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Selbstmanagement

So stärken Sie Ihre Ressourcen und verbessern Ihre Life-Balance

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen — dieser alte Grundsatz ist dem Bedürfnis gewichen, Familie und soziale Kontakte, Gesundheit und Berufsleben in Einklang zu bringen. Die Konzepte und Techniken in diesem Beitrag helfen Ihnen dabei, mit Ihren Ressourcen zu haushalten.

Selbstmanagement: So stärken Sie Ihre Ressourcen und verbessern Ihre Life-Balance Wenn sich die Aufgaben türmen, hilft zum Beispiel die ALPEN-Methode, Arbeit besser zu organisieren © Ilya Glovatskiy - fotolia.com

Nach der Elternzeit hat die junge Grundschullehrerin 14 Stunden in einer 1. Klasse übernommen und fühlt sich jetzt „nur noch überfordert“: Ihr Problem ist, dass es ihr schwer fällt, „zwischen den verschiedenen Welten hin- und herzuschalten“, schreibt sie in einem Lehrerforum. An fünf Tagen der Woche sitze sie „bis sehr spät am Schreibtisch“ und habe das Gefühl, weder ihrer Klasse noch ihren eigenen beiden Kindern wirklich gerecht zu werden. Offensichtlich befindet sie sich in einem Zustand äußerster Belastung, der auch bereits gesundheitliche Spuren hinterlässt: Mittags nach der Schule fühle sie sich „immer völlig ausgelaugt“, und nur in den Ferien gelinge es ihr, „richtig schlafen“ zu können.

Wie viele Menschen unter extremem Stress sieht sie keinen Weg, zu entspannen und „die Akkus“ wieder aufzuladen. „Vom Kopf her weiß ich, dass ich abschalten muss (...), ich kann es aber nicht umsetzen“, schreibt sie. Doch wie kann es gelingen, in einer so schwierigen Situation trotzdem die persönlichen Ressourcen zu stärken? Dieser Beitrag stellt Ihnen bewährte, direkt anwendbare Techniken vor, mit denen Sie Zeit sparen, neue Kräfte mobilisieren und die Ihnen dabei helfen, Rollenkonflikte zu lösen.

Wie Sie Berufliches und Privates klar trennen

Mit welchen Maßnahmen Sie eindeutige Grenzen zwischen Arbeit und Familie setzen, zeigen Stephen und John Covey: „Sehen Sie Familienzeit nicht als Restzeit, die Ihnen bleibt, wenn Sie Ihr berufliches Arbeitspensum erledigt haben. (...) Sobald Sie Ihre Familie gedanklich als eigene Priorität gelten lassen, finden Sie ständig neue Möglichkeiten, ihr mehr Geltung zu verschaffen.“, sagen die beiden US-amerikanischen Autoren. Konkret bedeutet das zum Beispiel, feste Zeiten für die Familie einzuplanen, etwa einen „Jour fixe“ am Samstagnachmittag, den alle zusammen planen und verbringen, oder auch regelmäßige und ungestörte Verabredungen „unter vier Augen“ mit Kindern und Partnern. Beim Wechsel von einer Sphäre in die andere sollten Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen, um den Kopf frei zu machen und danach vollständig präsent zu sein: „Niemand hat etwas davon, wenn Sie (...) beim heimischen Abendessen noch daran denken, ob Ihre Kollegin Ihr Projekt unterstützen wird.“

Problem „Homeoffice“?

In der Regel erledigen Lehrer Unterrichtsvorbereitungen, Korrekturen et cetera zu Hause, wodurch die Übergänge zwischen Beruflichem und Privatem oft allzu fließend sind. Wenn möglich sollte deshalb das häusliche Arbeitszimmer klar vom Wohnbereich abgetrennt sein. Am besten mit eigenem Telefonanschluss und bestimmten Bürozeiten, raten die Redakteure der interessanten Website simplify.de: „Legen Sie fest, wie viele Stunden Sie Ihrer Arbeit in der kommenden Woche (ungefähr) widmen werden, und notieren Sie die geplanten Arbeitszeiten in einem Kalender. Seien Sie diszipliniert: Während dieser Zeiten sind andere Tätigkeiten tabu!“ Ein Ritual, zum Beispiel der Wechsel von Arbeits- zu Freizeitkleidung, hilft dabei, nach der Arbeit einen klaren Schlussstrich zu ziehen. Und noch ein Tipp der Redakteure, um inneren Abstand zu gewinnen: „Am Arbeitsende räumen Sie Ihren Schreibtisch auf und ‚besetzen’ ihn“, zum Beispiel mit einem Blumenstrauß oder mit anderen „freizeit-assoziierten“ Gegenständen.

Wie man einen übervollen Schreibtisch aufräumt, wusste US-Präsident Dwight D. Eisenhower. Ein kurzes Video auf simplify.de zeigt, wie es geht: Erst leer räumen, dann alles in vier Kategorien sortieren: „wegwerfen“, „sofort erledigen“, „später erledigen“ und „delegieren“. Eine komplexere Methode zur Planung von Aufgaben hat David Allen entwickelt: „Getting Things Done“ (GTD): Damit erfassen Sie Ihren gesamten Alltag mit kontextbezogenen Aufgabenlisten.

Das Eisenhower-Prinzip: Wichtiges und Dringendes unterscheiden

Auf dem Eisenhower-Prinzip basiert auch die Prioritätenmatrix. Sie ordnet die zu erledigenden Aufgaben in ein Koordinatensystem mit den Achsen „Wichtig“ und „Dringlich“ ein. Herauskommen ebenfalls vier Kategorien: „Wichtig und dringend“ erfordert sofortiges Handeln, Aufgaben im Bereich „Wichtig, aber nicht dringend“ sollten terminiert oder delegiert werden, und „Dringend, aber nicht wichtig“ sind Dinge, die Sie am besten nicht zu den Tageszeiten erledigen, in denen Sie Ihr persönliches Leistungshoch haben. „Nicht dringend und nicht wichtig“ sind Tätigkeiten, die Sie getrost von Ihrer To-do-Liste streichen können.

Mehr zum Thema:

Eine Anleitung, um im gesamten Arbeitsbereich Ordnung zu schaffen sowie weitere Tools für eine bessere Life-Balance bieten die Zeitmanagement-Berater Ewers & Jung auf ihrer Website.

Die tägliche Aufgabenflut

... bewältigen Sie auf einfache Weise mit der ALPEN- Methode von Lothar J. Seiwert. ALPEN ist ein Akronym und steht für:

  • Aufgaben notieren, ohne Rücksicht auf die Reihenfolge
  • Länge schätzen, möglichst realistisch
  • Pufferzeiten einplanen, etwa 40 Prozent der insgesamt verfügbaren Zeit
  • Entscheidungen treffen, Aufgaben priorisieren
  • Nachkontrolle am Ende des Tages: Was ist erledigt, was noch offen?

Pareto-Prinzip

Wer öfter erlebt, dass vieles länger dauert als geplant, gehört womöglich zu den Menschen, die allen alles recht oder immer alles perfekt machen möchten. Dabei geht oft der Blick für das große Ganze verloren. Besser ist es, sich auf die Aufgaben zu konzentrieren, die nur wenig Zeit und Aufwand erfordern, aber für das Gesamtergebnis große Wirkung haben: Das Pareto-Prinzip, auch 80/20-Regel genannt, besagt, „dass etwa 80 Prozent eines Effekts über 20 Prozent der Ursachen erzeugt werden“. So erzielen viele Unternehmen mit 20 Prozent ihrer Kapazität (Mitarbeiter, Produkte, Dienstleistungen) 80 Prozent Ihres Ertrags. Übertragen auf den Lehrerberuf bedeutet das zum Beispiel bei der Unterrichtsplanung: Wer jede einzelne Stunde minutiös vorbereitet, verbraucht viel Energie und Zeit. Wesentlich effektiver ist es, ein paar Minuten über die Frage nachzudenken: Wie komme ich an fertige Stunden und Materialien? Vielleicht tauschen Sie Ihre Entwürfe mit Kollegen aus oder werden im Internet fündig, und schon haben Sie wöchentlich mehrere Stunden Zeit gewonnen.

Martina Niekrawietz

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