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Integration und Medienkompetenz

Wie Kindermedien aus aller Welt die Integration fördern

Jedes Kind auf der Welt hat einen Medienhelden — sei es aus Film, Fernsehen oder Büchern. Wenn Schüler unterschiedlicher Kulturen ihre Helden präsentieren, lernen alle Schüler einander besser kennen und lernen viel über die Welt und die Medien.

Integration und Medienkompetenz: Wie Kindermedien aus aller Welt die Integration fördern Die Kinder zeigen sich gegenseitig ihre Buch- und Filmhelden und -heldinnen und lernen dabei, dass diese gar nicht so unterschiedlich sind © Africa Studio - Fotolia.com

In jeder Kultur gibt es Medienhelden. Das kann eine Figur aus Film und Fernsehen sein oder der Held aus einem Märchenbuch. Wenn die Schüler ihren Lieblingshelden im Unterricht präsentieren, hat das gleich mehrere Lerneffekte: Die Schüler erkennen, dass sie vieles gemeinsam haben, auch wenn sie aus verschiedenen Ländern kommen. Und sie lernen dabei Kindermedien aus aller Welt kennen. Gerade Schüler aus zugewanderten Familien können einen spannenden Beitrag leisten. Mit ein wenig Vorbereitung kommen die Medienhelden rund um den Globus ins Klassenzimmer.

Um die Schüler bei der Vorbereitung zu unterstützen, müssen erst die Eltern involviert werden. Ein Info-Elternabend ist eine gute Gelegenheit dafür. Besonders hilfreich dabei ist die klicksafe-Handreichung „Elternarbeit und Medienkompetenz für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“. Damit können Lehrer besonders den Eltern mit Zuwanderungsgeschichte verständlich machen, warum Medienbildung für ihre Kinder wichtig ist. Die Eltern, die nur wenig Deutsch sprechen, erhalten Kopiervorlagen in Deutsch, Russisch, Türkisch und Arabisch. Am besten gelingt der Elternabend mit der Methode „Meine Lieblingssendung aus der Kindheit“: Alle Eltern erzählen, welche Kindersendung sie selbst gern früher angesehen haben. Dadurch können sie besser nachvollziehen, worum es bei der Medienbildung in der Schule geht: Medien haben großen Einfluss auf die Kinder und es macht Spaß, sich mit anderen über seinen Medienhelden auszutauschen. Ein weiterer schöner Nebeneffekt ist, dass die Eltern sich untereinander besser kennenlernen — so wie die Schüler nachher auch.

Schüler präsentieren ihre Helden

Wenn die Eltern verstanden haben, was Medienbildung bewirken kann, werden sie ihren Kindern gern dabei behilflich sein, eine Serie, einen Film oder ein Kinderbuch auszuwählen und womöglich im Internet ausfindig zu machen. Medienhelden aus anderen Ländern sind von besonderem Interesse, da die meisten für die Mitschüler neu sein werden. Aber auch die Medienhelden aus Deutschland sind wichtig, da die Schüler, die in anderen Ländern aufgewachsen sind, diese vielleicht noch gar nicht kennen.

Sobald alle Schüler diverse Filme, Videos oder Bücher mitgebracht haben, kann der Medienspaß beginnen. Zunächst stellt jeder Schüler seinen Kinderhelden kurz vor, indem er zum Beispiel ein Bild malt und die Figur näher beschreibt: Ist es ein Tier oder ein Mensch? Wie sieht die Figur aus? Was kann sie Besonderes und was ist ihre Geschichte? Danach sieht sich die Klasse gemeinsam einen Ausschnitt aus dem mitgebrachten Film, Video oder Buch an.

Weiterführende Informationen:

Die klicksafe-Handreichung „Elternarbeit und Medienkompetenz für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“ widmet sich der Frage, wie man Eltern mit Zuwanderungsgeschichte, insbesondere auch muslimische Eltern, gezielter ansprechen und für das Thema „Medienkompetenz“ sensibilisieren kann.

Besonders geeignet ist die Methode „Meine Lieblingssendung aus der Kindheit“.

Die Kinder werden ihre Medienhelden sicher mit Stolz vorführen und gewinnen mehr Selbstvertrauen, wenn sie ihre Mitschüler dafür begeistern können. Oftmals ähneln sich Zeichentrickfilme, Kindersendungen und Kinderbücher verschiedener Länder in ihrer Machart. Und manchmal sind es sogar genau dieselben, wie das folgende Beispiel zeigt.

Die große Welt des Krümelmonsters

Die Kinder werden überrascht sein, wie ähnlich sich die Medien aus aller Welt manchmal sind. Und dass es bestimmte Kindersendungen überall auf der Welt gibt, wird für noch größeres Staunen sorgen: Die Muppet Show wird beispielsweise in über 100 Ländern ausgestrahlt. Und auch die Sendung „Sesamstraße“ gibt es in etlichen Ländern. Auf Arabisch heißt die Sesamstraße zum Beispiel „Iftah Ya Simsim“, auf Türkisch „Susam Sokağı“, auf Persisch „Baghch-e-Simsim“, auf Russisch „Ulitsa Sezam“ oder auf Hebräisch „Rechov Sumsum“. Eine gute Orientierung bietet die Seite „Muppet Wiki“, die auflistet, in welchen Ländern es beispielsweise das Krümelmonster gibt.

Die Schüler können in Teamarbeit nach den Krümelmonster-Videos recherchieren. Gibt man den fremdsprachigen Namen der Sesamstraße und des Krümelmonsters bei YouTube ein, erhält man eine große Auswahl von Videos. Für die Schüler gibt es dabei viel zu sehen und zu entdecken: Die Farben und das Logo der Sesamstraße-Sendungen sind zum Beispiel weltweit gleich, aber die Titelmusik, die Moderatoren und manche Puppen variieren. Beim Krümelmonster gibt es besonders viele Gemeinsamkeiten, denn das Krümelmonster will weltweit immer nur dasselbe: Kekse! Wenn die Schüler die Videos sichten, haben sie viel Spaß und sie verstehen, dass „fremde“ Kulturen gar nicht so fremd sind wie sie vielleicht denken.

Auch Videoclips von Mickey Mouse sind eine gute Methode, um verschiedene Länder kennenzulernen: Die YouTube-Reihe „Disney Shorts“ zeigt, welche Abenteuer Mickey Mouse in anderen Teilen der Erde erlebt, wie zum Beispiel Indien, Spanien, der Türkei, Brasilien und viele mehr. Die Schüler bekommen dabei einen Einblick in andere Länder und können gemeinsam lachen, denn Mickey gerät in jedem Land in die verrücktesten Situationen.  

Lieder von Medienhelden

Kinderfilme und -sendungen haben oft schöne Lieder als Titelmusik, wie zum Beispiel „Hey, hey, Wickie“ oder „Biene Maja“. Das ist auch bei internationalen Kindersendungen so. Die Schüler können der Klasse daher auch Lieder ihrer Serienhelden vorspielen oder berühmte Lieder aus Disneyfilmen in ihrer Heimatsprache. Das macht gute Laune und fördert das Hörverstehen: Je nach Land tauchen andere Klänge und Instrumente in den Liedern auf, die viele Mitschüler noch nicht kennen. Die Klasse muss also aufmerksam zuhören und sagen, welche Instrumente sie schon kennt und welche nicht. Die Schüler können auch versuchen, den Refrain eines beliebten Disney-Songs gemeinsam in verschiedenen Sprachen zu singen. Das stärkt das Miteinander, denn Musik verbindet, auch, wenn man nicht dieselbe Sprache spricht.

Kindermedien fördern Integration

Nachdem die Schüler ihre Medienhelden recherchiert, präsentiert und besprochen haben, haben sie vieles übereinander und die Welt dazu gelernt. Sie verstehen, dass Kinder auf der ganzen Welt vieles gemeinsam haben, wie zum Beispiel Kinderlieder und Zeichentrickhelden. Das verbessert ihr Weltverständnis und stärkt die Klassengemeinschaft. Gerade die Schüler aus zugewanderten Familien können sich besser im Unterricht einbringen. Ganz nebenbei reflektieren die Schüler auch die Machart von Kindermedien, denn Elemente wie fröhliche Musik, bunte Farben oder Witze begeistern junge Zuschauer auf der ganzen Welt, unabhängig von Land und Kultur.

Ananda Bräunig

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