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Interaktive Whiteboards

Fünf nützliche Tipps zum Einsatz vom interaktiven Whiteboards

Whiteboards haben bereits Einzug in viele Klassenzimme gehalten. Dennoch beschränken viele Lehrer sich darauf, diese lediglich als Projektionsfläche oder eben ganz einfach wie eine traditionelle Tafel zu nutzen. Dabei gibt es durchaus spannende Einsatzmöglichkeiten, die leicht zu realisieren sind.

Interaktive Whiteboards: Fünf nützliche Tipps zum Einsatz vom interaktiven Whiteboards Das Whiteboard ist für viele Lehrer nur eine digitale Tafel bzw. eine Projektionsfläche. Dabei gibt es weit mehr Einsatzmöglichkeiten © RTimages - Fotolia.com

Das digitale Whiteboard ist quasi zum Synonym für die Digitalisierung der Schulen geworden. Das Versprechen, dass die weißen Tafeln „das Ende der Kreidezeit“ hervorrufen, klingt so verlockend und modern, dass in wenigen Jahren wohl die meisten Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland digital schreiben werden.

Mittlerweile kämpfen viele verschiedene Systeme um die Gunst der Schulen. Sie unterscheiden sich äußerlich kaum, obwohl die jeweils verwendete Technik höchst unterschiedlich ist: Manche Whiteboards funktionieren mit der bloßen Hand, andere Hersteller verwenden einen digitalen Stift, der seine Position an der Tafel über eine eingebaute Kamera findet. Trotz der unterschiedlichen Ansätze ist die Bedienung jedoch recht ähnlich. Der pädagogische Nutzen hingegen ist höchst umstritten, vor allem weil die meisten Lehrerinnen und Lehrer das interaktive Whiteboard ausschließlich zur Präsentation mit Programmen wie PowerPoint verwenden.

Der Lernerfolg ist fraglich

Schülerinnen und Schüler profitieren in diesem Fall überhaupt nicht von der neuen Technik, wie die Washington Post bereits vor vier Jahren berichtete. Sie schrieb, dass interaktive Whiteboards Lehrerinnen und Lehrer nicht in die Zukunft führen, sondern im Gegenteil den antiquierten Lehrervortrag unterstützen. In dem Artikel äußert sich ein 18-jähriger Schüler zu den interaktiven Whiteboards wie folgt: „Ich finde sie genauso nützlich wie eine Kreidetafel.“

Auch der preisgekrönte amerikanische Lehrer Frank Noschese äußert sich in seinem Blog skeptisch. Obwohl er selber Unterrichtsmaterialien für interaktive Whiteboards erstellt, verwendet er in seinem Klassenzimmer bereits die nächste Generation von interaktiven Tafeln. Sie kosten ca. zwei Euro und bestehen aus weißen, beschichteten Sperrholzplatten aus dem Baumarkt.

Noschese verteilt sie an seine Schülerinnen und Schüler und lässt sie damit höchst effektiv in Kleingruppen arbeiten. Auch andere Lehrer haben das Konzept bereits übernommen und berichten begeistert von dem Erfolg.

Schüler müssen im Mittelpunkt stehen

Die Berichte von Lehrern wie Frank Noschese zeigen, worauf es bei jeder neuen Technologie ankommt: Sie muss den Schülern dienen. Damit dies auch bei dem interaktiven Whiteboards der Fall ist, hier fünf Tipps zu deren Einsatz im Unterricht.

1. Speichern Sie ihren Unterricht für ihre Schüler!
Interaktive Whiteboards ermöglichen es, sehr bequem und ohne viel Aufwand den Unterrichtsverlauf digital festzuhalten und zu speichern. Geben Sie die im Unterricht erstellten Dokumente für ihre Schüler frei, etwa mit Dropbox oder einem anderen Cloud-Service.

Viele Programme bieten übrigens die Möglichkeit an, Filme aufzuzeichnen. So können Sie nicht nur das fertige Tafelbild, sondern auch dessen Aufbau/Korrektur festhalten. Dies ist z. B. im Kunstunterricht bei der Beschreibung unterschiedlicher Maltechniken hilfreich. Solche Videos können dann übrigens hervorragend von anderen Kolleginnen und Kollegen in Vertretungsstunden eingesetzt werden.

2. Lassen Sie ihre Schüler spielen!
Die Internetseite „befuddlr“ bietet die Möglichkeit, jedes Bild, das bei „flickr“ hochgeladen wurde, in ein interaktives Puzzle zu verwandeln. Mithilfe der Seite lassen sich interessante Stundeneinstiege realisieren, die Ihre Schüler aktiv miteinbeziehen. Auch das Spiel „Crayon Physics“ kann in naturwissenschaftlichen Fächern Abwechslung in den Unterricht bringen. In dem Spiel lassen sich Objekte malen, die dann physikalisch korrekt mit der Spielwelt interagieren.

3. Bereiten Sie ihren Schülern eine Bühne!
Wenn Sie ein Theaterstück oder eine Diskussion in der Klasse vorführen lassen, können Sie das Whiteboard dazu nutzen, einen entsprechenden Hintergrund als Kulisse einzublenden. Die Schüler können dieses Kulissenbild auch selbst malen bzw. gestalten: entweder gleich am Tablet oder Laptop oder die Ergebnisse werden eingescannt oder abfotografiert. Was darüber hinaus auch noch die Medienkompetenz fördert und schult.

4. Geben Sie Schülern eine Feedback-Möglichkeit!
Am Ende jeder Stunde können Sie eine kleine Tabelle auf dem Whiteboard  einblenden, auf der die Schüler mit einer einfachen Handbewegung oder dem mitgelieferten Stift ein kurzes Feedback zur Stunde hinterlassen können, etwa bei der Einführung einer neuen Methode.

5. Das Whiteboard gehört den Schülern!
Behalten Sie stets im Hinterkopf, dass die interaktiven Whiteboards nicht für Sie, sondern für die Schüler angeschafft wurden. Geben sie ihnen daher die Zeit, verschiedene Programme bzw. die mitgelieferte Software auszuprobieren. So lernen sie die technischen Möglichkeiten des Geräts kennen und kommen vielleicht bald schon auf eigene Ideen, wie sie das Whiteboard gewinnbringend nutzen können.

Tobias Hübner

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