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Einsatz von Tablets

Tablet in der Grundschule einsetzen – kreative Impulse

Wie lässt sich das Tablet gewinnbringend in der Grundschule einsetzen? Richtig genutzt, unterstützt es Sie im Fachunterricht, beim kooperativen Lernen und bei der individuellen Förderung von Schüler/-innen.  

Einsatz von Tablets: Tablet in der Grundschule einsetzen – kreative Impulse Das Tablet in der Grundschule einsetzen © pololia - stock.adobe.com

Brauchen Grundschulen WLAN, Whiteboards und Tablets? – „Brauchen sie nicht“, antwortet Paula Beckmann im Interview mit der Frankfurter Rundschau kurz und bündig. Die Professorin für Medienpädagogik an der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn hält „eine ganze Reihe von anderen Dingen“ für wichtiger: fachlich kompetente Lehrkräfte, gut ausgestattete Turnhallen und Büchereien, Platz für Bewegung, Unterstützung durch Schulsozialarbeiter u. v. m. Lern-APPs sieht sie kritisch, weil es schon für „jeden kleinen Erfolg“ eine Belohnung gibt: „Das Lernen ist also ein notwendiges Übel, um Daddeln [sic!] zu dürfen“, sagt sie. Durch solche kleinschrittigen, extrinsischen Sofort-Belohnungen, würde außerdem „die Fähigkeit zum Bedürfnisaufschub verlernt oder gar nicht erst gelernt“. Ein „absolutes Tabletverbot an Grundschulen“ fordert sie jedoch nicht: In den Bereichen, „wo es einen Mehrwert gibt“, befürwortet sie den Einsatz von digitalen Medien.

Doch wie und wofür setzen Lehrkräfte iPads oder Tablets gewinnbringend ein? Und welche Tools sind sinnvoll? Diese Fragen beantwortet der folgende Text mit erprobten Unterrichtsideen.

Fächerübergreifende Projekte: analog, digital, handlungsorientiert

Medienpädagogin und Grundschullehrerin Verena Knoblauch erlebt Tablets als große Bereicherung ihres Unterrichts. In einem Webinar der SchiLf-Akademie erläutert sie, wie sie die handlichen Rechner nutzt, um ihren „Unterricht kreativ und abwechslungsreich“ zu gestalten. Bei der Anschaffung von APPs achtet sie darauf, dass sie leicht zu bedienen und vielseitig einsetzbar sind. Sie arbeitet dabei nur mit einigen wenigen Tools und Techniken, die diese Voraussetzungen erfüllen.

Im Deutschunterricht verfassten die Kinder zum Jahreskreisthema „Herbst“ ein „Elfchen“, also ein Gedicht aus 11 Wörtern. Anschließend suchten sie dazu ein passendes Motiv auf dem Schulgelände und fotografierten es. In der APP “Book Creator” kombinierten die Schüler/-innen dann Text und Bild auf einer eBook-Seite, präsentierten vor der Klasse ihre Ergebnisse und erläuterten auch, was sie sich bei der Gestaltung der Seite gedacht haben. Eine fächerverbindende Unterrichtsidee mit wenig Vorbereitungsaufwand für die Lehrerin und mit handlungsorientierten Arbeitsaufträgen für die Schüler/-innen!

Weiterführende Hinweise

Unterrichtsbeispiele, Erfahrungsberichte, methodisches Knowhow und vieles mehr bietet dieses Padlet zum Thema „Tablets in der Grundschule“. Ideal, um sich als Einsteiger/-in den schnellen Überblick über das enorme Potential des Mediums zu verschaffen und auch für „alte Hasen“ eine ergiebige Quelle für neue Impulse! 

Die Broschüre „Tablets im Einsatz“ zeigt Projektideen auf, bei denen die Kinder spielerisch verschiedene digitale Tools Anwendungen ausprobieren: Bewegungsfotos, Stop-Motion-Filme, QR-Code-Ralley u. v. m.

Einen ganzen Pool von Unterrichtsideen finden Sie auf der Website www.my-pad.ch. Der AppAdvisor auf der Seite stellt Ihnen zudem eine Vielzahl von APPs, Onlinespielen und Lernprogrammen für die Grundschule vor.

Analoge und digitale Aufgaben beinhaltet auch die folgende Projektidee von Verena Knoblauch: In Gruppenarbeit fabrizieren die Schüler/-innen ein eBook zu einem Kindergedicht. Zu jeder Strophe malen die Kinder ein Bild (Kunst), schreiben und lesen den Gedichttext (Deutsch) und ergänzen schließlich das kleine Gesamtkunstwerk mit passenden Sounds und Geräuschen (Musik). Bezüglich Arbeitsverteilung, Konzept und Gestaltung sprechen sich die Schüler/-innen in der Arbeitsgruppe ab und schulen dabei auch gleich ihre sozialen, kommunikativen und kollaborativen Fähigkeiten.  

Apropos kollaborative Tools: Hierfür empfiehlt Frau Knoblauch zwei verschiedene Lösungen. Zum einen die digitale Pinnwand Padlet, mit der verschiedene Kinder und Gruppen mit unterschiedlichen Endgeräten parallel arbeiten können. Zum anderen das kostenfreie ZUMPad, ein webbasiertes Textverarbeitungsprogramm, mit dem ebenfalls mehrere Personen von unterschiedlichen Geräten aus arbeiten können. Änderungen sind hier für alle User/-innen in Echtzeit sichtbar.  

Padlet eignet sich dabei sehr gut für die Bündelung von Recherche-Ergebnissen. Beispiel Waldpilze im Sachunterricht: Die Kinder recherchieren z. B. zu einer bestimmten Pilzart in Kindersuchmaschinen. Ihre Ergebnisse stellen sie dann in Form eines Steckbriefs mit Foto ins Padlet .  

ZUMPad kann zum Beispiel im Rechtschreibunterricht eingesetzt werden: Die Kinder bekommen einen Text mit vielen Fehlern und korrigieren ihn in Gruppenarbeit. Im Aufsatzunterricht verbessern sie eine Vorgangsbeschreibung voller Wortwiederholungen und monotoner Satzanfänge. In Texten von anderen Fehler verbessern – diese Aufgabe ist normalerweise Lehrer/-innen vorbehalten. Hier übernehmen die Schüler/-innen diese Funktion. Ein Rollentausch, der Spaß macht und methodische Abwechslung in den Deutschunterricht bringt. 

Individuelle Förderung per APP

Vieles, was sonst auf der Strecke bleibt, weil Sie als Lehrkraft einfach nicht die nötige Kapazität dafür haben, lässt sich mit Tablets realisieren: Die inklusive Dr.-Mehler-Schule in Georgensgmünd etwa nutzt die Geräte in Freistunden oder in den letzten Minuten des Unterrichts „flexibel und dynamisch“ für individualisiertes Lernen und Üben. Auch hier konzentrieren sich die Lehrkräfte auf einige wenige Anwendungen, die die Kinder bereits kennen und problemlos nutzen können. Welche das sind, lesen Sie in diesem Beitrag auf der Website bildung.digital.  

Auch bei der Förderung von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache leisten Tablets gute Dienste: Die Korrekturfunktion von APPs und Lernprogrammen ermöglichen den Kindern eigenständiges Lernen, Üben und Kontrollieren. – Über verschiedene Anwendungen informiert Sie dieses Padlet.  

Der unten verlinkte Beitrag „Matheförderung: effektiv und zeitsparend“ gibt Ihnen den schnellen Überblick über vielfältige Fördermöglichkeiten im Fach Mathematik. Hier lernen Sie u. a. das Projekt PIKAS kennen, in dem Mathematikdidaktiker praxiserprobte Materialien zu verschiedenen Förderaspekten wie „Rechenschwierigkeiten“, „Sprachbildung“ oder „Heterogenität“ zusammengestellt haben. – Ein umfassender Aufgabenpool, in dem Sie für jede/n Schüler/-in Ihrer Tabletklasse die passenden Übungen finden.&

Martina Niekrawietz

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