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Gesundheitsprävention

Kopfläuse: Vorbeugen ist besser als Kratzen

Kopfläuse sind eine Dauerplage in Schulen. Immer wieder tauchen sie auf und versetzen Eltern, Kinder und Lehrer in Stress. Ein paar wenige Vorbeuge- und Behandlungsmaßnahmen helfen, die Quälgeister zu vertreiben.

Gesundheitsprävention: Kopfläuse: Vorbeugen ist besser als Kratzen Spätestens wenn der Kopf juckt, sollte man nach Plagegeistern Ausschau halten © JPC-PROD - stock.adobe.com

„Die meisten Kinder in Kita oder Grundschule haben bereits Läuseerfahrung“, so die Redakteure des WDR-Magazins Quarks in ihrem Video-Beitrag „Keine Panik bei Kopfläusen!“. Und das ist ein sehr unangenehmes Erlebnis: „Das hat halt ganz, ganz fürchterlich einfach gejuckt“, erzählt eine Grundschülerin. Einer anderen hat „das Läuseshampoo in den Augen gebrannt“, „und die Eier waren auch irgendwie klein“, ergänzt ein Mitschüler.

Vor allem für die Eltern ist Läusealarm anstrengend: Zweimalige Behandlung mit einem Läusemittel, dazu fast täglich Haare waschen, Nissen auskämmen, und das über einen längeren Zeitraum hinweg — ein Riesenaufwand, besonders, wenn auch noch weitere Familienmitglieder betroffen sind. Doch auch für die Lehrkräfte ist das Auftreten von Läusen in der Schule mit einigem zusätzlichem Aufwand verbunden, zum Beispiel wenn es darum geht, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um einer Ausbreitung von Läusen vorzubeugen.
Der folgende Beitrag informiert Sie über präventive Möglichkeiten und zeigt, wie Sie am besten schon beim ersten Einzelfall effektiv einschreiten können.

Sinnvolle präventive Maßnahmen

Was können Schulen tun, um zu verhindern, dass sich die Kopflaus ausbreitet? Diese Frage beantwortet Experte Hermann Feldmeier, emeritierter Professor der Charité Berlin, in einem Interview auf der Website des Deutschen Schulportals.

Kopfläuse „zirkulieren das ganze Jahr über in der Kinderpopulation“, man sieht sie nicht, sondern erkennt sie meist nur daran, dass das Kind sich kratzt.

Doch das Jucken der Kopfhaut ist eine allergische Reaktion auf den Lausspeichel, die nur bei etwa einem Drittel der Kinder auftritt. Die übrigen zwei Drittel kratzen sich gar nicht. Fazit des Experten: „Wer wirklich verhindern will, dass sich Kopfläuse (...) in der Schule festsetzen und zu einem Ausbruch führen, muss regelmäßig die Köpfe der Kinder untersuchen“ (ebd.). Und das heißt, etwa alle drei Monate. „Lehrkräfte oder pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen … nicht … die Haare der Kinder anfassen!“, betont Prof. Feldmeier. Deshalb sei die Untersuchung durch „Kontrollieren und Auskämmen“ in jedem Fall Sache der Eltern. Übrigens genügt es in der Regel, diese zeitaufwendige Untersuchung auf die Mädchen zu beschränken, denn: „Sie sind wesentlich häufiger betroffen als Jungen“, sagt Prof. Feldmeier.

Alle drei Monate Laus-Kontrolle

Die Deutsche Pediculosis Gesellschaft zeigt noch eine weitere Möglichkeit auf: Falls die Eltern und Kinder nichts dagegen haben, könnten auch durch das Gesundheitsamt geschulte Pädagogen eine Erstuntersuchung vornehmen. Dieses Einverständnis könnte durch einen Elternbrief mit Antwortabschnitt oder bei der Schulanmeldung abgefragt werden. Die DPG weist auf eine weitere Alternative hin: Die Lehrkraft könnte beim Abholen des Kindes auf die Eltern zugehen und die Eltern darauf hinweisen, dass das Kind sich kratzt, und darum bitten, es auf Läuse hin zu untersuchen.

Da die Lauspopulation auf dem Kopf sich sehr schnell vermehrt, ist nach der Entdeckung einer Ansteckung Eile geboten. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt deshalb sogar, „Kinder, die in den ersten 3 Tagen nach Bekanntwerden des Kopflausbefalls keine elterliche Rückmeldung vorgelegt haben, (...) möglichst ab dem 4. Werktag nach Bekanntwerden des Kopflausbefalls“ zu untersuchen. Doch Achtung: Das verstößt gegen das Grundgesetz, wie aus der „Handreichung — Kopflausbefall in Schulen“ (Punkt 8.1) des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen hervorgeht.

Hygienemaßnahmen bei Auftreten von Läusen

Es ist Unsinn, in der Schulgarderobe Mützen und Jacken der Kinder einzeln in Plastiktüten zu verpacken, um eine Ausbreitung von Läusen zu verhindern, so sagt Prof. Feldmeier. Kopfläuse beseitige man nur, indem man sie direkt auf dem Kopf des Wirtes behandelt. Deshalb hält er auch das Reinigen der Bettwäsche für „überflüssig“.

Das sehen die Experten des Robert-Koch-Instituts (Link s. o.) anders. Sie empfehlen verschiedene „Hygienemaßnahmen in Haushalt, Kindergarten und Kinderhort“, die sich sicherlich auch auf Grundschulen oder den schulischen Ganztag übertragen lassen:
So sollten …

  • „Kämme, Haarbürsten, Haarspangen und -gummis (...) in heißer Seifenlösung gereinigt werden,
  • Schlafanzüge und Bettwäsche, Handtücher und Leibwäsche sollen gewechselt werden,
  • Kopfbedeckungen, Schals und weitere Gegenstände, auf die Kopfläuse gelangt sein könnten, (...) für 3 Tage in einer Plastiktüte verpackt aufbewahrt werden.“ Allerdings seien „Insektizid-Sprays (...) nicht nötig“.

„Aufklärung ist die beste Vorbeugung“, so die Überzeugung der DPG-Experten. Auf ihrer Website empfehlen sie deshalb, mindestens einmal pro Jahr bei einem Elternabend über Läuse zu informieren. So sind alle gewappnet, wenn die Laus wieder auf dem Vormarsch ist.

Martina Niekrawietz

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