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Hygieneerziehung

Hygieneunterricht zur Vermeidung von Infektionen

Herbst ist Grippezeit. Besonders in Schulen verbreiten sich Viren und Bakterien rasant schnell, wenn man der Infektion nicht Einhalt gebietet. Hygieneerziehung ist hier das A und O, damit Schüler sich und andere schützen können.

Hygieneerziehung: Hygieneunterricht zur Vermeidung von Infektionen Auch das richtige Händewaschen sollte in der Schule gemeinsam geübt werden © Vladimir Voronin - Fotolia.com

Gerade in der nasskalten Jahreszeit, wenn Infektionskrankheiten wie Erkältungen, Grippe oder Magen-Darm-Infektionen umgehen, sind Hygienemaßnahmen wichtig. An Orten, an denen viele Menschen aufeinandertreffen, steigt das Risiko einer Infizierung. Eine Ansteckung ist bei Kindern, die häufig und intensiv miteinander in Kontakt treten, besonders wahrscheinlich. Die Viren, die in Tröpfchen beim Niesen, Husten, sogar Sprechen übertragen werden, verbreiten sich schnell und werden eingeatmet. Sie befinden sich ebenso auf Gegenständen und werden durch die Hände auf die Schleimhäute von Mund, Nase und Augen gebracht.

Gerade in der Schule sollten daher verschiedene Hygieneregeln intensiv besprochen und umgesetzt werden. Informationsmaterial zum Thema bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Hier können Poster, Aufkleber und Flyer für die Eltern bestellt werden. Neben der nötigen Hygiene wird ebenso darauf aufmerksam gemacht, dass Impfen bei einer Vielzahl von Erkrankungen die einzig wirksame Präventionsmaßnahme darstellt.

Richtiges Händewaschen üben

Der häufigste Übertragungsweg von Viren und Bakterien, die Infektionen auslösen, sind die Hände. Da sich die Viren und Bakterien auf Türklinken, Gegenständen und den Händen anderer Menschen befinden, sollte jeder sich mehrmals täglich die Hände waschen. Speziell aber vor dem Essen, nach dem Toilettengang, wenn man von draußen kommt und beispielsweise beim Einkaufen den Einkaufswagen und Türen angefasst hat, nachdem man ein Tier gestreichelt hat und immer nach dem Naseputzen. Bei Erkältung gilt das in besonderem Maße.

Richtiges Händewaschen muss mit Schülern besprochen und eingeübt werden, denn die Hände mal kurz unter das Wasser zu halten und dann an der Hose abzuputzen, bringt wenig. Wichtig ist, dass die Hände richtig nass gemacht werden, bevor die Seife oder eine walnussgroße Menge aus dem Seifenspender zum Einseifen genommen wird. Es gibt übrigens batteriebetriebene Seifenspender, die durch Sensor Seife abgeben. Hier kann ohne Berührung durch verschmutze Händen hygienisch Seife entnommen werden; und die Schüler lieben es, wenn die Seife automatisch auf die Hand läuft!. Anschließend soll die Seife gründlich zwischen den Fingern und an den Fingerspitzen verrieben werden. Laut Empfehlung sollte dies 30 Sekunden dauern, in denen die Schüler bei Bedarf die Zeit mitzählen können. Danach wird der Seifenschaum gründlich abgespült und die Hände werden mit einem Einmaltuch abgetrocknet. Obwohl es sich herumgesprochen hat, dass Handtücher und Putztücher Nährboden für Viren, Pilze und Bakterien sind, findet man in einigen Schulen immer noch (mehrfach benutzte!) Handtücher.

Link zum Thema:

Informationsmaterial zum Thema bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Unter dem Button Hygiene finden sich verschiedene Aufkleber, Plakate und Flyer zum Thema Hygiene und Infektionsschutz für die Grundschule.

Neben dem Händewaschen sollten die Hände in Erkältungszeiten vom Gesicht ferngehalten werden. Das ist gar nicht so einfach, denn dies geschieht unbewusst häufige Male am Tag, indem man sich an der Nase kratzt, die Augen wischt oder das Kinn in die Hände stützt. Werden die Schüler darauf hingewiesen, können sie besser bewusst darauf achten, mit den Händen nicht ins Gesicht, insbesondere in die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund zu fassen.

Problematisches Verhalten

Sind Schüler erkältet und fühlen sich aber wohl, können sie in der Regel die Schule besuchen. Leider geschieht es durch den Arbeitsdruck der Eltern immer häufiger, dass Schüler schlimmer krank, teilweise mit Fieber, in die Schule geschickt werden und den ganzen Schulvormittag ununterbrochen husten oder niesen müssen.

Eine Aufklärung über die nicht nur unangenehme Situation für das eigene Kind selbst, sondern auch über die Ansteckungsgefahr für die Mitschüler und Lehrer sollte daher auf einem Elternabend thematisiert werden. Die Bekanntgabe von Notfallnummern, unter denen durchgängig ein Elternteil oder eine vertraute Person während des Schultags erreichbar ist, der oder die das Kind abholen kann, wenn es sich unwohl fühlt, ist absolut notwendig.

Andere vor Ansteckung schützen

Als Vorbeugung für Erkältungszeiten muss auch das „richtige“ Niesen und Husten mit den Schülern thematisiert werden. In der Regel niesen oder husten Schüler und halten reflexartig die Hand vor die Nase oder den Mund. Dadurch werden die Tröpfchen in die Hand gebracht, die beim Anfassen anderer Gegenstände oder Menschen zur Weitergabe der Viren und Bakterien führen. Daher sollte immer in die Armbeuge geniest oder gehustet werden. Auch ein Papiertaschentuch kann als Barriere dienen.

Zum Naseputzen wird ein Papiertaschentuch benutzt und dies nur einmal. Im Anschluss muss das Taschentuch direkt im verschlossenen Mülleimer entsorgt werden. Taschentücher sollten nicht mehrfach benutzt oder sogar im Ranzen oder der Hosentasche aufbewahrt und gesammelt werden. Das Aufstellen von Papiertücher-Zupf-Boxen an verschiedenen Stellen im Klassenzimmer kann hier als Aufforderung zur Entnahme dienen. Zudem entfällt die permanente Suche nach einem Taschentuch durch die Schüler während des Unterrichts. Im Anschluss sollten die Schüler wieder ihre Hände waschen.

Hinweise, Merkblätter und Schilder

Nachdem die Hygieneregeln mit den Schülern im Unterricht thematisiert und am Elternabend mit den Eltern besprochen wurden, empfehlen sich Schilder im Klassenraum, denn oftmals halten diese Regeln kurzzeitig danach an und sind dann wieder vergessen. Daher können über allen Waschbecken in der Schule Hinweisaufkleber angebracht werden mit den Schritten des Händewaschens.

Auch in der Toilette könnte ein Merkblatt an der Toilettentür zum Spülen und an der Ausgangstür mit dem Hinweis auf eventuell vergessenes Händewaschen aufmerksam machen. Denn wichtig ist bei der Hygieneerziehung, dass es möglichst keine Lücken gibt und alle mitmachen. Nur so kann verhindert werden, dass sich Viren und Bakterien verbreiten und in Klassen viele Schüler gleichzeitig oder nacheinander erkranken.

Dass Bewegung und gesunde Ernährung zur Stärkung des Immunsystems und der Verminderung der Anfälligkeit für Infektionen beiträgt, dazu kann die Schule ebenfalls durch bewegte Pausen und Unterrichtsphasen sowie einem Aufruf für einen zuckerfreien Vormittag beitragen.

Marion Keil

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