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LearningApps: Digitale Übungen selbst gestalten

Mit dem Tool LearningApps können Sie Ihre Unterrichtsmaterialien digital umwandeln. Dafür stehen viele Varianten zur Verfügung und auch eine Differenzierung ist möglich. Wir geben einen Einblick, wie das geht.  

Apps & Tools: LearningApps: Digitale Übungen selbst gestalten Learrningapps bietet viele Möglichkeiten für den Unterricht © Tierney - stock.adobe.com

Seit einigen Monaten kämpfen Lehrer/-innen und Schüler/-innen mit vielen Problemen, die bisher noch nie so eine große Rolle gespielt haben. Zum Beispiel Arbeitsblätter ausdrucken und das Arbeitsergebnis digital abgeben. Nicht jede Familie ist mit den nötigen Ressourcen dafür ausgestattet. CDs zu Schulbüchern mit digitalen Aufgaben können eine Hilfe sein, jedoch verfügt nicht jedes Kind über einen Computer mit CD-Laufwerk.

Wie kann man seinen Unterricht also erweitern, wenn die Schüler und Schülerinnen Zuhause nicht die Möglichkeit zum Drucken haben und man nicht nur reine Textarbeit haben möchte? Wie kann man vorhandene Unterrichtsmaterialien verwenden und digital umwandeln, sodass diese auch nur mit einem Handy bearbeitet werden könnten? Oder gibt es sogar schon fertige digitale Materialien zu meinem Fach?

Eine Möglichkeit dazu bietet die Plattform https://learningapps.org/. Die Plattform ist nach einmaliger Registrierung vollständig kostenfrei nutzbar. Im Folgenden wird erläutert, wie Sie LearningApps einsetzen können.  

Vorhandene Apps finden und verwenden

Sie finden Apps für viele Kategorien und Jahrgangsstufen. Apps heißen die erstellten Tools, die angelegt werden und für alle freigeschaltet werden können. Durch die Suche lässt sich gezielt nach Materialien zu expliziten Unterrichtsthemen filtern.

Um diese Apps mit den Schülerinnen und Schülern zu teilen, müssen Sie ihnen lediglich den Vollbildlink zukommen lassen und schon kann die Klasse diese Aufgaben sogar mit dem Handy bearbeiten.

Eigene Apps erstellen

Viel mehr Spaß bringt es jedoch, wenn Sie sich als Lehrkraft genau die Apps basteln, die Sie für Ihre Stunde haben möchten. Und dabei gibt es vielfältige Möglichkeiten, von denen ich hier ein paar vorstellen möchte.

Zuordnung auf einem Bild: Sie haben ein Schaubild auf einem Arbeitsblatt und möchten dieses Beschriften lassen? In dem Fall fügen Sie das Bild ein und pinnen die korrekten Antworten an, damit die Schüler/-innen diese zu sortieren können.

Lückentext: Sie möchten einen Lückentext zu einem Buchtext oder von einem Arbeitsblatt digital bearbeiten lassen? Kein Problem – in diesem Fall können Sie eine App erstellen und dabei die Lücken vorgeben. Ob die Schüler/-innen die Lücken dann nur zuordnen müssen, oder die Lücken selber hinschreiben sollen, das entscheiden Sie. Es lassen sich auch YouTube-Videos implementieren und dazu einen passenden Lückentext erstellen.

Gruppenzuordnung: Die Schüler/-innen sollen etwas einsortieren. Beispielsweise: Gehört eine Lärche zu den Nadelbäumen oder den Laubbäumen. Und wie sieht es mit der Buche aus? Die Schüler/-innen schieben beliebig viele Texte, Bilder Audios oder Videos zu den von Ihnen vorher erstellten 2 bis 4 Bereichen.

Paare zuordnen: Welche Aussagen gehören zueinander? Von wem stammt das Zitat? Welcher Tiername gehört zu welchem Bild? Welche Tonart hörst du hier? Es gibt vielfältige Möglichkeiten der Zweierzuordnung von Text, Bild, Audio oder Video.

Millionenspiel: Eine Frage und vier Antwortmöglichkeiten. Nur eine Antwort ist richtig und man nähert sich der Millionenfrage. Mit einer falschen Antwort ist das Spiel verloren und man ist wieder am Start angelangt. Wer kommt bis zur Million?

Wo liegt was? Ein Bild wird hinterlegt und mit jeder Frage muss die richtige Stelle markiert werden. Wo liegt Paris auf der Europakarte? Wo liegt ein Punkt im Koordinatensystem?

Gruppenpuzzle: Ähnlich wie bei der Gruppenzuordnung werden auch hier verschiedene Antworten zu verschiedenen Gruppen zugeordnet. Wer alles richtig zuordnet, der legt dadurch ein hinter dem Puzzle verstecktes Bild oder Video frei.

Zahlenstrahl: Verschiedene Bilder, Texte, Videos oder Audios werden anhand vorgegebener Werte auf einem Strahl zugeordnet. Das geht natürlich mit geschichtlichen Daten, genau so aber auch wie mit anderen Angaben, wie beispielsweise Höhenmetern.

Paare-Spiel: Pro Spielzug kann man zwei Kärtchen umdrehen und sollte sich gut merken, welche Karte wo lag. Dieses Spiel kennen alle Kinder. Hier können Bilder und auch Texte hinterlegt werden. Der Text kann auch digital vorgelesen werden.

Die ist nur ein Auszug aus den Gestaltungsvorlagen, es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten und dadurch ist die App absolut individuell gestaltbar und für jedes Fach nutzbar.

Einstellungsmöglichkeiten 

Autokorrektur: Eine Aufgabe wird erst als richtig gelöst markiert, wenn sie wirklich richtig gelöst wurde. Dadurch haben Schüler/-innen die Möglichkeit sofort zu sehen, ob sie Fehler gemacht haben, ohne, dass die Lehrkraft die Aufgabe erst kontrollieren muss. Welcher Text in der Rückmeldung für die Schüler/-innen steht, kann die Lehrkraft selber bestimmen. Je nach Aufgabenformat und Einstellung gibt es die Möglichkeit Hilfestellungen für die Schüler zu bieten.

Ordnung halten: Als Lehrkraft habe ich die Möglichkeit mir verschiedene Ordner anzulegen und die erstellen Apps nach Fächern zu sortieren. Meine Apps sind nicht automatisch für jedermann sichtbar. Dazu muss man erst die Veröffentlichung der App beantragen. Apps welche man mit geschützten Abbildungen aus Schulbüchern oder Arbeitsblättern erstellt hat, sind natürlich nicht zur Veröffentlichung geeignet.

Die Königsklasse – Schülerzugänge

Die Lehrperson kann Schülerzugänge erstellen, mit denen die Schüler/-innen ohne ein eigenes Nutzerkonto anlegen zu müssen, in der App aktiv werden können. Dadurch können Apps nicht nur zugewiesen werden, sondern der Lehrer/ die Lehrerin kann auch die Aktivität der Schüler/-innen einsehen. Wurde die App geöffnet? Wurde die App richtig gelöst? Welche Zeit hat der Schüler/-innen dafür benötigt?

Zudem haben die Schüler/-innen mit den Zugängen die Möglichkeit selber Apps zu erstellen. Die Lehrkraft kann entscheiden, ob diese Apps so gut sind, dass sie der ganzen Klasse zur Verfügung gestellt werden.

LearningApps auch im Präsenzunterricht?

Ein ganz klares Ja! Die Arbeit mit LearningApps erleichtert vieles. Beispielsweise Differenzierung – einfach gemacht, indem man eine erstellte App in verschiedene Niveaus umwandelt. Beispielsweise kann man Pinnadeln bei der Bildzuordnung farblich trennen, um eine Zuordnung zu erleichtern. Worte können vorgelesen werden. Lückentexte können mit wenigen Handgriffen umgewandelt werden von Einschreiben zu Zuordnung oder die Menge der Lücken reduziert werden.

Ein anderer Punkt ist die Möglichkeit der Selbstkontrolle. Wenn man passend zu den Apps Arbeitsblätter erstellt, dann können Schüler/-innen selbstständig kontrollieren und korrigieren, ob sie Aufgaben richtig gelöst haben. Kennen Sie Flipped Classroom? Die Schüler/-innen erarbeiten sich zu Hause den Stoff beispielsweise mit Videos und kleinen Aufgaben. Passende Übungsaufgaben werden im Unterricht erledigt. Hierzu bietet sich für die Arbeit zu Hause die, oben noch nicht erwähnte, Aufgabenform „Video mit Einblendungen“ hervorragend an. Und zu guter Letzt, ein nicht zu verachtendes Argument ist ganz einfach: Schüler/-innen haben Spaß an so unterschiedlichen digitalen Aufgaben, von denen viele in spielerischer Form daherkommen.

Fazit

LearningApps bietet sehr viele Möglichkeiten und können in jedem Fach eingesetzt werden. Die Erstellung von LearningApps Bedarf etwas Zeit und Übung. Aber Vorsicht – es macht süchtig nach mehr!

Denise Reinholdt


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