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Körper und Gesundheit

Sachunterricht mit Biss: Zähne und Zahnpflege

Zähne und Zahngesundheit sind ein wichtiges Thema im Sachunterricht — und noch wichtiger für die Gesundheit der Schüler. Deshalb ist es notwendig, Grundschülern schon frühzeitig nachhaltiges Grundwissen zu vermitteln.

Körper und Gesundheit: Sachunterricht mit Biss: Zähne und Zahnpflege Je früher die Kindes es lernen, desto besser: tägliches Zähneputzen ist wichtig für ein gesundes Gebiss © Veronica Louro/Shutterstock

„Mei was mach‘ i denn? Es heißt, es soll jeder unbedingt Zähn‘ putzen. Und wer zu kurze Hände hat, dem soll man helfen“, sagt der Kasperl von der Augsburger Puppenkiste im Video von Ralphi und den Zähnen ratlos: Das böse Krokodil hat zu kurze Hände, und Kasperl muss ihm helfen. Das Krokodil mag Zähneputzen aber nicht und droht dem Kasperl, ihn zu fressen ... Natürlich fällt dem klugen Kasperl am Ende doch eine Lösung ein. Sein Freund Ralphi besucht inzwischen einen echten Kinderzahnarzt, der ihm die Praxis zeigt und viel über Zähne und Zahngesundheit verrät. Dann fragt er auch noch im Zoo nach, wie verschiedene Tiere ihre Zähne einsetzen.

Die Geschichte vom Kasperl umrahmt die drei abgeschlossenen Episoden mit Ralphi in der Zahnarztpraxis und Ralphi im Zoo und eignet sich zum Einstieg in eine Unterrichtseinheit zum Thema gesunde Zähne. Die Schüler sehen den ersten Teil der Geschichte (bis min 2:30) und versuchen, dem Kasperl zu helfen: Wie schafft es der Kasperl, dem Krokodil die Zähne zu putzen, ohne dass das Krokodil zubeißt? Wenn die Kinder danach den Schluss der Geschichte gesehen haben (ab min 12:44), stecken sie schon mitten im Thema Zähneputzen. — Der folgende Beitrag stellt Ihnen dazu methodisch abwechslungsreiche und aktivierende Unterrichtsideen vor, mit denen Sie Ihre Schüler für das wichtige Thema Zahngesundheit nachhaltig sensibilisieren.

Zähne sind zum Kauen da

Wofür brauchen wir eigentlich unsere Zähne? Diese Frage beantwortet die mehrstündige Unterrichtseinheit „Zähne — wichtige (Kau-)Werkzeuge“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Zunächst erkunden die Kinder mit Handspiegeln ihre eigenen Zähne und entdecken dabei, dass diese ganz unterschiedliche Formen haben. Warum das so ist, erforschen die Kids mit einem Kauexperiment (vgl. dazu die methodisch-didaktischen Hinweise, S. 1 f.), bei dem sie nacheinander Karotten, Kekse, Nüsse, Äpfel, Gummischnuller und Bananen verkosten. Auf einem Arbeitsblatt (vgl. dazu Kopiervorlage „Arbeitsblatt 1“) kreuzen die Kinder an, mit welchen Zähnen (Schneide-, Eck- oder Backenzahn) sie die jeweiligen Lebensmittel kauen.
Auch viele Tiere kauen vornehmlich mit ihren Zähnen, manche nutzen sie aber noch zu ganz anderen Zwecken (vgl. dazu das Arbeitsblatt „Zähne im Tierreich“ auf der DGUV-Webseite). An dieser Stelle kann man vertiefend die Episode von Ralphi im Zoo zeigen (im Video der Augsburger Puppenkiste ab min 7:43, Link s. o.). Er fordert die Kinder auf zu beobachten, wie die Tiere fressen: „Ich wette, ihr könnt euch dann gut vorstellen, wie ihre Zähne aussehen.“

Altersgerechte Unterrichtsvorschläge:

Zum Thema Zahngesundheit für die Klassenstufen 1–9, differenziert nach Schularten, bietet die im Artikel verlinkte Broschüre „Zahngesundheit in der Schule“. Mit Arbeitsblättern und Folien ist auch ein informativer Elternabend zu diesem wichtigen Thema schnell vorbereitet.

Warum Milchzähne wackeln und ausfallen

Beim Abbeißen von der Karotte nutzen nicht alle Kinder die gleichen Zähne. Der Grund: Die Milchschneidezähne sind bereits ausgefallen und die Kinder müssen mit Eck- und Backenzähnen abbeißen. Aber warum müssen die Milchzähne überhaupt ausfallen? Und warum fehlt bei herausgefallenen Milchzähnen plötzlich die Wurzel? Diese Fragen greift ein weiteres Modul der DGUV-Unterrichtseinheit auf. Das Video „Milchzähne“ der Sendung mit der Maus erklärt noch einmal sehr anschaulich, was mit den Milchzähnen passiert, wenn sie zu wackeln beginnen und ausfallen.

Zahnexperiment: Zucker und Säure

Die Kinder der Klasse 1b der Friedrich-Ebert-Grundschule in Heidelberg haben ein Experiment gemacht: Sie haben einen Zahn in ein Glas mit Zuckerwasser gelegt und Zitronensaft hinzugefügt. Warum, das erklärt die Website „Medizin für Kids“ des Heidelberger Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin: „Die Zitronensäure arbeitet wie die Bakterien, die in deinem Mund leben“, so heißt es in der Versuchsbeschreibung. Nach zwei Tagen im verschlossenen Glas zeigt sich ein erschreckendes Ergebnis: „Der Zahnschmelz ist (...) jetzt so weich, dass wir sogar eine Nadel durchstecken können! Und das, obwohl der Zahnschmelz sonst härter ist als deine Knochen (...)“. — Ein klarer Beweis dafür, wie schädlich Zucker für die Zähne ist. Das überzeugt auch die Klasse 1b. Ihr Fazit: „Wir raten euch: Putzt, Leute, putzt!!!“ [sic!]

An dieser Stelle könnten auch Lebensmittel mit verstecktem Zucker angesprochen werden. Besonders anschaulich sind dabei die Angabe des Zuckergehalts als Menge der Würfelzuckerstücke, die unterschiedliche Produkte enthalten: Wie viele Zuckerstückchen stecken in einem 0,2-l-Glas Limonade? (7) In Konservenobst? (5–19) In 100 g Gummibärchen? (26!) In einer Tafel Schokolade? (19) Eine Liste dazu findet sich in der Broschüre „Zahngesundheit in der Schule“ der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege (LAGZ) Rheinland-Pfalz (S. 119 f.).

Workshop zum Zähneputzen

Zähneputzen ist also immens wichtig, wenn man daran denkt, was Zucker anrichten kann. Wie putzt man sich aber nun  „richtig“ die Zähne? „Wichtig ist von Anfang an eine gewisse Systematik zu erlernen, d. h. alle Zähne gleichmäßig und gründlich in einer bestimmten Reihenfolge zu putzen“, raten die Schulzahnärzte in der Broschüre  „Zahngesundheit in der Schule“ und erläutern auch gleich, wie das geht (Link s. o., S. 60 ff.): Am besten nutzt man dafür die sogenannte KAI-Methode, wobei das Akronym „KAI“ für „Kauflächen — Innen — Außen“ steht. Im Unterricht vermittelt man die Methode am besten zunächst, indem man anhand eines Modells oder/und Videos (z. B. des ZZB Zahnputzsongs im Netz) die Putzbewegungen zeigt. Dann folgt eine praktische Übung, je nach Ausstattung mit Waschgelegenheiten in der Schule auch in kleineren Gruppen. Über die schulzahnärztliche Vereinigung lassen sich ggf. Zahnputzsets in hygienischen verschließbaren Beuteln besorgen.

Zunächst befühlen die Kinder ihre Zähne mit der Zunge, um herauszufinden: „Wie fühlen sich schmutzige Zähne an?“ Anschließend putzen sich die Kinder, am besten synchron mit der Lehrkraft als Modell, die Zähne. Wieder befühlen sie ihre nun glatten Zahnoberflächen mit der Zunge und wissen: So fühlen sich saubere Zähne an.

Die Zahnputzübung sollte von Zeit zu Zeit wiederholt werden, am besten mit Sanduhr, um die Kinder an die Putzdauer von mindestens zwei, besser drei Minuten zu gewöhnen.

Zahngesundheit — Thema für Kinder und Eltern

Wenn es um gesunde Zähne geht, bringen Grundschüler sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit: So gibt es bezüglich „Zahnkaries (...) in bildungsarmen Familien 2,8-mal so viele Fälle wie beim Nachwuchs von Akademikern“, wie Forscher der Universität Bielefeld im Auftrag der DAK-Gesundheit ermittelten (vgl. dazu die Website zum Kinder- und Jugendreport 2018 im unten verlinkten Beitrag „Gesundheit hängt vom Elternhaus ab“). — Viele Grundschulen steuern dem entgegen und ziehen beim Thema Zahngesundheit alle Register. Sie greifen das Thema nicht nur immer wieder im Unterricht auf, sondern holen auch die Eltern bei verschiedenen Gelegenheiten ins Boot: Das kann ein Klassenelternabend im Vorfeld einer zahnmedizinischen Reihenuntersuchung sein, bei dem auch gleich das Einverständnis der Erziehungsberechtigten zu vorbeugenden Fluoridierungsmaßnahmen eingeholt werden kann. Manche Schulen bereiten mit den Eltern auch gesunde Frühstücks- und Mittagsmahlzeiten zu und vermitteln nebenbei die Basics einer „zahngesunden“ Ernährung und die Notwendigkeit sorgfältiger Zahnpflege und regelmäßiger Zahnarztbesuche.

Martina Niekrawietz

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