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Aktiver Musikunterricht

Musik mit Programm - Klingende Geschichten

Um Schulkinder für den Musikunterricht zu begeistern, braucht es spannende Inhalte. Beim Gestalten einer „Klingenden Geschichte“ sind die Schüler/-innen aktiv involviert, was die Motivation steigert.  

Aktiver Musikunterricht: Musik mit Programm - Klingende Geschichten Sie benötigen verschieden klingende Instrumente © stebidus - stock.adobe.com

Sobald der Unterricht in Kleingruppen wieder startet, sollte er für die Schülerinnen und Schüler möglichst handlungsorientiert gestaltet werden. Wie motiviere ich Kinder, die sich am Musikunterricht in der Vergangenheit kaum beteiligten, gelangweilt herumsaßen oder gar den Unterricht störten? Ein weiteres Problem ist: Viele Schüler/-innen trauen sich wenig zu, weil sie fürchten, sie könnten nicht singen oder einen Rhythmus einhalten. Sie haben Angst, sich vor den anderen zu blamieren. Eine klingende Geschichte könnte dem abhelfen, denn erzählte Geschichten sind bei Grundschulkindern sehr beliebt. 

Klingende Geschichte – kurz beschrieben 

Worum geht es? Klingende Geschichten gehören in das vor-musikalische Feld des Schall- und Klangspiels, in dem schon musikalische Elemente enthalten sind. Eine Geschichte soll mit Schallspielen verbunden werden. Hauptaufgabe für die Schüler/-innen ist es, in der Geschichte vorkommende Schallereignisse nachzuahmen.  

Anhand einer solchen Geschichte lassen sich Schallereignisse gut veranschaulichen. Es muss ja nicht gleich die berühmte Geschichte von „Peter und dem Wolf“ sein. Es geht dabei vielmehr um die Beobachtung akustischer Erscheinungen in der Umwelt und deren Nachahmung. Dies geschieht durch den Einsatz verschiedener Materialien sowie einfacher Instrumente und deren Klangqualitäten wie Stärke (laut-leise), Dauer (kurz-lang), Höhe (hoch-tief) sowie Klangfarbe. Bei diesem Vorhaben wird Überforderung vermieden und jedes Kind kann sich nach seinem Vermögen einbringen.  

Welche Geschichten eignen sich als klingende Geschichte? Sie sollte 
  • der Altersstufe angemessen und kurz sein. 
  • viele Dialoge und Tätigkeiten enthalten. 
  • Eigenschaften enthalten, die lautmalend beschrieben werden können, beispielsweise Ruhe und Unruhe, Streit und Versöhnung, kurz und lang, langsam und schnell, laut und leise. 
  • Bezug zum Erleben der Schüler haben. Hier eignen sich Themen, die gerade im Sachunterricht vorkommen oder jahreszeitlich passende Geschichten. 

Durch die Imitation von Geräuschen und Klängen wird es den Schülern ermöglicht, akustische Erscheinungen genau zu beobachten und die Eigenschaften eines Schallereignisses zu erfahren. Diese Klangerfahrungen können ihre Vorstellungskraft anregen und bereichern. Mithilfe des gezielten Einsatzes von Geräuschen und Klängen zu einer erzählten Geschichte lernen sie eine Vorstufe des gemeinsamen Musizierens kennen. 

Lernziele für Klingende Geschichten

Folgende Lernziele kann eine klingende Geschichte enthalten: 

  • Die Kinder sollen den Inhalt einer Geschichte erfassen. 
  • Sie erfinden passende Geräusche zu dieser Geschichte. 
  • Sie imitieren in der Geschichte enthaltene akustische Erscheinungen. 
  • Sie erkennen Eigenschaften von Geräuschen wie: Stärke, Dauer, Höhe und Klangfarbe. 
  • Mit ihrem Körper oder einfachen Instrumenten beschreiben sie lautmalend Personen, Tätigkeiten und Eigenschaften, die in der Geschichte erwähnt werden. 
  • Sie übernehmen eine bestimmte Rolle und können diese ausführen. 
  • Sie üben das Zusammenspiel mit anderen als Vorstufe des gemeinsamen Musizierens. 

Methodische Unterrichtsplanung

Wie kann der Unterricht mit einer klingenden Geschichte methodisch geplant und gestaltet werden? Dabei helfen die folgenden Stufen:  

Vorbereitung 

Benötigt wird als erstes ein Arbeitsblatt mit der Geschichte. Und Sie müssen festlegen, ob die Geschichte von Ihnen als Lehrkraft oder von den Schülern und Schülerinnen vorgelesen werden soll.  

Dann brauchen Sie Gegenstände, mit denen Geräusche erzeugt werden können (z. B. Papier zum Rascheln) sowie einfache Orff-Instrumente wie Trommeln, Klanghölzer, Rasseln, Xylophon und Triangel sollten bereitliegen. 

Einstieg 

Als Einstieg eignet sich ein stiller Impuls, der mit der Geschichte zu tun hat, beispielsweise ein Stofftier, ein Spielzeug, ein Herbstblatt. So wird die Neugier der Schüler geweckt. Das Vorhaben „klingende Geschichte“ wird dann erklärt und die Geschichte erzählt oder vorgelesen. 

Vorlesen der Geschichte 

Beim Vorlesen der Geschichte geht es um die Fragen: Welche Personen und welche Geräusche kommen vor und wie könnte man sie nachmachen?  

Experimentierphase 

In der Experimentierphase werden die Rollen verteilt und mithilfe der Instrumente und verschiedener Gegenstände passende Geräusche und Klänge kreiert. 

Probespiel 

Beim Probespiel hat jedes Kind die Möglichkeit allein vorzuspielen. Zeichen für den Einsatz werden verabredet und geübt. 

Aufführung 

Sind alle sicher in ihrem Einsatz, kann die Aufführung stattfinden. Die Geschichte wird noch einmal erzählt, während die Schüler/-innen auf ihren Einsatz hin diese mit Geräuschen und Klängen füllen. 

Auswertung 

Während der Auswertung notiert die Lehrkraft das Feedback der Schüler/-innen für die nächste Musikstunde: Wie ist die Aufführung gelungen? Sind alle zufrieden mit ihrer Rolle und ihrem Spiel? Wo gibt es noch Probleme oder Verbesserungsvorschläge? Sind die Schüler/-innen noch unsicher, können Vorübungen zur Klanggeschichte durchgeführt werden. Zwei Schüler erhalten beispielsweise die Aufgabe sich mithilfe von Instrumenten zu streiten und wieder zu versöhnen. Oder die Klasse imitiert einen ankommenden und abfahrenden Zug oder ein beginnendes Gewitter oder verschiedene Maschinen in einer Maschinenfabrik.  

Durch die Musikgeschichte werden sowohl Schüler/-innen aktiviert, die sich im Musikunterricht sehr zurückhalten als auch Schüler/-innen, die normalerweise stören und alles „langweilig“ finden. Denn sie beinhaltet viele Aufgaben beim Kreieren von Geräuschen und Klängen und jede passende Idee kann gleich ausprobiert werden. 

Es gibt weiterhin die Möglichkeit, von den Schülern und Schülerinnen selbst erdachte, auch „verrückte“ Geschichten aufzuführen oder die Lernenden an Stücke wie „Peter und der Wolf“ von Sergei Prokofjew oder „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky heranzuführen, je nach Interesse und Vermögen der Schülergruppe. 

Hier finden Sie ein Beispiel für Musikgeschichten.

 

Hanna Fischer


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