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MINT-Experimente

So begeistern Sie Ihre Schüler/-innen für MINT-Fächer

MINT-Fächer sind spannend, besonders wenn die Kinder selbst experimentieren und ausprobieren dürfen. Das erzeugt Neugier und die Lust, sich intensiver mit diesen Fächern zu beschäftigen.

MINT-Experimente: So begeistern Sie Ihre Schüler/-innen für MINT-Fächer Selbst etwas zu erforschen, das bringt den Kindern besonders viel Spaß © Gorodenkoff - stock.adobe.com

Ihm machen am meisten die Experimente Spaß, bei denen Kinder eine Überraschung erleben, sagt Physikpate Albert Hartmann im Video „Zauberhafte Physik in Grundschulen“. Er ist einer von vielen Tausend Physikpaten und -patinnen, die in allen Bundesländern Grundschulen besuchen und mit den Kindern „zaubern“. Sie kommen in Teams von drei bis fünf Personen in die Klasse und führen „im Rahmen des regulären Unterrichts physikalische Experimentierstunden“ durch, erläutert die Projekt-Website. Ein Pate/eine Patin fungiert als Moderator, die anderen betreuen die Kinder individuell in Kleingruppen von vier bis fünf Schüler/-innen, sodass „jedes Kind jeden Versuch selbst machen und ‚begreifen‘ kann“ (ebd.). Die Lehrkraft braucht sich um nichts zu kümmern, die „Zauberer und Zauberinnen“ bringen alle Materialien nebst Arbeitsblättern mit. Darüber hinaus erhält die Lehrkraft auch noch Unterlagen für die Nacharbeit und Vertiefung in den Folgestunden.

Eine gute Sache, die allerdings erst wieder in postpandemischen Zeiten stattfinden wird: Die Physikpatinnen und -paten sind nämlich oft „Ruheständler_innen aus technisch-naturwissenschaftlichen Berufen“, und ein Unterrichtsbesuch wäre für sie derzeit zu riskant. Dennoch brauchen Ihre Schüler/-innen auf begeisternde Experimentierstunden nicht zu verzichten: Der folgende Beitrag gibt Ihnen vielfältige Ideen und Links dafür an die Hand.

Physik-Experimente für Zauberlehrlinge

Alle Experimente der Physikpaten und -patinnen sind auf der oben verlinkten Website bestens dokumentiert (Menüpunkt „Zauberhafte Physik – Unterrichtsmodule“) und können direkt im Präsenzunterricht umgesetzt werden. Bei jedem der Themengebiete (Ruhende Luft, Bewegte Luft, Wasser, Strom, Magnete, Kraft, Hebel, Reibung, Töne) sehen Sie mit einem Blick immer gleich drei der Experimente mit kurzen Beschreibungen. Lerninhalte, Versuchsanleitungen, Arbeitsblätter und – besonders praktisch – eine „Kofferstückliste“ mit den erforderlichen Versuchsutensilien stehen zum Download bereit und ersparen Ihnen viel Zeit bei der Vorbereitung.

Viele der Experimente eignen sich auch für den fächerverbindenden Unterricht. So gestalten die Kinder etwa beim Magnet-Versuch „Kurvenfahrt“ eine kurvige Fahrtstrecke auf einem Pappkarton. Aus Büroklammern biegen sie sich ein kleines Auto, das sie dann mithilfe eines Magneten durch die Kurven steuern. Eine gute Übung, mit der – wie auch mit den meisten anderen Experimenten – die feinmotorischen Fähigkeiten gefördert werden. In Kunst oder Werken könnte die Rennstrecke zudem kreativ gestaltet werden, womöglich mit im Mathematikunterricht gebastelten geometrischen Körpern. Vielfältige Materialien dazu finden Sie hier in Ihrem Lehrerbüro. 

Auch für Ihren DaZ- oder Sprachförderunterricht bietet die Seite lernförderliche Materialien. Unter dem Menüpunkt „Sprach- und Sachkisten“ finden Sie für ausgewählte Experimente nach Sprachniveaus differenzierte Anleitungen und Arbeitsblätter, mit denen die Kinder paarweise eigenständig arbeiten können. „Durch das parallel laufende Lesen, Basteln und Experimentieren werden Migrations- und Flüchtlingskinder in die Lage versetzt, die deutsche Sprache im wahrsten Sinne des Wortes zu b-e-g-r-e-i-f-e-n“, so die Erfahrung der Lernpaten und -patinnen. Und: „Das anhand einer deutschen Versuchsanleitung zusammengebaute Experiment“ ist ein echtes Erfolgserlebnis für die Schüler/-innen. Das wiederum „steigert die Lernfreude“.

Entdeckendes Lernen mit dem „Entdecker-Lab“

Christoph Michel ist Chemiker. Schon als Kind hat er viel experimentiert, wie er auf seiner Website „Entdecker-Lab“ erzählt. Das hat ihm so viel Spaß gemacht, dass er seine Begeisterung heutigen Kindern in Schule und Kita weitergeben wollte. Mittlerweile versammelt er auf seiner Website eine Vielzahl von spannenden physikalischen und chemischen Experimenten zum Nachmachen, und jeden Sonntag um 17 Uhr gibt es ein neues Experimentier-Abenteuer.

Auch hier gibt es bestimmte Kategorien wie „Luft“, „Wasser“, „Feuer“ oder „Kraft & Gleichgewicht“, aber auch „Trick & Show“, „Wettspiel-“, „Küchen-“ oder „Outdoor-Experimente“. Die meisten „Zutaten“ sind im Haushalt ohnehin vorhanden, zum Beispiel ein Teebeutel oder ein Backblech für eine Teebeutelrakete. Zunächst muss man den Beutel dort aufschneiden, wo der Faden befestigt ist. Dann den Tee herausschütten, den leeren Teebeutelschlauch vorsichtig auffalten und als Papiersäule in die Mitte des Backblechs stellen. Schließlich oben anzünden, und wenn das Papier weit genug runtergebrannt ist, startet die brennende Rakete. – Ein einfaches Experiment für Kinder ab sechs Jahren, allerdings nicht ganz ungefährlich, weshalb Christoph Michel dazu rät, es im Beisein eines Erwachsenen auszuführen.

Weiterführende Hinweise

Experimentieren macht süchtig. Mehr Stoff für wissbegierige junge Forscher/-innen bieten die Portale und Webadressen auf dem Deutschen Bildungsserver.

Wie fährt ein Boot ohne Motor, aber mit Spülmittel? Schwitzen Pflanzen auch? Und was passiert mit Bohnen, wenn man sie eingipst? – Das sind nur drei der spannenden Fragen, die Kinder mit den Experimenten mit AHA-Effekt auf eigene Faust erkunden können. – Auch bestens für den Distanzunterricht geeignet!

Jedem Experiment stellt Christoph Michel einige grundlegende Informationen voran: 
Hier umreißt er kurz das Ziel des Versuchs, nennt die erforderlichen Versuchsutensilien, schätzt den Schwierigkeitsgrad ein und gibt eine Altersempfehlung. – Das erleichtert Ihnen als Lehrkraft die schnelle Auswahl geeigneter Versuche für Ihre Schüler/-innen. 

Es folgt ein Video des Experiments mit anschließender ausführlicher Beschreibung der Versuchsschritte in Wort und Bild. Und abschließend erklärt Christoph Michel noch mit einfachen Worten, was bei dem Experiment passiert: „Beim Herunterbrennen, [sic!] wird der Teebeutel so leicht, dass er von der aufsteigenden Luft mitgerissen wird. Denn heiße Luft ist leichter als kalte, also auch leichter als die Luft in eurem Zimmer.“

Alles über Seife

Nie war Händewaschen so wichtig wie in diesem Corona-Winter. Doch Viren und Bakterien sind unsichtbar und die Kinder haben sie nur selten „auf dem Schirm“. Deshalb ist es wichtig, das Thema Händewaschen immer wieder einmal zu thematisieren. Doch wozu ist eigentlich Seife gut? Christoph Michel beantwortet die Frage mit zwei Versuchen, die demonstrieren, wie Seife Fett löst und wie Spülmittel Keime „verscheucht“.

Sehr eindrücklich ist das dritte Seifen-Experiment „Richtig Händewaschen“: Einfach weiße Einmal-Handschuhe anziehen und die Hände mit ein paar Tropfen blauer Tinte „einseifen“. Dabei zeigt sich ganz schnell, dass mit „normalen“ Waschbewegungen viele Stellen der Hand „weiß“ bleiben, weil die „Seife“ da gar nicht hinkommt. Diesen – etwas trockenen – Versuch könnte man im Unterricht mit einer Partnerarbeit noch etwas aufpeppen: Ein Kind wäscht sich wie beschrieben die Hände, das andere stoppt die Zeit, bis die Handschuhe wirklich komplett mit Seife (Tinte) benetzt und blau sind. Wie lange hat es gedauert? Welche Waschbewegungen sind sinnvoll? Darüber tauschen sich die Schüler/-innen aus, bevor die Klasse die „ungewohnten“ Bewegungen beim Händewaschen mit Seife übt. Anschließend drehen die Kinder mit der Lehrkraft ein „Lehrvideo“, das dann z. B. als Memo für richtiges Händewaschen auf die Schulwebsite kommt. – So profitiert die ganze Schule vom neu erworbenen „Forscher/-innen-Wissen“ der Klasse.

Martina Niekrawietz

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