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Digitales Lernen

Wenn die Nahrungskette zum spannenden Krimispiel wird

Sachunterricht einmal anders: mit einem kindgerechten, interaktiven Lernspiel zum Thema Nahrungskreislauf.  Hierbei ermitteln die Schüler-Kommissare, in einer rätselhaften Mordserie zur Frage: Wer hat hier wen gefressen?

Digitales Lernen: Wenn die Nahrungskette zum spannenden Krimispiel wird Für Kinder nicht immer ein schöner Anblick, aber ein wichtiger Teil der Nahrungskette: ein Fuchs mit einer erlegten Maus © artepicturas - stock.adobe.com

Seit Wochen schon versucht die Feldpolizei eine rätselhafte Mordserie aufzuklären: ein Rebhuhn, ein Maulwurf, ein Kaninchen und sogar eine Bäuerin — sie alle werden tot in den Feldern rund um einen Bauernhof gefunden. — Das ist die Ausgangssituation bei dem interaktiven Lernspiel „Tatort Feld“ auf der Website des Schulfernsehsenders Planet Schule. Die Kinder schlüpfen in die Rolle des Ermittlers und versuchen, „sechs mysteriöse Tötungsdelikte“ aufzuklären. Dabei sichern sie Indizien für den Tathergang, nehmen Verdächtige vorläufig fest, befragen sie und arbeiten eng mit den Gerichtsmedizinern zusammen. Ganz nebenbei „lernen sie spielerisch die wichtigsten Zusammenhänge des Nahrungskreislaufs ‚Feld und Flur‘ kennen“ (ebd.).

Mit „Tatort Feld“ vermitteln die Redakteure von Planet Schule das Thema „Fressen und gefressen werden“ kindgerecht und ohne die Kinder mit naturalistischen Darstellungen, zum Beispiel in einem Tierfilm, zu überfordern. Gleichzeitig erfahren die Schüler, wie ein Krimi aufgebaut ist und was alles zur Arbeit eines Ermittlers gehört.

Der folgende Beitrag stellt Ihnen das spannende Lernspiel vor und zeigt, wie Sie es im Unterricht einsetzen können.

„Mordermittlung“ mit Maus und Tablet

Nach dem Start des Spiels beginnen die Schüler mit der Spurensuche. Dabei bewegen sie den Mauszeiger über die Landschaft rund um den Tatort. Sobald sie damit auf einen Hinweis kommen, öffnet sich ein kleines Pop-up-Fenster mit dem Button „einsammeln“. Insgesamt 10 Hinweise auf mögliche Täter sind versteckt — übrigens bei allen Kriminalfällen an immer derselben Stelle. Das verkürzt die Suchphase von Spiel zu Spiel.

Auch die potenziellen Täter sind immer die gleichen: Fuchs, Marder, Bussard, Krähe, Igel, Maus, Fledermaus, Schwalbe, Eidechse und der Bauer des Hofes bleiben so lange in Untersuchungshaft, bis ihre Unschuld erwiesen ist. Kurze Steckbriefe informieren über ihre Ernährungsgewohnheiten und helfen ebenso bei der Suche nach dem Schuldigen wie das Röntgengerät, das den Mageninhalt der Inhaftierten offenbart. Letzte Klarheit über den Täter geben dann meist die Hinweise aus der Gerichtsmedizin. Die im Verlauf des Spiels entlasteten Häftlinge werden nacheinander freigelassen, bis nur noch der Täter übrig bleibt, gegen den dann Anklage erhoben wird.

Wenn die Schüler den richtigen Täter ermittelt haben, poppt auf dem Bildschirm ein Brief von „Oberhauptkommissar Weizendrescher“ auf. Er gratuliert dem Ermittler, weil er „das Beweismaterial richtig ausgewertet und die Wahrheit ans Licht“ gebracht hat. Und er berichtet über den Ausgang des Verfahrens: Da hat dann etwa der Steinmarder „ein umfassendes Geständnis abgelegt“: Tatsächlich hat er den Maulwurf „mit einem Genickbiss getötet“, wurde dann allerdings beim Fressen gestört. Die Sache geht aber gut für ihn aus, denn Marder werden nun mal als Raubtiere geboren „und das Fressen anderer Tiere gehört zu ihrer Natur“. Deshalb musste ihn der Kommissar auch „wieder laufen lassen“.

Einsatz im Unterricht

Im Grunde genommen ist das Spiel selbsterklärend, vorausgesetzt, die Schüler können die Spielanleitung und die Hinweise „der Gerichtsmedizin“ sinnerfassend lesen. Am besten exerzieren Sie vor dem Einsatz im Unterricht erst einmal einen der sechs „Mordfälle“ für sich durch, um dann die Kinder coachen zu können, die damit noch Schwierigkeiten haben. Dann erklären Sie kurz mithilfe von Laptop und Beamer,

  • wie die Kinder Indizien finden und einsammeln,
  • wie sie sich zwischen Tatort, U-Haft und Labor hin und her bewegen können,
  • wo die Botschaften der Gerichtsmedizin und Informationen über die Verdächtigen abgerufen werden können und
  • wie die Kinder entlastete Gefangene aus der U-Haft freilassen können.

Anschließend können auch die Kinder mit geringeren Lesefähigkeiten eigenständig versuchen, ihren ersten Fall zu lösen. Falls nicht für jeden Schüler ein internetfähiges Tablet vorhanden ist, ermitteln die Kinder einfach in Partner- oder Gruppenarbeit. Auch eine gute Möglichkeit, einen schwächeren Schüler mit einem stärkeren zusammenarbeiten zu lassen.

Sobald die Schüler die ersten Fälle gelöst und das Prinzip durchschaut haben, können Sie das Spiel in den folgenden Tagen und Wochen immer wieder aufgreifen: etwa als Vertiefung in der Folgestunde, als Pflicht- oder Zusatzaufgabe im Wochenplan oder als Stillarbeit in Vertretungsstunden oder im zieldifferenten Unterricht. Alle bereits gelösten Fälle bekommen den Vermerk „Fall gelöst“ und nach jeder neuen Ermittlung wissen die Kinder besser über die Ernährungsgewohnheiten der „üblichen Verdächtigen“ Bescheid.

Zu guter Letzt noch ein kleiner Tipp: Halten Sie die Kinder unbedingt vor dem Start des Spiels dazu an, den Ton auszuschalten. Der Hintergrundsound wird immer wieder schlagartig laut, was schon bei einem einzigen Gerät sehr unangenehm und bei mehreren Rechnern extrem störend ist.

Wer frisst wen? — Den Nahrungskreislauf begreifen

Klar ist, dass das Spiel allein nicht ausreicht, um den Kindern die Zusammenhänge und Abläufe im Nahrungskreislauf zu vermitteln. Das Lernspiel kann aber als Interesse weckende Hinführung zum Thema dienen. Wie tief und mit welchen Materialien Sie anschließend in das Thema einsteigen, wird vom Lehrplan bzw. vom Alter der Schüler abhängen. Auch für eine Unterrichtseinheit „Nahrungskreislauf“ bietet Planet Schule interessante Materialien, zum Beispiel die interaktive Animation „Nahrungskreislauf in Feld und Flur“: eine humorvolle Darstellung vom Fressen-und-gefressen-Werden, bei dem die Schüler durch Anklicken verschiedener Tiere und Pflanzen die Nahrungskette erkunden. — Hier unbedingt den Ton der Schüler-Tablets wieder anstellen!

Martina Niekrawietz

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