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Verkehrssicherheit

Radfahren lernen — aber richtig!

Viele Grundschüler können nicht oder nur schlecht mit dem Rad fahren. Ein Fahrradtraining bietet sich an, um sie fit für den Straßenverkehr zu machen und für mehr Sicherheit auf dem Schulweg zu sorgen.

Verkehrssicherheit: Radfahren lernen — aber richtig! Um sicher Fahrrad zu fahren, müssen Kind und Rad entsprechend ausgerüstet sein © dasharosato - Fotolia.com

Wenn Kinder Radfahren lernen, brauchen sie Unterstützung und Anleitung. Beides fehlt offensichtlich in dem bis dato 18.000-mal aufgerufene Video: „Wie Kinder das Fahrradfahren lernen“: Hier sieht man ein Mädchen aufs Rad steigen und direkt losfahren — auf der linken Seite der Straße, vor einer unübersichtlichen Kurve und bei windigem Wetter. Nahende Autos sind vermutlich nicht einmal zu hören! Dann wendet sie und wechselt, wie beim Losfahren ohne nach rechts, links oder hinten zu sehen, zwei Mal die Straßenseite. Ob es sich hier um eine Einbahnstraße handelt oder nicht, ist unerheblich — das Kind missachtet in jedem Fall die Verkehrsregeln.

Zumindest klappt das Radfahren selbst schon ganz gut. Dagegen können immer mehr Berliner Grundschüler das noch gar nicht, weshalb die Hälfte von ihnen an der deutschlandweit üblichen Radfahrprüfung in der 4. Klasse nicht teilnehmen können. Und von den teilnehmenden Kindern fallen immer mehr durch.
Uwe Götze, der Geschäftsführer der Berliner Landesverkehrswacht, führt das darauf zurück, dass die Kinder das Radfahren immer weniger von Haus aus lernen. Er plant deshalb eine mobile „Radschule“ mit 15 oder 20 Rädern, die dann reihum alle Berliner Grundschulen besucht, wie die Märkische Allgemeine Zeitung in einem Beitrag über das Modellprojekt berichtet.

Eine solche mobile Radschule wird meistens eher die Ausnahme bleiben. So bleibt Ihnen als Lehrkraft nur, bei den Eltern Überzeugungsarbeit zu leisten, und den Kindern selbst beizubringen, wie sie sich auf dem Fahrrad sicher im Straßenverkehr bewegen. Dieser Beitrag unterstützt Sie dabei mit Links und Hinweisen zu hilfreichen Materialien.

Elternabend zum Thema „Radfahren lernen“

In welchem Alter Kinder das Radfahren lernen, ist sehr unterschiedlich. Deshalb ist das Thema für Eltern von der ersten bis zur vierten Grundschulklasse interessant. Wer sich auf die Fragen der Eltern mit Expertenwissen vorbereiten möchte, wird auf der Website kindergesundheit-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung fündig: Hier informieren sich Lehrer und Eltern über die geeignete Größe und technische Ausstattung des Fahrrades.

Vor allem sind hier auch alle wichtigen Sicherheitsaspekte berücksichtigt: „Sicherheitsgriffe am Lenker verringern die Verletzungsgefahr“, erfährt der Leser z. B. oder: „Für kleinere Kinder sollte der Lenker höher als der Sattel montiert sein, damit die Sitzposition möglichst aufrecht ist.“ Eine „Checkliste Kinderfahrrad“ steht auf der Seite zum Download und kann direkt an die Eltern ausgeteilt werden. Wichtig auch die Hinweise zum Fahrradhelm: Ohne geht es gar nicht, und gebraucht sollte man ihn besser nicht kaufen, denn: Nach einem „heftigen Aufprall“ ist der Helm auszutauschen, da er womöglich keinen ausreichenden Schutz mehr bietet.

Auch wenn manche Fußgänger meckern — bis zum Alter von acht Jahren müssen Kinder gemäß Straßenverkehrsordnung auf dem Gehweg fahren, und bis zehn Jahre ist es noch erlaubt. Das sollte man auch den Kindern — und beim Elternabend ihren Erziehungsberechtigten — vermitteln: „Egal, was Erwachsene auf dem Fußweg zu dir sagen, du bleibst immer auf dem Fußweg und fährst nicht auf die Straße.“

Radfahren lernen: auf den Entwicklungsstand kommt es an

Ab wann sind Kinder in der Lage, Rad zu fahren? Das hängt natürlich vom Entwicklungsstand ab. Was Kinder können sollten und ab welchem Alter das in der Regel der Fall ist, zeigt diese Checkliste, die ebenfalls auf der Website kindergesundheit-info.de runtergeladen werden kann. Roller und Laufrad schulen den Gleichgewichtssinn und erleichtern den Kids das Radfahren-Lernen. Von Stützrädern raten die Experten übrigens übereinstimmend ab: Sie verhindern nicht nur, dass die Kinder Lenken, Anfahren, Anhalten und Kurvenfahren lernen, sondern erhöhen sogar die Unfallgefahr.

Aber auch die Kinder beim Radfahren-Lernen zu begleiten will gelernt sein. Was die Eltern dabei beachten sollten und welche Schritte dabei sinnvoll sind, hat der ADFC Baden-Baden/Rastatt auf seiner Website zusammengefasst. „Auch Fallen will geübt sein“ heißt es da auch — das ist sicherlich eine bittere Pille für (über-)besorgte Eltern.

Klar, dass auch auf die Vorbildfunktion der Eltern hingewiesen werden sollte. Selbst eingefleischte Helmgegner sollten Helm tragen. Am besten schon, wenn die Kinder im Hänger mitfahren und unbedingt immer dann, wenn sie mit ihren Kindern radeln.

Das geballte Wissen für Eltern von Radfahranfängern hat der ADFC in der 48-seitigen Broschüre „mobil mit Kind und Rad“ zusammengestellt. Hier finden sich auch Tipps und Tutorials für Radfahrtrainings, zur Vermeidung von Unfällen und für die Begleitung der ersten Fahrten im Straßenverkehr.

Radfahren lernen — Arbeitshilfen im Lehrerbüro

Mit vielfältigen Materialien und Informationen in Ihrem Lehrerprotal bereiten Sie Ihre Schüler auch im Unterricht gut auf den Straßenverkehr vor: Einer der beiden unten verlinkten Ratgebertexte zeigt, wie Ihre Schüler den Weg zur Schule sicher bewältigen. Und der Artikel „Theoretischer Fahrradunterricht in der Grundschule“ unterstützt Sie bei der systematischen Vorbereitung Ihrer Schüler auf die Fahrradprüfung. Zahlreiche direkt übernehmbare Arbeitsmaterialien ersparen Ihnen dabei viel Zeit: die Materialsammlungen „Vorbereitung auf die Radfahrprüfung“ oder „Verkehrszeichen auf meinem Schulweg“ zum Beispiel oder die Lernstationen zum Thema „Verkehrserziehung, Verkehrssituationen“. Und mit den bewegungsintensiven „Spielen zum Gleiten, Fahren, Rollen auf dem Schulhof“ trainieren die Schüler ihren Gleichgewichtssinn, ihr Reaktionsvermögen, ihre Kraft und ihre Koordination im geschützten Raum und haben richtig Spaß dabei.

Martina Niekrawietz

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