
In vielen Städten gibt es jedoch schulübergreifende Aktionen von verschiedenen Einrichtungen und Netzwerken, wie ein Blick auf den Aktionstag 2018 zum Thema „Entdeck, was sich bewegt!“ zeigt: In Erfurt bauten Kinder auf dem Domplatz eine riesige physikalische Kettenreaktion auf, in Mönchengladbach erlebten 270 Kinder ein Spielefest mit Alltagsgegenständen, und die Kinder-Uni Stockelsdorf richtete drei volle Forschertage mit 25 unterschiedlichen Forscher-Stationen aus.

Ob vernetzt mit anderen Schulen und Einrichtungen oder im kleinsten Klassenkreis — wer forscht, sollte unbedingt auch feiern und seine Ergebnisse präsentieren. Und wie viel Spaß das Forschen macht, vermitteln die Kinder und Lehrer ihren Besuchern am besten mit Mitmachaktionen, zum Beispiel an mehreren Forschungsstationen, an denen weitere Praxisideen aus der Broschüre ausprobiert werden können. Natürlich bietet es sich 2019 auch an, Kleinigkeiten zu reichen. — Das wäre auch eine schöne Forschungsaufgabe für die Kochgruppe in der Schulküche: Wer schafft es, den kleinsten schmackhaften Snack zu erfinden?

Martina Niekrawietz

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