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Vorträge zur Bildung

Lehrerfortbildung: Die fünf wichtigsten TED-Talks

Lehrerfortbildung ganz einfach: Fünf Vorträge (TED-Talks) werden vorgestellt, die sich mit innovativen Aspekten zum Thema Bildung und Medien befassen. Sie bieten Denkanstöße und Anregungen zur Veränderung für den eigenen Schulalltag und Unterricht.

Vorträge zur Bildung: Lehrerfortbildung: Die fünf wichtigsten TED-Talks Lehrerfortbildung ganz einfach von zu Hause aus. Am Computer können Sie sich via Internet anregende Vorträge zur Bildung anhören © agenturfotografin - Fotolia.com

Kennen Sie schon „TED“? Die drei Buchstaben stehen stellvertretend für die Worte Technology, Entertainment und Design. Unter diesem Namen finden seit 1984 jährliche Konferenzen statt, auf denen herausragende Redner ihre Ideen vorstellen. Bill Clinton, Al Gore, Larry Page und viele andere haben bereits auf der exklusiven Veranstaltung gesprochen, die jedes Jahr ausverkauft ist, obwohl ein Ticket $ 7.500 kostet.

Trotz des recht elitären Charakters der Veranstaltung werden alle Vorträge, die übrigens nie länger als 18 Minuten dauern, kostenlos auf der Internetseite www.ted.com veröffentlicht, sodass die ganze Welt an den „Ideas worth spreading“ (so der Slogan von TED) teilhaben kann.

Die meisten Vorträge sind auf Englisch, allerdings lassen sich zu den meisten Videos Untertitel in vielen verschiedenen Sprachen (darunter auch fast immer Deutsch) einblenden.

Nicht wenige der über tausend Vorträge beschäftigen sich mit dem Thema Bildung, oft in Kombi-nation mit neuen Technologien. Hier sind fünf dieser Vorträge, die Sie auf keinen Fall verpassen sollten, denn sie zeigen außergewöhnliche Menschen, die Impulse für gelingende Schulen im 21. Jahrhunderts geben.

Vorträge zur Bildung bieten Denkanstöße

1. Ken Robinson: How schools kill creativity
Dieser brillante Vortrag von Ken Robinson ist der meist gesehene und meist kommentierte TED-Talk aller Zeiten! Wer den Redner noch nicht kennt — Ken Robinson ist einer der herausragenden Bildungsforscher unserer Zeit. Sein Buch „In meinem Element“, das die Bildungsverläufe bekannter Persönlichkeit analysiert, sollte zur Pflichtlektüre jedes Referendars gehören. Seine These lautet: Wir müssen unser Schulsystem von Grund auf erneuern, denn Schulen treiben Schülerinnen und Schülern ihre Kreativität aus. Ken Robinsons Vortrag ist ein Phänomen: Er ist überaus witzig, informativ, macht nachdenklich und berührt das Herz. Aber sehen Sie selbst!

2. Sherry Turkle: Connected, but alone?
Sherry Turkle, Professorin am berühmten Massachusetts Institute of Technology, war einst eine Internet-Enthusiastin. In diesem Vortrag konzentriert sie sich jedoch darauf, die Kehrseite der technischen Entwicklung, die jede Lehrkraft aus eigener Erfahrung kennt, zu erörtern: Der Umgang mit Smartphones hat beispielsweise  zur Folge, dass sich Menschen immer weniger gegenseitig zuhören. Im Laufe ihres Vortrags legt sie ausführlich dar, warum insbesondere für Kinder und Ju-gendliche die Kommunikation im Internet so reizvoll ist: Sie ermöglicht es, sich so darzustellen, wie man sein will. Man hat die vollständige Kontrolle über den Verlauf der Kommunikation. Kommunikation im „real life“ ist dagegen sehr viel komplizierter, anstrengender und zeitraubender — und wird deshalb womöglich vermieden. Der Vortrag bietet zahlreiche Anregungen für einen spannenden Unterricht zum Thema „Kommunikation“, wie sie sich verändert und welche Folgen das hat.

3. Salman Khan: Let's use video to reinvent education
Vielleicht haben Sie schon einmal den Begriff „Flipped classroom“ gehört. Er meint, dass sich die Schülerinnen und Schüler zu Hause mit dem Unterrichtsstoff vertraut machen und dann in der Schule quasi ihre „Hausaufgaben“ erledigen. Salman Khan hat die berühmte „Khan Academy“ geschaffen, die kostenlose Tutorial-Videos zu den unterschiedlichsten Themen bereithält.
Der Vortrag zeigt, wie sehr das Medium Video Bildungsprozesse verändern kann, denn auch wenn es eine Lehrkraft nicht ersetzen kann, eignet es sich ideal zur individuellen Förderung.

Weiterer Hinweis zum Thema:

Auf der TED-Internetseite finden Sie die Playlist „Re-imaging school“ mit weiteren interessanten Videos rund um das Thema Bildung.

4. Sugata Mitra: The child-driven education
Wie wichtig das Thema Bildung auf den TED-Konferenzen ist, zeigt nicht nur Ken Robinson, son-dern auch Sugata Mitra, der 2013 den jährlich verliehenen TED-Preis gewonnen hat. Dabei klingt das, was er in seinen Vorträgen berichtet, unglaublich: Er gibt Kindern einen Computer und eine Aufgabe und verlässt anschließend ohne jede Erklärung oder Anleitung den Raum. Nach mehreren Monaten kehrt er zurück und erlebt dann, dass sich beispielsweise tamilisch sprechende Kinder in einem kleinen indischen Dorf ohne jede Anleitung die grundlegenden Fakten der Molekularbiologie beigebracht haben, auf Englisch wohlgemerkt. Dieser Vortrag zeigt, welche Möglichkeiten neue Technologien beim Lernen bieten, und er enthält den erschreckenden, aber wahren Satz: „A teacher, that can be replaced by a machine, should be.“

5. Geoffrey Canada: Our failing schools. Enough is enough
Geoffrey Canada ist wütend — und er hat Grund dazu. Denn viele Schulen wissen, dass sie ineffi-zient arbeiten, ändern sich aber nicht. Stattdessen machen sie Jahr für Jahr das Gleiche und weh-ren sich gegen jede Veränderung. Die Welt hat sich in den letzten 50 Jahren dramatisch verändert, nicht jedoch das Schulsystem. Hinzu kommt das Problem, dass die fähigsten Lehrkräfte nicht an den Schulen unterrichten, an denen sie am nötigsten gebraucht werden. Geoffrey Canada hält in seinem TED-Talk zudem ein flammendes Plädoyer für das Testen und Evaluieren von Schulen. Ein streitbarer, aber enorm wichtiger Vortrag.

Wenn Sie durch die Vorträge auf den Geschmack gekommen sind, schauen Sie sich doch noch einige weitere TED-Videos an. Sie sind alle kostenlos und lassen sich mit der offiziellen App auch auf Tablets und Smartphones anschauen.

Tobias Hübner

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