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Medienkompetenz

Einsatzmöglichkeiten von iPads im Unterricht

Tablets wie das iPad lassen sich im Unterricht leicht einsetzen und bieten viele Möglichkeiten zum Lernen, Üben und kreativen Gestalten — und das häufig sogar in Kombination. Die Schüler erwerben dabei Medienkompetenz und sind hoch motiviert, selbstständig zu lernen.

Medienkompetenz: Einsatzmöglichkeiten von iPads im Unterricht De Lehrerin erklärt ihren Schülern die Funktionsweisen eines Tablet-Computers © WavebreakMediaMicro - Fotolia.com

„Können wir heute wieder am iPad arbeiten?“, fragen die Schüler der Klasse 3 motiviert. Nach der Einführung des iPads in der Grundschule ist dieses Medium eine willkommene und motivierende Ergänzung im Unterricht für die Schüler. Neben der Anwendung von Lernsoftware sind auch kreative Ideen damit umsetzbar. Die Schüler können sowohl eine kleine Präsentation, ein selbsterstelltes Buch mit eigenem Text und fotografierten Bildern sowie eine Mindmap erstellen oder durch bewegte Figuren in verschiedenen Landschaften eigene Geschichten medial darstellen. In den Fächern Deutsch, Mathematik, Sachunterricht oder Kunst bieten sich die verschiedene Apps an, um den Unterricht zu bereichern. Sind die Schüler mit den Bedienelementen vertraut, können sie die iPads selbstständig in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit nutzen. Sie können sowohl für das eigentliche Unterrichtsthema als auch zur Differenzierung eingesetzt werden. Viele Medienzentren stellen dazu bereits „iPad-Koffer“ mit einem Klassensatz zum Ausleihen zur Verfügung. Vom IT-Fachmann werden dazu auch die entsprechenden Apps zur Verfügung gestellt. Neben iPads gibt es ebenso die Möglichkeit, kostengünstigere Tablets über das Schulbudget, den Förderverein etc. anzuschaffen.

Einführung der Bedienelemente 

Damit die Schüler selbstständig mit dem iPad umgehen können, ist eine gemeinsame Einführung notwendig. Natürlich sollte mindestens für jedes zweite Kind der Klasse ein iPad zur Verfügung stehen. Für den Einsatz der Geräte in Kinderhand ist es sinnvoll, wenn jedes Tablet mit einer speziellen Schutzhülle versehen ist, um auch noch einsetzbar zu sein, wenn es einmal heruntergefallen ist. 

Da bereits die Oberfläche mit verschiedenen Apps einen hohen Aufforderungscharakter besitzt, kann die Einführung zunächst durch den Lehrer und die Übertragung seiner iPad-Oberfläche durch den Beamer auf die Klassenwand erfolgen. Der Lehrer demonstriert für alle Schüler zum Mitverfolgen per Übertragung in der Klasse die ersten Schritte wie anschalten, Lautstärke regeln, Homebutton finden und erklärt vorhandene Apps. 

Alternativ können disziplinierte Klassen die Schritte gemeinsam mit dem Lehrer nachvollziehen. Als Regel gilt jedoch: Während der Erklärungsphasen sollten die Schüler das iPad immer umgedreht auf den Tisch legen, um zuzuhören. Die Gefahr des Ausprobierens weiterer Features ist sonst zu hoch. Sind die Schüler mit den wesentlichen Grundlagen vertraut und wissen, wo sie sich das iPad holen, wie sie es bedienen und wie sie es wieder zurücklegen, können die ersten Apps eingeführt werden.

Kostenlose Apps für den Unterricht:

Beschreibungen zu den Apps finden Sie unter dem Link.

Apps für Lehrer, Schule und UNterricht finden Sie hier.

Verschiedene Lern-Apps ausprobieren

In der Regel ist den Schülern das Bedienen von Lernsoftware bekannt und es bedarf nur weniger Worte, damit die Schüler ein Programm zum Üben des Einmaleins bedienen können. Als Partnerspiel bietet sich hier die kostenlose App „Math Fight“ an, die es übrigens auch als Android App gibt. Hierbei setzen sich die Partner gegenüber und legen das iPad der Länge nach zwischen sich und starten das Spiel. Der Bildschirm ist zweigeteilt. Jeder Spieler sieht dieselbe Aufgabenstellung mit verschiedenen Lösungsmöglichkeiten auf dem Display . Wer zuerst auf die richtige Lösung tippt, bekommt einen Punkt. Durch den Wettbewerbscharakter ist das ein sehr beliebtes Spiel mit Übungen zu vielen weiteren mathematischen Lerninhalten. 

Der App Store bietet hier eine Vielzahl an verschiedenen Lern-Apps, die mit den Schülern ausprobiert werden können. Kostenlos zu empfehlen sind hier: Lesestart-App – Die App für fantasievolle Schüler zum Lesenlernen, Geoboard – Praktische App für den Matheunterricht. Wichtig ist jedoch, dass Sie vorab als Lehrer diese Apps selbst ausprobieren, um zu sehen, ob sie sich auch wirklich für den Unterricht eignen.

Ein eigenes Buch gestalten

Eine sehr vielfältig einsetzbare App für das Erstellen eines kreativen Produkts ist der „Book Creator“. Die Schüler können damit ein Buch erstellen, indem sie Texte und Bilder einfügen. Die Bilder können sie mit dem iPad selbst fotografieren. Bei der Textgestaltung stehen verschiedene Designs zur Verfügung: Es können Sprechblasen und sogar aufgenommene Töne eingefügt werden. Das Endprodukt ist ein kreatives, mediales Produkt. 

Zum Einsatz dieser App müssen die Schüler wissen, wie sie mit dem Pluszeichen eine neue Vorlage öffnen, wo sie Fotos knipsen und wie sie diese einfügen können. Durch das Tippen auf die Bedienelemente sind die meisten Buttons selbsterklärend und nach einer kurzen Einführung können die Schüler bereits ihre Ideen verwirklichen. Mithilfe dieser App könnten beispielsweise im Sachunterricht Experimente zum Thema Wasser mit Bild, Text und Ergebnis festgehalten werden. 

Nach einer Klassenfahrt oder einer anderen besonderen Klassenaktion wie Klassen-, Schulfest oder Ausflug könnte ein Erinnerungsheft mit Bildern, Bildunterschriften, Berichten, einem aufgenommenen Lied der Klasse etc. entstehen. Außerdem könnten die Schüler im Deutschunterricht mit Bildern einen kleinen Comic gestalten und Sprechblasen an die Bilder heften. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Diese App ist in vielen Fächern einsetzbar. 

Einen eigenen Film erstellen

Die  App „Puppet Pals“ erlaubt es einen kleinen Trickfilm zu erstellen. Durch verschiedene Landschaften und Figuren können die Schüler Szenen zusammenbasteln und die Figuren lebendig werden lassen. Diese App kann im Deutschunterricht zur Inspiration für das Schreiben von eigenen Geschichten genutzt werden. Durch die vorgegebenen vielfältigen Möglichkeiten entstehen zumeist sehr kreative Ideen der Schüler.

Midmapping per Tablet

Zur Vorbereitung eines Themas beispielsweise im Sachunterricht erstellen Lehrer gern eine Mindmap. Dies kann nun anstelle gemeinsam frontal an der Tafel auf dem iPad geschehen. Hierzu nutzen die Schüler die App „Popplet“. Mit wenigen Handgriffen können Textfelder erzeugt und mit Strichen verbunden werden. Der Vorteil im Vergleich zur Tafel liegt auf der Hand: Änderungen und Verschiebungen können mit einem Fingerstrich geschehen und die Mindmap ist ohne große Probleme erweiterbar, veränderbar und farblich zu gestalten. 

Klassen-Netzwerk visualisiert Ergebnisse

Im Netzwerk aller Klassen-iPads kann zur Präsentation der Ergebnisse mithilfe eines Beamers die Oberfläche eines Schüler-iPads für alle an die Wand projiziert werden. So können verschiedene erstellte Mindmaps, Trickfilme oder mediale Bücher für alle groß sichtbar angeschaut und besprochen werden, aber ebenso weitergeschickt und mit Klassenkameraden geteilt werden. 

Neben der Anwendung verschiedener Apps kann das iPad natürlich auch ganz einfach für die Recherche im Internet oder das Schreibprogramm genutzt werden. 

Thema Sicherheit und Ablenkung

Hat der Lehrer Sorge, dass die Schüler unbemerkt auf andere Apps klicken und nicht beim besprochenen Inhalt bleiben, so gibt es hierfür die Möglichkeit, durch Eingabe eines Codes das Verlassen einer geöffneten App für die entsprechenden Schüler zu blockieren. Dies ist insbesondere für die Schüler hilfreich, die versuchen, unbeobachtet ins Internet zu kommen.  Dies Schüler können dadurch ausgebremst werden und der Lehrer ist sicher, dass sie keine anderen Inhalte ansurfen.

Durch das leichte Gewicht, die einfache Handhabung und die Möglichkeit durch Apps und integrierte Kamera kreativ tätig zu werden, bietet (nicht nur) das iPad eine gute, alternative Einsatzmöglichkeit zum PC und Laptop. Eins ist sicher: Die geforderte Medienkompetenz erwerben die Grundschüler dadurch auch noch mit Spaß.

Marion Keil

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