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Bildungsauftrag

Medienkompetenz: Wegweiser zu Info-Datenbanken

Eine medienpädagogische Informationsplattform für Eltern und Lehrer, eine Datenschutzseite für junge Leute von jungen Leuten, ein Internetprojekt für Schüler mit Tipps für sicheres Surfen — das sind nur drei von unendlich vielen Online-Angeboten zur Förderung der Medienkompetenz. Aktuelle Datenbanken im Internet unterstützen Lehrer bei der schnellen Recherche des passenden Angebots.

Bildungsauftrag: Medienkompetenz: Wegweiser zu Info-Datenbanken Der richtige Umgang mit dem Computer und neuen Medien ist heute für Schüler ebenso wichtig wie Lesen und Schreiben © jovannig - Fotolia.com

Nie waren Kinder und Jugendliche von so vielen Medien umgeben wie heute: „In den Familien mit sechs- bis 13-jährigen Kindern besteht bei Fernseher, Handy, Computer/Laptop und Internetzugang (nahezu) Vollausstattung“, resümiert die aktuelle KIM-Studie 2014. Fast jeder zweite Sechs- bis 13-Jährige besitzt ein Handy oder Smartphone, 35 Prozent haben einen eigenen Fernseher und immerhin 18 Prozent können vom Kinderzimmer aus mit einem eigenen PC oder Laptop auf das Internet zugreifen (KIM, S. 72).

Gleichzeitig erleben Lehrer immer wieder, dass Schüler zwar unablässig mit neuen Medien aller Art hantieren, aber nur selten im Stande sind, daraus zum Beispiel fundierte Informationen über ein Thema zu ziehen, ihre Daten ausreichend zu schützen oder das Internet ohne Urheber- und andere Rechtsverletzungen zu nutzen. Das alles und noch viel mehr gehört zur Medienkompetenz, die „heute als vierte Kernkompetenz neben Lesen, Schreiben und Rechnen“ bezeichnet wird, wie man auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung lesen kann.

Auch in der Schule beschränkt sich deshalb Medienkompetenz längst nicht mehr auf das Vermitteln von Hard- und Softwarekenntnissen im Fach Informatik, sondern durchzieht alle Fächer. Die wenigsten Lehrer hatten jedoch während Studium und Referendariat Gelegenheit, sich auf diese Herausforderung vorzubereiten. (vgl. dazu zum Beispiel ein Interview mit Prof. Dr. Stefan Aufenanger zum Thema „Lehramtsstudenten brauchen mehr Medienkompetenz“ auf der Website bildungsklick.de)

Fünf Dimensionen der Medienbildung

In dieser Situation ist der deutsche Bildungsserver für Lehrer in jedem Bundesland eine gute erste Anlaufstelle, denn er bietet vielfältige Materialien für Unterrichtsprojekte zur Förderung der Medienkompetenz. Die Gliederung des Webportals folgt dabei „den von Gerhard Tulodziecki eingeführten Dimensionen der Medienbildung, da diese in der Mehrzahl der Bundesländer zur Basis für die aktuellen Konzepte zur Medienbildung/Medienerziehung gemacht worden sind“.

Ein Überblick über diese fünf Dimensionen, die auch zugleich die wesentlichen Lernziele der schulischen Förderung von Medienkompetenz abbilden, findet sich auf der Website des Instituts für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund:

  1. Auswählen und Nutzung von Medienangeboten auf Basis sachbezogener, sozialer und ethischer Urteilsfähigkeit
  2. Gestalten und Verbreiten von eigenen Medienbeiträgen
  3. Verstehen und Bewerten von Mediengestaltungen als Wirklichkeitskonstruktionen
  4. Erkennen und Aufarbeiten von Medieneinflüssen
  5. Durchschauen und Beurteilen von rechtlichen, ökonomischen und institutionellen Bedingungen der Medienproduktion und Medienverbreitung im gesellschaftlichen Zusammenhang“ (Zitiert nach: R. Schulz-Zander / G. Tulodziecki: Pädagogische Grundlagen für das Online-Lernen. München 2009, S. 44 f.)

Diesen Dimensionen entsprechen jeweils die Webangebote für den Medienunterricht, die auf der Website des deutschen Bildungsservers jeweils mit kurzen Teasern umrissen werden.

Medienpädagogische „News“:

Wer sich über aktuelle medienpädagogische Entwicklungen in den Bundesländern, über Termine, Wettbewerbe oder über die neuesten Publikationen informieren möchte, der konsultiert einfach die Website der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur.

Wer hier allerdings Materialien zu einem bestimmten Medium oder für eine bestimmte Zielgruppe sucht, wird in dieser eher überschaubaren Datenbank kaum fündig werden.

Kompass im Medien-Dschungel: Medienkompetenz-Datenbank

Eine wesentlich umfangreichere, „systematische Sammlung von nachhaltigen institutionalisierten[,] nicht kommerziellen Medienangeboten“ bietet die Medienkompetenz-Datenbank auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung. Die unterschiedlichen Online-Angebote zur Förderung der Medienkompetenz stammen aus durchweg vertrauenswürdigen Quellen, die „unbesehen“ für den Unterricht genutzt werden können: „Bundes- und Landesbehörden, Landesmedienanstalten, Stiftungen, Einrichtungen der freiwilligen Selbstkontrolle, Jugendschutzbeauftragte der öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk- und Medienanstalten, polizeiliche Kriminalprävention, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände und Kirchen“ (ebd.).

Mit einem „Formular zum Selbsteintrag“ kann jeder sein Online-Angebot in der Medienkompetenz-Datenbank ergänzen, sodass das Datenvolumen ständig wächst. Auch für gleichbleibende Qualität des Angebots ist gesorgt, denn neue Datensätze werden geprüft und redaktionell bearbeitet.

Der schnelle Weg zu geprüfter Information

Für Lehrer auf der Suche nach Unterrichtsmaterialien ist die Recherche ganz einfach: Sie wählen die jeweiligen Medien aus (zum Beispiel „Computer, Internet“, „Soziale Netzwerke“ oder „Printmedien, Foto“) und dazu die Art des Angebots („Informationen/Internetangebote/Website“, „Mitmachangebot/Workshop“ etc.), und schon erscheint eine kommentierte Linkliste. Ein Klick auf die jeweiligen Titel der Angebote, zum Beispiel auf das Informationsangebot von Jugendlichen für Jugendliche „Young Data“, und man erhält ausführlichere Informationen u. a. zu Zielsetzung, Zielgruppe, Reichweite, ein Kurzprofil, Ansprechpartner und ggf. einen Link zur Website.

Mit der erweiterten Suchfunktion kann man die Zielgruppe noch genauer bestimmen. – Eine wirklich nützliche Funktion für Lehrer: Wer z. B. einen Grundschul-Elternabend zum Thema „Mediennutzung von Kindern“ vorbereitet, sucht dann zunächst nach „Kindern im Grundschulalter“, und „Eltern“. Um anschließend etwa zu erkunden, ob es auch für die beiden türkischsprachigen Elternpaare der Klasse Materialien gibt, wiederholt man einfach die Suche mit veränderter Zielgruppe („Migrant(inn)en“), und sieht sofort, dass es auch eine türkische Version von „SCHAU HIN! Was dein Kind mit Medien macht“ gibt. Sucht man dann in Google noch mit den Suchbegriffen „schau hin“ und „türkisch“, landet man sofort bei der türkischen Version der Medienkompetenzbroschüre „SCHAU HIN!“

Wer trotz alledem immer noch nicht das passende Angebot für seinen Unterricht gefunden hat, kann zusätzlich unter „Medienatlanten“ die Datenbanken der Bundesländer mit Projekten zur Medienkompetenzförderung zu Rate ziehen.

Martina Niekrawietz

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