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Zwischen Arbeit und Entspannung

Der Weg zur Selbstmotivation für Lehrkräfte

Welche Strategien können bei der Selbstmotivation helfen und wie gelingt es, die richtige Balance zwischen Arbeit und Entspannung zu finden? Hier erhalten Sie einige Impulse. 

Zwischen Arbeit und Entspannung: Der Weg zur Selbstmotivation für Lehrkräfte Selbstmotivation = Sinnhaftigkeit, Selbstfürsorge und Müßiggang © Igor Link - stock.adobe.com

„Seit fast zwei Stunden findet Frau Jakob, Lehrerin einer 2. Regelklasse, an diesem Samstag ständig neue Aufgaben im und ums Haus, die sie unbedingt noch erledigen muss, ehe sie mit dem Schreiben der Lernberichte für ihre 22 Schülerinnen und Schüler beginnt. Pflanzen sind einzutopfen, Regale abzustauben, Geburtstagskarten zu schreiben, kurz: Frau Jakob bemüht sich nach Kräften, die ungeliebte Aufgabe des Lernberichtsschreiben vor sich her zu schieben. Was ihr momentan fehlt, ist die Fähigkeit, sich selbst für die Aufgabe zu motivieren.“ 

Die Motivation – gerade in höheren Klassenstufen ein beliebtes und oft bemühtes Wort, um die Mitarbeit, die Lernfreude oder schlicht das Betragen eines Schülers oder einer Schülerin zu umschreiben und zu bewerten. Doch wie sieht es mit der Motivation der Lehrpersonen aus? Wie schaffen sie es, sich besonders gegen Ende des Schuljahres, wenn der Berg der anstehenden Aufgaben immer grösser und die Zeit immer knapper wiederwird, sich immer wieder aufs Neue zu motivieren? Welche Strategien können dabei helfen und wie gelingt es, die richtige Balance zwischen Arbeit und Entspannung zu finden? 

Literaturhinweis

Frick, Jürg (2015): Gesund bleiben im Lehrberuf. Bern: Huber.

Sinnhaftigkeit und Sinnfindung

Fricker (2015, 263) weist darauf hin, dass sowohl im Leben wie auch im Beruf es zwar zentral ist, Glückserfahrungen zu machen, als noch wichtiger jedoch stuft er die Erfahrung ein, dass die eigene Tätigkeit von Sinn durchdrungen ist. Denn, so resümiert Fricker ebenda, sei es doch erst die Sinnhaftigkeit, die einem dabei helfe, die Motivation auch in schwierigen Situationen nicht zu verlieren. Das Wissen also um die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns kann Lehrpersonen helfen, sich in herausfordernden, ermüdenden oder problembehafteten Situationen zu motivieren. Hierzu kann es helfen, sich einmal kurz in zwei bis drei Sätzen zu notieren, was an der eigenen Tätigkeit als sinnhaft erlebt wird und wie sich diese erlebte Sinnhaftigkeit auf die eigenen Entscheidungen auswirkt. Gemäss Fricker (2015, 264) stützt sich diese erlebte Sinnhaftigkeit auf drei Pfeiler: 

  • Vollbringen einer schöpferischen Tat  
  • Machen einer emotional bedeutsamen Erfahrung 
  • Gewinnen einer reifen Einstellung gegenüber den unausweichlichen Leiden und Schicksalsschlägen 

Auch wer erst seit kurzer Zeit unterrichtet, dürfte bereits festgestellt haben, dass der Lehrberuf schier unendliche Möglichkeiten bietet, um die oben genannten Erfahrungen zu machen und für sich entsprechend zu beurteilen und einzuordnen.  

Eine Dosis Selbstfürsorge 

Hand in Hand mit der Fähigkeit zur Selbstmotivation geht auch die Fähigkeit zur Selbstfürsorge. Die Selbstfürsorge bezeichnet, generell gesprochen, die Art, wie ich mir selbst auf liebevolle, unterstützende, wohlmeinende und wertschätzende Art begegne. Besonders wichtig für einen ausgeglichenen Umgang mit sich selbst ist die Erholung als Mittel zur Regeneration und zur Aufladung des eigenen Akkus. Denn wer erholt ist und einen klaren Unterschied zwischen Arbeit und Freizeit erkennt, dem oder der gelingt es auch deutlich besser, sich selbst auch für unliebsame Aufgaben zu motivieren.  

Erholung ist wichtig 

Eine der wichtigsten Komponenten hierbei ist die Freizeitgestaltung. Es gilt, sich zu überlegen, ob man die eigene Freizeit tatsächlich so gestaltet, wie es einem selbst guttut und tatsächlich Erholung und Entspannung bringt. In diesem Zusammenhang weist Fricker (2015, 200) daraufhin, dass es gerade besonders engagierten Lehrpersonen schwerfällt, nicht noch in der Freizeit Aktivitäten nachzugehen, die in irgendeiner Form mit dem Schulalltag zu tun haben. Neben einer Freizeitaktivität, die als regenerativ erlebt wird, ist auch Zeit zentral, die ohne Pläne bleibt; Zeit, um sich dem Müßiggang zu widmen.  

Abschliessend sei an dieser Stelle nochmals eindringlich auf den nicht weg zu diskutierenden Zusammenhang zwischen einer ausgeglichenen Work-Life-Balance und der Fähigkeit zur Selbstmotivation hingewiesen.  

Chantal Daniela Horst


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