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Sportunterricht

Vom Fangspiel bis zum Parcours — Ideen zum Fitwerden und -bleiben

Kinder wollen und müssen sich bewegen. Ob Fang-, Lauf- oder Ballspiele, ob das Üben von Ausdauer oder Beweglichkeit — im Sportunterricht darf das Körpertraining auch noch Spaß bringen.

Sportunterricht: Vom Fangspiel bis zum Parcours — Ideen zum Fitwerden und -bleiben Ballspiele bringen Spaß und lassen sich vielseitig variieren © Robert Kneschke - Fotolia.com

„Spielen wir heute wieder „Feuer, Wasser, Erde, Luft?“, will Marisa vor dem Sportunterricht von ihrer Lehrerin wissen. Tatsächlich lieben die Schüler Aufwärmspiele und fordern diese zu Beginn jeder Sportstunde ein. Neben dem beliebten Spiel, bei dem die Schüler zu einem Kommando an eine verabredete Stelle in der Turnhalle begeben müssen, bieten sich weitere Bewegungs- und Rennspiele oder gymnastische Übungen an, um den Körper aufzuwärmen.

Sehr beliebt ist außerdem ein Würfelspiel, bei dem die Schüler in Kleingruppen je nach gewürfelter Augenzahl eine Übung ausführen müssen. Dies kann eine Runde laufen in der Halle, eine Minute auf einem Bein hüpfen, auf der Stelle joggen o. Ä. sein. Die Kondition fördert ein Fangspiel, bei dem die von zwei oder drei Fängern gefangenen Mitschüler von den noch verbleibenden freien Schülern durch eine Aktion „befreit“ werden müssen. Dies kann dadurch geschehen, indem unter den Beinen durchgeschlüpft, zu einer Matte abschleppen werden muss oder die „Gefangenen“ angeschlagen werden.

Alternativ zum gemeinsamen Aufwärmen mit einem Spiel lieben es die Schüler, wenn sie sich mit Materialien wie Seilen, Reifen, Bällen, Matten, Kästen etc. selbstständig im freien Spiel in der Turnhalle aufwärmen dürfen. Hier kommen oft Schüler gemeinsam ins Spiel, die sich im Unterricht nicht annähern und es entstehen bereits oft mit wenigen Materialien kreative Ideen und Rollenspiele.

Sicherheitsregeln vor, während und nach dem Sportunterricht

Sollte die Halle nicht direkt an die Schule angeschlossen sein und einige Schüler müssen den Weg mit dem Bus oder im Straßenverkehr zurücklegen, müssen die Regeln klar besprochen sein. In Zweierreihen auf dem Bürgersteig gehen und an markanten abgesprochenen Punkten zu warten, ist hier ebenso notwendig wie für die Fahrschüler die Busregeln.

In der Turnhalle selbst sollten die Schüler die Halle immer erst mit oder nach dem Lehrer betreten. Der Geräteraum sollte von den Schülern nur auf Anweisung des Lehrers benutzt werden, um die Gefahr des Umfallens von Geräten oder des Spielens und Kletterns an ungesicherten Geräten zu minimieren. Damit die Schüler sich nicht an schweren Dingen verletzen, muss ebenfalls genau abgesprochen werden, wie viele Schüler welche Geräte holen und wo sie diese anfassen.

Mit jeder Sportgruppe müssen diese Dinge in den ersten Unterrichtsstunden im Schuljahr immer wieder aufs Neue thematisiert und eingeübt werden. Es empfiehlt sich hierzu, Karten mit Hinweisen zum Tragen von Geräten und Regeln auszulegen. Spielerisch klappt das mit einem aufgebauten Parcours, zu dem einige Geräte herausgeholt werden müssen bzw. mit einem Laufspiel, bei dem die Schüler sich an den markanten Punkten und Geräten in der Halle versammeln.

Ritualisierte Unterrichtseinheiten mit Reifen, Seil, Ball und Luftballon

Eine feste Struktur zum Umgang mit verschiedenen Materialien im Sportunterricht bietet sich für „Sportgeräte“ wie Reifen, Seil, Ball und Luftballon an. Die Unterrichtseinheit ist hier immer gleich aufgebaut mit:

  • freiem Spiel mit dem neuen Unterrichtsmaterial,
  • vorführen und nachmachen von Bewegungsideen aus der freien Zeit im Plenum,
  • Bewegungsaufträgen des Lehrers,
  • Klassenspielen mit dem Material.

Einige Ideen für Bewegungsaufträge und Spiele mit den genannten Materialien sollen hierzu vorgestellt werden:

Mit dem Reifen können die Schüler vorwärts oder rückwärts rollen und nebenherlaufen, ihn zwirbeln und hineinspringen oder in den am Boden liegenden Reifen hinein- und hinausspringen. Ebenso können sie den Reifen aus dem Handgelenk werfen, sodass er wieder zu ihnen zurückrollt, ihn zwirbeln und dabei umkreisen oder ihn rollen und dabei hindurchschlüpfen.

Abschließend bietet sich als Klassenspiel eine Rollstaffel an, in der zwei Mannschaften ihren Reifen jeweils um ein Hindernis rollen müssen. Zum Einsammeln der Reifen eignet sich hervorragend das Spiel „Die Reise nach Jerusalem“, in dem die Schüler bei Musikstopp in einem Reifen stehen müssen. Nach jeder Runde wird ein Reifen weggenommen, bis nur noch ein Siegerkind übrig bleibt und alle Reifen eingesammelt sind.

Auch das Seilspringen bietet sich für bestimmte Bewegungsabläufe an. Als Vorübungen können die Schüler über ein bis Kniehöhe gespanntes Seil hüpfen, dies auch mit Anlaufen. Das Seil kann dann bewegt, gependelt und geschleudert werden, bis alle Schüler eigenständig Seilspringen können. Als gemeinsame Abschlussaktion können hier synchrone Sprünge verschiedener Gruppen eingeübt werden.

Ein ansprechendes Material für den Sportunterricht ist der Luftballon. Er kann auf dem Kopf balanciert oder in der Luft gehalten sowie mit einem Partner zwischen Körperteilen transportiert werden. Gemeinsam bietet sich der Luftballontanz mit einem Partner zu Musik an, außerdem eine Laufstaffel mit dem Luftballon oder wer den Luftballon am längsten in der Luft halten kann.

Ist das Ballgefühl mit dem sich langsam bewegenden Luftballon gesichert, können Aufgaben mit Bällen folgen. Neben werfen und fangen und gegen die Wand prellen und fangen, kann der Ball unter dem Bein durchgeworfen, geprellt und gefangen werden. Mit Partnern bietet sich Zuwerfen, Zurollen, Werfen und dabei drehen etc. an. Als Klassenballspiele sind hier Abwerfspiele beliebt. Im weiteren Sportunterricht können Ballspiele wie Fußball, Basketball, Handball oder Volleyball eingeführt werden.

Ausdauer und Gymnastik

Um die Ausdauer zu trainieren, bieten sich Laufspiele in Kombination mit Gymnastik an. Sehr gern führen die Schüler Laufübungen aus, in denen sie eine Sache transportieren müssen. So können Bälle vom einen Hallenende zum anderen gespielt werden oder Briefe werden in umgedrehte Kastenbriefkästen  „gesteckt“. In der dann notwendigen Erholungspause können kleine gymnastische Übungen wie Kniebeugen, Arme kreisen, den Körper ausschütteln oder strecken oder auch Ideen der Schüler eingebaut werden.
Bei schönem Wetter bieten sich Läufe im Wald, auf dem Schulhof, auf dem Sportplatz, ebenfalls kombiniert mit Staffeln an.

Balancieren und Rollen

Um das Gleichgewichtsinn zu schulen, bieten sich Balancierübungen an. Diese können als „Straßenverkehrsspiel“ mit den Linien in der Halle beginnen, auf denen gegangen, gelaufen und gerannt werden kann. Wenn dann noch „Polizisten“ die Schüler, die zu schnell sind und nicht genau auf den Linien gehen, aus dem Verkehr ziehen, ist die Motivation besonders groß.

In der nächsten Stufe werden Übungen auf Bänken, später auf dem Balken der umgedrehten Bank bzw. auf einem ganz niedrigen Schwebebalken ausgeführt wie: gehen, seitwärts gehen, mit den Zehen den Boden berühren, umdrehen in der Mitte der Bank etc.

Ist ein Rollbrett in der Turnhalle vorhanden und sind die Regeln besprochen wie nur im Sitzen fahren, nicht gegen Hindernisse fahren, die Hände auf dem Brett lassen, lange Haare zusammenbinden, dann bieten sich hier viele Bewegungserfahrungen dazu an. Ein Parcours macht den Schülern dazu am meisten Spaß, besonders wenn sie zum Abschluss ihren Rollbrettführerschein erwerben können. Später können die Schüler dieses Material auch selbstständig in der freien Spielzeit verwenden.

Entspannung zum Schluss

Nach den meist bewegungsintensiven Sportphasen, genießen die Schüler zum Abschluss entspannende Spiele. Dies können eine Fantasiereise oder Übungen aus dem autogenen Training sein, bei denen die Schüler auf Matten mit geschlossenen Augen am Boden liegen. Damit die Schüler danach nicht wild aus der Halle stürmen, kann der Lehrer die Schüler „aufwecken“. Dazu darf nur jeweils das angetippte Kind die Halle verlassen, sich hoffentlich entspannt umziehen und auf den Lehrer warten, der die Schüler wieder zum Klassenraum begleitet

Marion Keil

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