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Auslandsdienst

Arbeiten im Ausland: So wird es möglich

Nicht nur Exzentriker und Karrieristen entscheiden sich dafür, ihr Geld im Ausland zu verdienen. Auch Lehrer haben die Möglichkeit, Deutschland für mehrere Jahre den Rücken zu kehren - und das zu sehr fairen Bedingungen.

Auslandsdienst: Arbeiten im Ausland: So wird es möglich Wer seit mindestens zwei Jahren eine unbefristete Stelle hat, kann sich für den Auslandsdienst bewerben © paylessimages - Fotolia.com

Als Studentin verbrachte Franziska Albers ein Semester in Brasilien. Schon am Tag ihres Rückflugs stand für sie fest: „Irgendwann komme ich zurück nach Südamerika.“ Inzwischen lehrt Albers an einer niedersächsischen Haupt- und Realschule. Doch an ihrem Vorsatz hat sie festgehalten: „Der Spruch vom ,Horizont erweitern‘ klingt zwar abgedroschen, aber er stimmt – wer sich auf eine fremde Kultur einlässt, lernt in allen Bereichen dazu“, sagt Albers. Die junge Frau hat sich auf eine Stelle als Auslandsdienstlehrkraft beworben.
„Die besten Chancen haben Lehrkräfte mit der Fächerkombination Deutsch und moderne Fremdsprache“, erklärt Joachim Lauer. Er leitet die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes. Auch mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer seien gefragt. „Von den Bewerbern erwarten wir ein hohes Engagement auch über den Unterricht hinaus, denn sie sind zugleich Botschafter eines modernen Deutschlands“, sagt Lauer. Ein großer Vorteil seien zudem Qualifikationen in Deutsch als Fremdsprache.
Es gibt verschiedene Arten von Beschäftigungsverhältnissen: Wer als Beamter oder Angestellter seit mindestens zwei Jahren eine unbefristete Stelle hat, kann sich als Auslandsdienstlehrkraft bewerben. Hat der Dienstherr zugestimmt, wird man für die Zeit des Auslandsaufenthalts im Heimatland beurlaubt. Die Bewerbung wird beim Schulleiter eingereicht. Dieser sowie die zuständige Behörde prüfen den Bewerber und geben die Unterlagen an die ZfA weiter.

Links zum Thema:

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) vermittelt Lehrer an Schulen im Ausland. Auf ihrer Homepage können sich Interessierte informieren.

Der „Verband Deutscher Lehrer im Ausland“ ist eine Interessenvertretung für Pädagogen, die in anderen Ländern arbeiten oder demnächst arbeiten werden. Auf der Homepage finden vor allem Mitglieder Tipps und Antworten auf Rechtsfragen.
 
Bei allgemeinen Fragen – zum Beispiel zu Ausreise, Aufenthaltsvorschriften und Zollbestimmungen – hilft das Auswärtige Amt weiter.

Wer Nicht-Muttersprachlern Deutsch beibringen möchte, findet hier viele Informationen und ein lesenswertes Forum.

Das Raphaels-Werk berät alle, die vorhaben, Deutschland zu verlassen oder nach längerem Aufenthalt wieder zurückkehren.

Unterschiede in der Bezahlung

Eine Alternative ist die Beschäftigung als Bundesprogrammlehrkraft, die sich vor allem an Interessenten ohne feste Anstellung richtet. Sie können sich bereits während des Vorbereitungsdienstes bewerben. Die Unterlagen gehen direkt an die ZfA. Neben Lehrern werden auch Master- und Magister-Absolventen genommen, die Deutsch als Fremdsprache studiert haben.

Finanziell dürfte eine Stelle als Auslandsdienstlehrkraft allerdings interessanter sein: Die Beschäftigten bekommen dasselbe Gehalt wie im Heimatland, zuzüglich einer regionsabhängigen Schulortzuwendung und weiteren Zulagen. Bundesprogrammlehrkräfte erhalten ein laufbahngebundenes pauschales Gehalt sowie Zulagen für die Krankenversicherungsbeiträge und Übersiedlungskosten. Insgesamt verdienen sie jedoch einige hundert Euro weniger. Bewerbungen sollten rechtzeitig abgegeben werden: Die Bearbeitungszeit beträgt rund ein Jahr. In beiden Fällen ist der Aufenthalt auf drei Jahre begrenzt. Allerdings lässt er sich um denselben Zeitraum verlängern. Kollegen, die Funktionsstellen – zum Beispiel in der Schulleitung – besetzen, können sogar acht Jahre bleiben.

Direkte Anstellung als Ortslehrkraft

Es gibt noch einen dritten Weg: Interessierte Lehrkräfte können sich auch als Ortslehrkräfte direkt bei ausländischen Schulen bewerben. Wer das macht, ist zeitlich ungebunden, könnte also auch länger als die üblichen sechs oder acht Jahre bleiben. Die örtlichen Behörden stellen Ortslehrkräfte zu landesüblichen Bedingungen ein. Das ist nicht immer von Vorteil: In Namibia verdienen Lehrer rund 900 Euro im Monat – selbst für dortige Verhältnisse ist das wenig. Auch andere Leistungen wie Kündigungsschutz und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall liegen nicht auf deutschem Niveau.

Franziska Albers freut sich auf ihren möglichen Auslandseinsatz. Angst vor Heimweh? „Naja, vielleicht ein bisschen“, wiegt sie ab. „Aber ich kann dort tolle Erfahrungen machen und das Land auf eine Weise kennen lernen, wie ich es als Touristin nie sehen würde. Das ist es mir wert.“

Stefan Hirsch

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