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Umweltschutz

Warum wir Kinder zu umweltbewussten Erwachsenen erziehen sollten

Umweltschutz ist nicht zuletzt durch Greta Thunberg ein immens wichtiges Thema — auch in der Schule. Sie sollte Grundlagenwissen vermitteln und die Heranwachsenden für Umweltschutz und Konsumverhalten sensibilisieren — für eine nachhaltige Rettung unseres Planeten.

Umweltschutz: Warum wir Kinder zu umweltbewussten Erwachsenen erziehen sollten Regale im Supermarkt verlocken zum Konsum. Für die Kinder gar nicht so einfach, dem zu widerstehen © Eleonore H - stock.adobe.com

Greta Thunberg ist in aller Munde. Das Mädchen mit den geflochtenen Zöpfen und dem ernsthaften Gesichtsausdruck klagt an — und sie zeigt uns nicht nur eindrucksvoll, dass unser Planet ein Problem hat (und wir diese Problematik erst viel zu spät erkennen wollten), sondern auch, dass Kinder — um es in Ihren Worten zu sagen — „nicht zu klein dafür sind, einen Unterschied zu machen“. Die Umwelt schlägt Alarm! Ein weltweiter Artenschwund, anhaltende Trockenheit, Hungersnöte, Überschwemmungen u.v.m. bedrohen unsere Erde. Aufgrund der immer größer werdenden Erdbevölkerung, unserer Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, der menschlichen Land- und Wassernutzung, der Überdüngung und -erntung sowie der Umweltverschmutzung ist mittlerweile ein bedenklicher Rückgang der Biodiversität zu verzeichnen. Ein Thema also, dem wir uns nicht mehr entziehen können. Denn eine intakte Umwelt ist die Grundlage der menschlichen Existenz und es wird nicht nur uns, sondern vor allem die nachfolgenden Generationen betreffen.

Zeit, die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit auch in das Klassenzimmer zu holen! Bildung und Umweltschutz — sind diese Begriffe noch getrennt voneinander zu betrachten? Kaum vorstellbar! Kinder sind unsere Zukunft, dementsprechend brauchen wir das Thema Umweltschutz auch in der Schule. Das wurde in Frankreich bereits 2003 erkannt und dort ein Pilotprojekt gestartet. Das Unterrichtsfach „Umweltschutz und nachhaltiges Wachstum“ hat mit 60 Stunden Einzug in den Unterricht unseres Nachbarlandes gehalten. (vgl. Umweltschutz wird offizielles Lehrfach). Die Kinder zu einer nachhaltigen Generation zu erziehen, ist dort nicht mehr nur Aufgabe der Eltern, sondern auch der Lehrenden. Und dies ist auch konform mit dem Bildungsauftrag der deutschen Schulen, denn wir tragen dafür Sorge, Schülerinnen und Schüler zu befähigen „für die Erhaltung der Umwelt Verantwortung zu tragen und gesundheitsbewusst zu leben“. (vgl. Niedersächsisches Schulgesetz)

Emotionale Verbundenheit zur Natur fördern

Warum ist es wichtig, Umweltschutz in die Schule zu integrieren?

  • Was Kinder in der Schulzeit lernen und welche Erfahrungen sie in der Schule machen, begleitet sie oft ein Leben lang. Da wir in dieser Zeit am lernfähigsten sind, kann sich eine Grundeinstellung für ein nachhaltiges und umweltbewusstes Leben in der Kindheit — und damit auch in der Schule — entwickeln. Was Kinder dazu brauchen sind Vorbilder. Dies kann Schule sicherlich nicht allein leisten, aber sie sollte es zumindest unterstützen. Laut der WWF-Studie zum Thema Umweltschutz (S. 35 ) gaben Befragte ihre Kindheit als Grund für ihr Umweltengagement an. Und genau hier können — und müssen — wir als Unterrichtende ansetzen.
  • Aus den Ergebnissen der Studie wird aber auch deutlich: Eine reine Wissensvermittlung reicht dabei nicht aus. Die emotionale Verbundenheit und Liebe zur Natur sind hingegen ausschlaggebend. Ganz nach dem Konzept einer ganzheitlichen Umweltpädagogik: Ich schütze nur, was ich liebe (vgl. Raingard Knauer / Petra Brandt: Ich schütze nur, was ich liebe) Diese Verbindung zur Natur kann durch die Aufhebung der Distanz geschaffen werden, die Kinder heutzutage oftmals zur Umwelt haben. Dadurch wird nicht nur ein umweltbewusster Lebensstil gefördert, sondern auch die Kreativität und Fantasie geschult.
  • Das Aufwachsen in einem umweltbewussten Elternhaus wird nicht allen Kindern zuteil. Und auch hier greift unser Bildungsauftrag, der uns verpflichtet ALLEN Schülerinnen und Schülern die „dafür erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln“ und sie zu befähigen, „ökologische Zusammenhänge zu erfassen.“ (vgl. Niedersächsisches Schulgesetz) Lernen Kinder also die Grundlagen eines nachhaltigen Lebens nicht von ihren Eltern oder nahen Bezugspersonen, ist es die Aufgabe der Schule, ein ökologisches und verantwortungsvolles Handeln zu fördern.
  • „Wieso wird mein T-Shirt in Kambodscha gefertigt?“, „Welche lange Reise hat der Orangensaft hinter sich, bevor er in meinem Kühlschrank landet?“, „In welchen Gütern versteckt sich Palmöl und inwiefern ist es schädlich für die Umwelt?“ — durch die Konfrontation mit dem eigenen Konsum- und Umweltverhalten werden Kinder angeregt, ihren Alltag und Prozesse zu hinterfragen und sich kritisch mit unserem Wirtschaftssystem auseinanderzusetzen.
  • Unsere Welt ist im stetigen Wandel und befindet sich in einer Umbruchphase. Die wachsende Unsicherheit hat auch eine Auswirkung auf unsere gesellschaftlichen Strukturen und unser Leben. Damit die nachwachsenden Generationen ein zufriedenes Leben führen können, müssen wir die Kinder durch Wissen und Kompetenzen eben dazu befähigen.

Es kommt auf jede Lehrkraft an, das Thema Umwelt präsent zu machen

Gründe für das Thema Umweltschutz im Klassenzimmer gibt es also einige. Bleibt die Frage, wie es gelingen soll, das Thema deutschlandweit in die Lehrpläne zu integrieren. Von jedem Bundesland wird ein eigener Lehrplan aufgestellt. Dieser ist übersättigt an Themen, die es im Laufe des Schuljahres durchzubringen gilt. Hier muss in erster Linie sicherlich die politische Ebene aufholen, aber letztlich ist es auch von den jeweiligen Schulen und Lehrern abhängig, wie viel die Kinder vom Klimawandel und zum Umweltschutz lernen.

Dies muss nicht zwangsläufig in einem eigenen Unterrichtsfach geschehen: Bereits in kleinen Dingen, können Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler als Vorbilder fungieren. Mülltrennung in der Klasse, die Einführung eines Energiebeauftragten oder mehrerer Energiedetektive sowie die Frage „Wie ist mein Pausenbrot eingepackt?“ sind nur einige Beispiele dafür. Auch Projekttage können ein guter Anlass sein, über unseren Planeten nachzudenken. Verbände und Organisationen bieten ein breites Band an Unterrichtsmaterialien zum Thema Klimawandel und Umweltschutz. Wer das Gefühl hat, dass dies nicht reicht, kann auch aktiv werden: In Indonesien unterstützen Schulen die Organisation Trash Hero’s Ubud bei Ihren CleanUp-Events. Die Klassen sammeln den angeschwemmten Plastikmüll und machen die Welt ein kleines bisschen sauberer. Auch in Europa gibt es mittlerweile viele Organisationen, die sich dem Umweltschutz verschrieben haben. Die europäische Initiative LET'S CLEAN UP EUROPE hat bereits „535 Tonnen Abfall im Rahmen von Initiativen aufgesammelt.“

Eine Rettung der Welt strikt nach Stundenplan wird uns sicherlich nicht gelingen. Eine nachhaltige Generation zu schaffen, unsere Erde und unser Verhalten umweltfreundlicher zu gestalten und die Liebe zur Natur zu fördern sollte hingegen zu unseren Bildungszielen gehören.

Wiebke Heinemeier

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