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Homeschooling

Humor und Ingwer stärken die Abwehrkräfte

Homeschooling kann stressen und das wiederum schwächt die Immunabwehr. Abwehrsysteme, die auch noch gute Laune machen, sind Humor, Singen, gesunde Ernährung, Sport und (nicht nur) Ingwertee.

Homeschooling: Humor und Ingwer stärken die Abwehrkräfte In jeder Beziehung gesund: in Ruhe eine Tasse Tee trinken © goodluz - stock.adobe.com

Lachen ist gesund. Doch so mancher oder manchem könnte es dieser Tage eher vergehen. Lehrerin Martina Hagemann etwa hätte allen Grund dazu, so wie sie ihren hektischen Corona-Alltag im Magazin schule online beschreibt: Ihre Schüler warten auf ihre Aufgaben fürs Zu-Hause-Lernen, sie teilt sich mit ihrem Mann und ihren beiden Sprösslingen zwei Rechner, das Internet geht nicht und dann will auch noch ständig eines der Kinder etwas von ihr. – Eine belastende und stressige Situation, ganz schlecht fürs Immunsystem.

Dem steuert der folgende Beitrag entgegen. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Abwehrkräfte stärken und mit guter Ernährung und gesunden Freizeitbeschäftigungen die Herausforderungen Ihres Alltags im Homeoffice meistern.

Kein Stress, mäßiger Sport und ausreichend Schlaf

Bei anhaltendem Stress schüttet der Körper „vermehrt Kortisol aus, was das Immunsystem unterdrückt“, erklärt Stefan Meuer, Direktor des Instituts für Immunologie an der Universität Heidelberg im SPIEGEL. – Doch zum Glück gibt es viele Techniken und Strategien, um den Stresspegel gezielt zu reduzieren.

Der Antistress-Coach auf der FOCUS-Website präsentiert Ihnen ein breites Spektrum von praktischen Übungen und Methoden, die sich ganz einfach und oft auch „mal kurz zwischendurch“ umsetzen lassen. Auch Achtsamkeit wirkt dem Stress effektiv entgegen – vielleicht haben Sie Lust, die eine oder andere Übung aus dem unten verlinkten Artikel auszuprobieren.

Bewegung baut Stress ebenfalls ab und schützt so unser Immunsystem. Überhaupt stärkt Sport unsere Abwehrkräfte. Am förderlichsten ist dabei ein „moderates Training – also Schwimmen, Radfahren oder Joggen“, sagt Karsten Krüger vom Institut für Sportwissenschaft an der Universität Gießen im oben verlinkten SPIEGEL-Artikel. Und Hajo Haase vom Institut für Immunologie an der Uni-Klinik der RWTH Aachen erläutert genauer, warum wir ohne Bewegung anfälliger für Infektionen sind: Unsere Immunzellen treffen in den Lymphknoten auf die Erreger und Lymphflüssigkeit wird nur durch Muskelbewegungen transportiert. – Heißt: Ohne regelmäßige Bewegung stagniert unser Abwehrsystem.

Wenn wir uns bewegen, schlafen wir auch besser. Das ist wichtig, denn ein ausreichender und gesunder Schlaf wirkt sich erwiesenermaßen positiv auf unsere Immunabwehr aus.

Gute Darmflora – starkes Immunsystem

„Wir wissen, dass der Darm quasi 70 Prozent unseres Immunsystems unterstützt und bereitstellt“ sagt Dr. Brigitte Bäuerlein im WDR-Beitrag „Immunsystem stärken – Tipps für eine gute Abwehr“. Kleine Bakterien im Darm sorgten für „ein leicht saures Milieu“, wodurch „Eindringlinge und Feinde gar keine Chance“ hätten, „irgendwie in den Körper zu gelangen“. Doch wie machen Sie Ihre Darmflora wehrhaft? Am besten mit gesunder Ernährung: „Joghurt, Quark, Roggen- und Vollkornbrot“ tragen dazu bei, und auch „Blumenkohl, Brokkoli, Möhren oder auch Sauerkraut“ sollten regelmäßig auf Ihrem Speiseplan stehen. „Ganz besonders freut“ sich der Darm „über Rauke, Chicoree [sic!] oder Radicchio“, so die Ernährungswissenschaftlerin (ebd.). Gut für den Darm sei außerdem grüner Tee, Zucker hingegen sei „in allen Variationen“ nicht zu empfehlen.

Ingwer und Zitrone: alte Hausmittel neu erforscht

Ingwer schälen, fein reiben und mit kochendem Wasser aufgießen und ziehen lassen – das ist ein altes Hausmittel, um Erkältungskrankheiten vorzubeugen oder sie zu bekämpfen. Und auch frisch gepresste Zitronen, verdünnt mit – unbedingt kaltem! – Wasser oder Tee, gelten als probates Mittel gegen Viren und Bakterien. Zu Recht? Ja, das bestätigten im Herbst 2018 Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München (TUM). Sie wiesen nach, dass „insbesondere Zitronensäure und 6-Gingerol auf molekularer Ebene im Speichel Prozesse auslösen, die die Immunabwehr aktivieren und stärken“, so fasst die ASSMANN-Stiftung die Ergebnisse auf ihrer Website zusammen. Dabei ist „aktivieren und stärken“ eher gelinde ausgedrückt, denn das 6-Gingerol, ein Scharfstoff des Ingwerrhizoms, verdreifacht die Menge des antimikrobiell und fungizid wirkenden Abbauproduktes Hypothiocyanat im Speichel“. Und Zitronensäure vergrößert „den Lysozym-Spiegel und damit dessen antibakterielle Wirkung“ sogar bis zum Zehnfachen des Anteils, der normalerweise im Speichel zu finden ist.

Das Immunsystem verjüngen – geht das?

Das Abwehrsystem jüngerer Menschen ist besonders gut gegen das Corona-Virus gefeit. Im Alter hingegen geht die „Aktivität der angeborenen Immunabwehr, die sofort nach einem Infekt einsetzt“, zurück, schreibt Ulrike Gebhardt in diesem lesenswerten Beitrag in der NZZ. Ausführlich erläutert die Autorin, warum das so ist, und dass es vor allem auf eines ankommt: Auf eine ausgeglichene Immunabwehr, die sich auf das Wesentliche, die Bekämpfung der Keime, konzentriert und sich nicht gegen den eigenen Körper wendet.

Lässt sich ein Immunsystem „verjüngen“? „Das Repertoire an Antikörpern und Immunzellen, die etwa gegen Viren beziehungsweise gegen virusinfizierte Zellen vorgehen, sinkt mit zunehmendem Alter (wie das Repertoire in der Bibliothek), daran kann auch der tägliche Erkältungs-Shot nichts ändern“, zitiert der NZZ-Beitrag den Immunologen Georg Holländer (ebd.). Doch selbst wenn man das Immunsystem nicht verjüngen kann, sollte man unbedingt schädigende Einflüsse wie Rauchen, Alkohol, Stress und Schlafmangel unterbinden. Auch eine ausreichende Versorgung „mit Nährstoffen, mit Vitaminen und mit Mineralstoffen (wie Zink und Selen)“ trägt dazu bei, dass „die Immunzellen normal funktionieren können“, so Holländer (ebd.).

Lachen, singen, cool bleiben

Insgesamt gilt auch bei der Stärkung des Immunsystems der Grundsatz „Bloß kein‘ Stress!“ Der Immunologe Meuer versichert im oben verlinkten SPIEGEL-Artikel: „Die Leute sollten sich nicht so viele Sorgen um das Immunsystem machen, das ist sowas von robust.“ Und sein Kollege Krüger weiß, dass eine gesunde und „normale Mischkost einen maximalen Effekt auf das Immunsystem hat“.

Auch Lachen stärkt das Immunsystem – das ist wissenschaftlich belegt. (Vgl. dazu: Mareike Schwab, „Lachen ist die beste Medizin“). Und es hilft gegen den Corona-Stress, besonders, wenn man eben genau darüber lacht. Die schönsten Webadressen dazu, hat der BR hier für Sie zusammengestellt. – Natürlich vorausgesetzt, der Server ist nicht wieder überlastet. Und wenn, auch nicht schlimm. Dann singen Sie einfach ein Viertelstündchen, denn auch das fördert die Immunabwehr, wie eine Studie des Instituts für Musikpädagogik der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main beweist. Vielleicht läuft ja danach das Internet auch wieder.

Martina Niekrawietz

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